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Together As One: Deutsch-britisches Bataillon aufgestellt

Together As One: Deutsch-britisches Bataillon aufgestellt

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Minden
Lesedauer:
2 MIN

„Parade! … Parade Shun!“ Der britische Kompaniechef gibt das Kommando. „Shun“ ist die Kurzform von „Attention!“. Die Soldatinnen und Soldaten der 23. Amphibious Engineer Squadron gehen in Grundstellung. Auch deutsche Soldaten verschiedener Verbände sind in Minden zu einem Umgliederungsappell angetreten, wie es ihn so in der Bundeswehr noch nie gegeben hat. Es ist der Gründestag des Deutsch/Britischen Pionierbrückenbataillons 130.

Mehrere Schwimmschnellbrücken sind von einem zum anderen Ufer eines Flusses miteinander verbunden.

Drei deutsche Schwimmschnellbrücken Amphibie M3 sind mit drei britischen Amphibien auf der Weser verbunden, um eine gemeinsame Brücke zu formen.

Bundeswehr/Mario Kissel

Soldaten zweier Nationen und militärische Ehren: ein ungewöhnliches Bild auf dem Wasserübungsplatz der Mindener Pioniere – zumindest in dieser Konstellation. Angetreten sind neben den britischen Soldaten die Kompanien des Panzerpionierbataillons 130, die 3., 4., und 5. Kompanie des schweren Pionierbataillons 901, der Ehrenzug mit der Truppenfahne des Panzerpionierbataillons 130, das Heeresmusikkorps aus Hannover, das Mindener Bürgerbataillon und eine britische Marching Band.

Doch völlig ungewöhnlich ist es nicht, dass sich an der Weser deutsche und britische Soldaten begegnen. Bereits seit 2014 üben die britischen Schwimmbrückenpioniere in Minden und seit 2018 wurde der heutige Tag vorbereitet. Damals unterzeichnete  Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen das Joint Vision Statement, das den Grundstein für das neue Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 legte.

Inspekteur des Heeres in Minden

Auf einem Appellplatz sind britische neben deutschen Soldaten angetreten.

Verschiedene Uniformen und doch ein Bataillon: Deutsche und britische amphibische Pioniere sind zum Umgliederungsappell in Minden angetreten.

Bundeswehr/Mario Kissel

Die 23 Amphibious Engineer Squadron bilden zusammen mit dem Panzerpionierbataillon 130 und Teilen des schweren Pionierbataillons 901 das neue binationale Bataillon. Der Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Brigadegeneral Christian Freuding, leitete den Appell, dem bei strahlendem Sonnenschein der Chief of General Staff General Sir Mark Carleton-Smith, der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, und circa 200 weitere geladene Gästen beiwohnten. „Ich wünsche Ihnen für die Zukunft viel Erfolg bei einer nach wie vor gemeinsamen deutsch-britischen Erfolgsgeschichte, die wir auch in Zukunft weiterentwickeln müssen”, so Carleton-Smith, der seine Rede auf Deutsch hielt. Die Zusammenarbeit der amphibischen Brückenpioniere ist gewollt, denn innerhalb der NATO verfügen nur Großbritannien und Deutschland über die Schwimmschnellbrücke Amphibie M3.

Gemeinsamer Marsch über die Weser

Soldaten marschieren über ein grünes, metallenes Brückenteil, das am Flussufer aufliegt.

Nach dem Appell marschieren die Soldaten des neuen Bataillons geschlossen über die Brücke aus deutschen und britischen Amphibien.

Bundeswehr/Mario Kissel

Ein gemeinsamer Verband ist sinnvoll, da somit die Planung, Ausbildung und Übung zentral gesteuert werden können. Während des Appells wurden die Gemeinsamkeiten auch durch die Amphibie M3 herausgestellt. Zuerst marschierten die deutschen Soldaten über eine Brücke aus deutschen Amphibien und die britischen Soldaten über eine britische Amphibienbrücke auf den Appellplatz. Nach der Umgliederung marschierte das neue deutsch-britische Bataillon geschlossen über eine Brücke aus drei britischen und drei deutschen Amphibien. Ein Bild, untermauert durch Winston Churchills Aussage: If we are together nothing is impossible. If we are divided all will fail. (dt.: Wenn wir zusammen sind, ist nichts unmöglich. Wenn wir getrennt sind, wird alles scheitern.)

von Mario Kissel

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