Seite an Seite mit der aktiven Truppe
Übung- Datum:
- Ort:
- Oberlausitz
- Lesedauer:
- 3 MIN
Reservistinnen und Reservisten übernehmen heute feste Aufgaben in der Bundeswehr. Sie verstärken die aktive Truppe dort, wo Fähigkeiten dauerhaft vorgehalten werden müssen. Wie eng diese Zusammenarbeit inzwischen ist, zeigt eine Übung des Panzerpionierbataillons 701 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.
Gefechtsübung auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz: Die eine Gruppe sichert, während die andere sich verschiebt, um dem Feind nachzusetzen
Bundeswehr/Marco DorowFür viele Reservistendienstleistende ist der Aufenthalt auf einem Truppenübungsplatz etwas Besonderes. In der Oberlausitz trainieren sie jetzt gemeinsam mit der aktiven Truppe. Ihr Auftrag: Ein Sicherungszug soll in der Lage sein, den Gefechtsstand eines Bataillons zuverlässig zu schützen. Solche Sicherungsaufgaben werden zunehmend durch Reservistendienstleistende übernommen. Sie entlasten die aktive Truppe und stellen gleichzeitig sicher, dass wichtige Fähigkeiten jederzeit verfügbar bleiben.
Zwei Wochen lang üben aktive Soldatinnen und Soldaten des Panzerpionierbataillons 701 gemeinsam mit Reservistendienstleistenden. Der Verband aus Gera unterstützt mit seinen Fähigkeiten Bewegungen im Gefecht. Er überwindet Hindernisse, schafft Wege und bereitet das Gefechtsfeld vor. Bei Tag und Nacht, im Wald und im urbanen Gelände trainieren nun die aktive und nicht-aktive Truppe – vom Gruppenrahmen bis zur Zugstärke. Gefechtsschießen, Geländefahrten und Verteidigungsübungen greifen ineinander. Für viele der eingesetzten Reservistinnen und Reservisten bedeutet das: Sie kehren für begrenzte Zeit in den militärischen Dienst zurück und bringen ihre Erfahrungen gezielt ein.
„Wir müssen bestimmte Fähigkeiten dauerhaft beherrschen. Dazu gehören Fahren, Funken und Feuern. Genau das trainieren wir hier gemeinsam mit den Sicherungskräften aus der Reserve.“
Übungen, wie die in der Oberlausitz, sind ein fester Bestandteil der Reservedienstleistung und sorgen dafür, dass Fähigkeiten erhalten und weiterentwickelt werden. Damit entsteht ein System, das sowohl die Einsatzbereitschaft stärkt als auch individuelle Möglichkeiten eröffnet, sich gezielt militärisch einzubringen.
Damit der Sicherungszug seinen Auftrag erfüllen kann, muss er auch schwieriges Gelände bewältigen. Auf der Geländelehrbahn trainieren die Soldatinnen und Soldaten den Umgang mit unterschiedlichen Fahrzeugen, vom geländegängigen Pkw bis zum schweren Wechselladerfahrzeug. Das Ziel: Gelände richtig einschätzen und Fahrzeuge sicher bewegen. Sand, Schlamm, Hindernisse oder Bahnschienen stellen hohe Anforderungen. Oft entscheiden wenige Zentimeter über Erfolg oder Stillstand.
Gerade für Reservistendienstleistende ist dieses Training entscheidend. Es ermöglicht ihnen, sich schnell wieder in militärische Abläufe einzufinden und unter realistischen Bedingungen Routine und Sicherheit zu gewinnen.
Durch das Zusammenwirken der verschiedenen Waffen können spezielle Ziele besser bekämpft werden
Bundeswehr/Marco DorowZu Beginn steht die Ausbildung im kleinen Rahmen. Auf der Waldkampfbahn trainieren die Soldatinnen und Soldaten grundlegende Abläufe. Später folgen Verteidigungsübungen in einer Ortschaft – bei Tag und bei Nacht.
Auch die Versorgung Verwundeter wird geübt. Realistische Szenarien fordern schnelles und richtiges Handeln. Nach jedem Durchgang werden die Abläufe ausgewertet, um Fehler zu erkennen und daraus zu lernen. Am Ende steht ein komplexes Gefechtsbild. Jetzt wird der gesamte Sicherungszug eingesetzt, zu Fuß und mit Fahrzeugen. Verschiedene Fähigkeiten greifen ineinander. Nur durch das Zusammenspiel aller Kräfte kann der Auftrag erfüllt werden.
Die Übung in der Oberlausitz zeigt, wie eng die Reserve heute mit der aktiven Truppe verzahnt ist. Sie übernimmt konkrete Aufgaben, schließt Fähigkeitslücken und trägt unmittelbar zur Einsatzbereitschaft bei. Die Reserve ist damit nicht Ergänzung, sondern fester Bestandteil der militärischen Struktur. Gleichzeitig bietet sie vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen – ob in aktiven Verbänden oder im Heimatschutz. Die Ausbildung in der Oberlausitz macht deutlich: Reserve ist heute gelebte militärische Realität.
Der Kompaniechef der 1. Kompanie des Panzerpionierbataillons 701, Hauptmann Marcel R., führt mit Vorbild und verlangt nur das von seinen Leuten, was er selbst leisten kann
Bundeswehr/Marco Dorow
Mit dem neuen Maschinengewehr MG 5 werden beim Verteidigungsschießen Fahrzeuge gestoppt und bekämpft
Bundeswehr/Marco Dorow
Beim Verteidigungsschießen in einer kleinen Ortschaft sind Schießkünste und Kommunikation gefragt
Bundeswehr/Marco Dorow
Während des urbanen Gefechts werden sogenannte Sanitätseinlagen mit verschiedenen Verletzungsmustern eingespielt. Die verwundeten Kameradinnen und Kameraden müssen medizinisch versorgt werden.
Bundeswehr/Marco Dorow
Mit Nachtsichtbrille und dem Laser-Licht-Modul können auch in der Dunkelheit Ziele bekämpft werden
Bundeswehr/Marco Dorow
Das Wechselladerfahrzeug MULTIMechanisierte Umschlag-Lagerung-Transport-Integration (Mechanisierte Umschlag-Lagerung-Transport-Integration) überquert eine Bahnschiene. Mit dem MULTIMechanisierte Umschlag-Lagerung-Transport-Integration können wichtige Güter für den Nachschub transportiert beziehungsweise beschädigte Fahrzeuge abgeschleppt werden.
Bundeswehr/Marco Dorow
Der MULTIMechanisierte Umschlag-Lagerung-Transport-Integration durchquert eine große Senke. Da kann es schon mal vorkommen, dass von den vier Achsen eine oder auch zwei in der Luft hängen.
Bundeswehr/Marco Dorow
Erfahrung zahlt sich aus: Beim komplexen Gefechtsschießen können die älteren und erfahreneren Soldaten ihr Wissen an die neue Generation weitergeben.
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Der Transportpanzer Fuchs bringt die Soldatinnen und Soldaten schnell und geschützt aus dem Gefahrenbereich heraus
Bundeswehr/Marco Dorow