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Heer
Schnelle Boten

Sie trotzen jedem Hackentrick

Modernisierung

Datenfunk, Internet und Netzwerkserver sind Grundlage jeder modernen Kommunikation. Gefechtsstände und Waffensysteme heute sind digital vernetzt. Was passiert aber, wenn die Welt der Bits und Bytes zusammenbricht? Dann schlägt die Stunde der Kradmelder, zum Beispiel aus dem Panzergrenadierlehrbataillon 92 in Munster.

Zwei Soldaten sitzen auf ihren Motorrädern und besprechen sich.

Hauptfeldwebel Dennis John (l.) und Oberstabsgefreiter Alexander Roll erklären ihren Auftrag als Kradmelder

Bundeswehr/Marco Dorow

Hauptfeldwebel Dennis John und Oberstabsgefreiter Alexander Roll sind Kradmelder durch und durch. „Wir sind sozusagen ein mobiles Meldemittel.“ „Wenn Funk oder digitale Verbindungen zusammenbrechen, schließen wir die Verbindungslücke“, erklärt der 30-jährige John. Er ist auch privat passionierter Motorradfahrer. Das ist aber nicht der einzige Auftrag.

Durch schwieriges Gelände

Stehend auf dem Motorrad durchfährt ein Kradmelder eine große Pfütze.

Die Fahrerlaubnis bei der Bundeswehr: Oberstabsgefreiter Alexander Roll hat seit 2017 bereits über 10.000 Kilometer Erfahrung auf seinem Dienstmotorrad gesammelt

Bundeswehr/Marco Dorow

Gemeinsam mit dem 28-jährigen Oberstabsgefreiten beißen sich die beiden Kradmelder durch. „Kein Auftrag gleicht dem anderen“, fügt der Truppführer an. „Papierkarten, schriftlich verfasste Meldungen und natürlich auch Datensticks transportieren wir durch teils schwieriges Gelände. Wir erkunden aber auch Marschstrecken oder begleiten Gefechtsfahrzeuge auf Marschkolonnen.“ Damit das funktioniert, vertrauen die beiden auf ihre Enduros. „Wenn digital nix mehr geht, schlagen wir uns bis zum nächsten Gefechtsstand durch“, erklärt John mit einem Lächeln.

Eine Leidenschaft für zwei Welten

Stehend fahren zwei Kradmelder einen Waldweg entlang.

Einsatzgrundsatz: Kradmelder sind immer zu zweit unterwegs

Bundeswehr/Marco Dorow

Was für die Besatzungen der Schützenpanzer Puma ist, ist für die Kradmelder die neu eingeführte BMW F 850 GSGelände/Straße. Roll hat dafür sogar seinen Motorradführerschein bei der Bundeswehr gemacht. „2017 hat es gefunkt“, sagt er. Auf dem Lehrgang zum Führschein mit der integrierten Ausbildung im Gelände habe er seine Leidenschaft zum Motorradfahren entdeckt und lebt sie auch aktuell. Heute ist der Oberstabsgefreite auch privat auf zwei Rädern unterwegs.

Power ohne Ende

Ein Kradmelder fährt im Sand eine Kurve, Sand wirbelt auf.

Mit rund 280 Kilogramm ist die Enduro kein Leichtgewicht, der starke Motor und das fahrerische Können machen aber vieles möglich

Bundeswehr/Marco Dorow

Sein Dienstfahrzeug ist die rund 280 Kilogramm schwere und 95 PS starke BMW. In einer abgewandelten Form nutzen auch die Feldjäger der Bundeswehr dieses Motorrad. „Wir haben einen großen Tank mit mehr als 20 Liter Inhalt, Tankrucksack mit Kartenfach, Seitenkoffer und sind in der Lage, unter Umständen, auch ohne Kupplung zu schalten“, beschreibt Roll begeistert sein „Dienstfahrzeug“, die BMW. Für die Erfüllung der Aufträge seien die Kradmelder immer im Team, also zu zweit, unterwegs. „Das ist wichtig, wenn es im Gelände wirklich mal schiefgeht und einer von uns beiden ungewollt absteigt“, erklärt er.

Parallel zur Datenautobahn

Sehr schnell fahren zwei Kradmelder einen Waldweg entlang.

Kradmelder sind das Backup, wenn datentechnisch nichts mehr geht

Bundeswehr/Marco Dorow

An den Gefechtsstand eines Kampftruppenbataillons sind die beiden Kradmelder angebunden, stehen also bereit, um jederzeit mit ihren Maschinen zum nächsten Auftrag zu starten. Es sei gut, mit den Motorrädern die Führungsfähigkeit der Truppe auch abseits der digitalen Welt aufrechtzuerhalten. Wenn die digitale Welt mal nicht funktioniere, bleibe der schnelle Austausch von Informationen gewährleistet und die Führung der Truppe weiterhin möglich. Genauso sei auch ganz oldschool das Orientieren mit Karte und Kompass eine Fähigkeit, die grundlegend eine wichtige Alternative zu technischen Geräten sein müsse.



von René Hinz
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