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Heer
Entlastung von Kliniken

Soldaten helfen im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus

Coronavirus

Während der Coronakrise ist der Lehrgangsbetrieb im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf zunächst eingestellt. Deswegen haben alle Bereiche geeignete Einsatzmöglichkeiten ihrer hochqualifizierten Ausbilder geprüft. Einige Soldaten helfen nun den Pflegern und Ärzten im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm.

Ein Intensivtransportwagen wird von Sanitätern mit einem Patienten beladen.

Sonst bilden die Soldaten aus Pfullendorf die Spezialkräfte des Heeres in Verwundetenversorgung aus. In der Coronakrise helfen sie am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus.

Bundeswehr/Gerhard Kremers

Der Inspektionschef der V. Inspektion des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen, Oberfeldarzt Gerhard Kremers, war bis Mai 2019 selbst 15 Jahre im Bundeswehrkrankenhaus tätig, zuletzt als Oberarzt der Abteilung Anästhesie und Notfallmedizin. In Pfullendorf nun hat er wegen des eingestellten Lehrbetriebes das zur Bewältigung der Coronakrise notwendige medizinische Fachpersonal zur Verfügung. „Von daher lag es nahe, dass wir mit unseren Ausbildern die Anfrage des Bundeswehrkrankenhauses (BWK) in Ulm natürlich erfüllen“, sagt Kremers.

Es handle sich hierbei um Ärzte, Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Einsatzsanitäter, die normalerweise die Ausbildung der Combat First Responder (CFR) durchführen. Das ist eine Sanitätsausbildung, mit der Spezialkräfte und Spezialisierte Kräfte befähigt werden, Verwundete im Gefecht zu versorgen. Durch den Wegfall des Ausbildungsauftrages konnten Ende März insgesamt 17 Soldaten, darunter vier Ärzte, schnell und unbürokratisch ins BWK Ulm zur Unterstützung kommandiert werden.

Spezialtransport von Corona-Erkrankten

Innenansicht eines Intensivtransportwagens

Mit einem solchen Intensivtransportwagen transportieren Soldaten die Corona-Erkrankten

Bundeswehr/Gerhard Kremers

In Ulm nahmen die Pfullendorfer Ärzte sofort ihren Dienst in den Fachambulanzen auf. Schnell wurde weiteres Fachpersonal in die Bereiche Rettungsmedizin, Notfallaufnahme und Intensivmedizin eingewiesen. Durch den glücklichen Umstand, dass die Soldaten entsprechende Führerscheinklassen mitbrachten, war ab diesem Zeitpunkt auch die dauerhafte Nutzung des Intensivtransportwagens möglich. Das bundeswehreigene Spezialfahrzeug ist für verletzte oder erkrankte Soldaten konzipiert.

Jetzt werden Corona-Erkrankte und andere Patienten transportiert, für die eine Spezialbehandlung notwendig ist. Zudem werden mit den Transporten Patienten umverteilt und Krankenhäuser in ganz Baden-Württemberg entlastet. Koordiniert werden die Verlegungen durch die Zentrale Koordinierungsstelle für Intensivtransporte mit Sitz in Stuttgart. Während der Transporte der Corona-Patienten trägt die vierköpfige Besatzung, der immer ein Arzt und ein Intensivpfleger angehören, ausnahmslos Vollschutz.

Wertvoller Beitrag in der Krise

„Um das Fahrzeug nach einem Coronatransport wieder einsetzen zu können, sind mindestens zwei Stunden Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten notwendig“, erklärt Kremers. Derzeit stehen immer zwei Besatzungen mit den Soldaten aus Pfullendorf bereit. Sie arbeiten abwechselnd. Diese Zusammenarbeit diene in erster Linie den Patienten, der Entlastung des Gesamtsystems und natürlich dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm – ein kleiner, aber wertvoller Beitrag in der Krise für die Bürger Deutschlands. Der Einsatz fördere letztlich auch die Weiterbildung der Soldaten aus Pfullendorf, so der Oberfeldarzt.

von Frank Moser

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