Heer

Reservisten leisten Amtshilfe

Reservisten leisten Amtshilfe

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Datum:
Ort:
Viereck-Stallberg
Lesedauer:
2 MIN

Alle herhören, wir müssen heute noch eine Schulklasse kontaktieren. Dazu verteile ich …“. Es ist Freitag, 20.30 Uhr: Während die meisten Menschen bereits zuhause den Feierabend genießen, packen die Reservisten noch mal an, bevor das Wochenende beginnt. Jederzeit können weitere Indexfälle auftreten. Der Schichtleiter teilt die Kontakte zu. Routiniert werden Erfassungsbögen gezückt und Telefonnummern gewählt.

Ein Soldat steht an einem Pult vor Soldaten, die an Computerarbeitsplätzen sitzen.

Der Schichtleiter des nicht-aktiven Panzergrenadierbataillons 908 verteilt die Aufträge an seine Soldaten.

Bundeswehr/Jan Drescher

Contact Tracing nennt sich die Aufgabe, also die Nachverfolgung von Kontakten infizierter Personen. Die Soldaten des nicht-aktiven Panzergrenadierbataillons 908 unterstützen das Gesundheitsamt Pasewalk in der Covid-19-Amtshilfe. Leutnant und Schichtleiter Norbert Wurmbach, der in seinem zivilen Leben mit Immobilien handelt, zeigt sich entspannt: „Wir haben in den letzten Wochen eine gewisse Routine erlangt, damit können wir auch große Aufkommen von zu verfolgenden Kontakten effizient abarbeiten. Und die Zusammenarbeit mit dem Panzergrenadierbataillon 411 und den Mitarbeitern hier im Gesundheitsamt ist sehr gut.“

Panzergrenadiere arbeiten Hand in Hand

Soldaten sitzen in einem großen Büro an Computerarbeitsplätzen.

Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 908 nehmen Verbindung zu Personen auf, die Kontakt zu Corona-Infizierten hatten.

Bundeswehr/Jan Drescher

Die Prozesse sind klar definiert. Die Soldaten wissen, wer zu einem Testabstrich geladen ist oder wer in Quarantäne muss. Sie geben den Kontaktpersonen Handlungsanweisungen und unterstützen bei Unklarheiten. Damit sich die Fälle nicht aufstauen, werden die Indexpersonen, also die bestätigten Infektionsfälle, zwischen den Soldaten des Panzergrenadierbataillons 908 und der 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 411 aufgeteilt. Beide Bataillone stehen in enger Verbindung zueinander, denn das Panzergrenadierbataillon 908 ist der Ergänzungstruppenteil zu 411.

Die Reservedienstleistenden führen täglich bis zu 300 Telefonate, wenn es sein muss auch am Wochenende. Seit drei Wochen sind die Soldaten von 908 nun wieder im Dienst. Sie sind wegen der Amtshilfe aus ihren zivilen Berufen in den Soldatenstatus gewechselt. Die Corona-Pandemie hatte bei ihnen auch die militärische Ausbildungsplanung im laufenden Kalenderjahr massiv beeinträchtigt. Insgesamt konnten in etwa die Hälfte der geplanten Vorhaben nicht stattfinden.

Weihnachten im Einsatz

Ein Soldat sitzt an einem Tisch und telefoniert.

Die Soldaten haben Detailwissen über Corona-Auflagen und geben den Betroffenen emphatisch Handlungsempfehlungen.

Bundeswehr/Jan Drescher

„Während unserer eigenen Planung und Durchführung von Übungen unterstützt uns unser Couleur-Truppenteil, das Panzergrenadierbataillon 411, seit Jahren sehr erfolgreich. Wir sind froh, nun im Gegenzug helfen zu können“, erklärt der stellvertretende Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 908, Oberstleutnant Torsten Held. Durch den Einsatz der Reservisten hatten andere Soldaten die Möglichkeit, an wichtigen Ausbildungen und Übungsplatzaufenthalten teilzunehmen. „In anderen Fällen können Kameraden, nachdem sie an Weihnachten 2019 im Auslandseinsatz gewesen sind, etwas länger bei ihren Familien sein. So oder so hat es sich für uns also schon gelohnt“, ergänzt Held.

Das aktive Panzergrenadierbataillon 411 betreut die Individualfälle, während das Panzergrenadierbataillon 908 die größeren Cluster, wie beispielsweise Schulklassen, bewältigt. Die gesamte Amtshilfe wird vom Gesundheitsamt koordiniert. Diese Spezialisierung erlaubt eine deutliche Steigerung der Effizienz. Am Ende der Woche zieht der Schichtleiter sein Resümee. „Betroffen waren wieder viele Schüler aller Altersstufen. Die Gespräche mit den Eltern sind nicht leicht. Viele machen sich Sorgen und wissen im ersten Moment oft nicht, was sie tun müssen und wie sie sich weiter verhalten sollen.“ Viele Reservedienstleistende werden über den Weihnachtsurlaub noch bis zum 31. Januar 2021 im Einsatz sein.

Und danach? Unter dem Mundschutz eines Hauptgefreiten zeichnet sich ein Lächeln ab: „Wenn wir gebraucht werden, sind wir natürlich zur Stelle. Das gebieten schließlich Diensteid und Anstand.“

von Jan Drescher

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