Heer
Panzerlehrbrigade 9

Urbanes Gefecht – Panzergrenadiere schlagen zu

Urbanes Gefecht – Panzergrenadiere schlagen zu

Datum:
Ort:
Bergen
Lesedauer:
3 MIN

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

„Sicher!“, melden die Sturmtrupps. Ihre Funksprüche werden immer wieder durch Salven der Sturmgewehre unterbrochen. Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 33 kämpfen Haus für Haus frei. Die Urbane Operation ist Bestandteil einer mehrteiligen Ausbildung für das Führungspersonal der Panzerlehrbrigade 9.

Fünf Soldaten stürmen mit vorgehaltenen Waffen eine Häuserfront entlang.

Entschlossenheit bringt die Grenadiere im Orts- und Häuserkampf an ihr Ziel

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Unterricht, Vorführungen und Darstellungen im Gelände vervollständigen die Übung des Verbandes der Panzerlehrbrigade 9. „Für unsere Soldatinnen und Soldaten in Führungsverantwortung wollen wir mit dieser Weiterbildung die Besonderheiten des militärischen Einsatzes im bebautem Umfeld betrachten“, sagt Oberstleutnant Markus Dehn, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 33.

Das reiche von rein militärischen Themen, wie beispielsweise dem taktischen Vorgehen beim Kampf in Gebäuden, über historische Beispiele bis hin zu Psychologie und Völkerrecht. Dieser theoretische Unterricht ist ein solides Fundament für die folgenden praktischen Übungen, so der Kommandeur.

Passen Sie jetzt Ihre Datenschutzeinstellungen an, um dieses Video zu sehen

Soldaten des Panzergrenadierbataillons 33 im Orts- und Häuserkampf. Die Urbane Operation ist Teil der Ausbildung des Führungspersonals der Panzerlehrbrigade 9.

Angepasste Ausrüstung

Ganz dicht an einer Wand und mit ihren Waffen im Anschlag sichern sich drei Grenadiere gegenseitig.

Die Enge im urbanen Kampf verlangt von den Grenadieren äußerste Aufmerksamkeit

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Ausbilder, Hauptmann Karsten Behrens, erklärt den Umfang der Ausrüstung für den Orts- und Häuserkampf. Der gravierendste Unterschied im Vergleich zum Kampf im Gelände sind die beengten Raumverhältnisse. Enge verwinkelte Räume verkürzen die Distanz zu möglichen Gegnern ungemein und erschweren das Vorankommen der Schützentrupps. Ein Grund dafür, dass im Orts- und Häuserkampf Gewehre mit kurzer Schulterstütze verwendet werden. Mit Ende der Einweisung rollen auch schon erste Fahrzeuge, angeführt von Schützenpanzern Puma, durch das Übungsgelände. In dem ehemaligen britischen Glyn-Hughes Gebäudekomplex in Bergen beginnt der erste praktische Tag der Weiterbildung.

Ein Soldat steht vor einem Fenster und beobachtet die Umgebung, ein zweiter springt aus dem Fenster.

Wenn es schnell gehen muss, ist der Ausgang schon mal das Fenster

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Die Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 33 präsentieren den Häuserkampf detailgetreu: Taktisch schlau kämpfen sie Raum für Raum frei. Nach den einzelnen Räumen gehen die Grenadiere dazu über, Etagen und schließlich ganze Hausabschnitte freizukämpfen. Am Ende bereiten sie mit Hunderten von Sandsäcken die Gebäude für die Verteidigung vor. Der nächste Schritt führt die Soldaten weg vom Kampf von Raum zu Raum hin zum Angriff auf noch größere Komplexe.

Ein Soldat steht erklärend vor einer Gruppe Soldaten, hinter ihm ein weites offenes Feld.

Urbaner Häuserkampf bietet nur enge Räume. Im Gegensatz dazu stehen Soldaten vor dem Einbruch in eine Stadt in weitem, offenem Gelände.

Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis

Der nächste Tag führt die Grenadiere an den Stadtrand von Hameln: „Einbruch in die Ortschaft“ lautet das Thema des Ausbildungsabschnittes. Major Gerhard Glomb vom Panzergrenadierbataillon 33 erklärt, wie die Grenadiere vorgehen werden. Das Gelände vor der Stadt bietet offene und weite Sichtstrecken, also ganz andere Bedingungen als innerhalb von Gebäuden. Eine breite Nebelwand vor der Ortschaft kündigt den Angriffsbeginn an. Im Schutz des Nebels rollen wieder Schützenpanzer und Radfahrzeuge auf die Stadt zu. Zur Orientierung für sich selbst und den neben ihnen kämpfenden Kameraden markieren die Grenadiere ihre eigenen Standorte mit Schüssen aus ihren Signalpistolen.

Kurz darauf Szenewechsel: Nach dem Einbruch in die Stadt kämpfen die Grenadiere wieder in enger bebauter Umgebung. Diesmal kennzeichnet industrieartiges Gelände den Einsatzraum der Soldaten.

Angriff in komplexem Gelände

Fünf Soldaten bewegen sich im Schutz eines Fahrzeuges eine Straße entlang.

Vorgehen in Hameln: Die Grenadiere nutzen ein Fahrzeug, Typ Widder, als Deckung

Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis

Die Gebäude auf dem Gelände des Hamelner Volvo Werks stellen ganz neue Herausforderungen an die kämpfenden Grenadiere. Behrens beleuchtet den Unterschied zu dem ersten Übungsabschnitt, in dem von Raum zu Raum gekämpft wurde. Auf dem teils weitläufigem Gelände zwischen den Gebäuden nutzen die Soldaten beim Vorgehen die Deckung von Militärfahrzeugen. „Der sprichwörtliche Aha-Effekt bleibt da bei niemandem aus“, sagt ein Teilnehmer.

Wie Grenadiere um Schlüsselgelände kämpfen, zeigt der letzte Abschnitt. Eine Brücke über einen Fluss, wie in diesem Fall die Weser, werden schnell zu einem sehr wichtigen, neuralgischen Punkt. Für den Gegner wie auch die eigenen Kräfte ist ein solches Objekt schnell der Schlüssel für den entscheidenden Angriffsstoß.

  • Mehrere Soldaten in unterschiedlicher Kleidung stehen nebeneinander.

    In diesem Szenario kommt es auch zur Gefangennahme des Gegners. Zur Ausbildung gehört daher die Ausbildungsstation „Umgang mit Gefangenen“.

    Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis
  • Ein Soldat steht mit einem Gewehr in der Hand vor einer Hauswand.

    Effizient kämpfen sich die Soldaten von Haus zu Haus. Die stehen auf einem Industriegelände.

    Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis
  • Vor Soldaten auf einer Wiese steht erklärend ein Soldat, im Hintergrund eine Stadtlandschaft.

    Immer wieder wird die Ausbildung unterbrochen, um dem Führungspersonal und dem Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Oberst Christian Freuding (4.v.r.), die weiteren Ausbildungsabschnitte zu erläutern

    Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis
  • Drei Soldaten tragen einen Soldaten an Händen und Füßen.

    Jetzt muss es schnell gehen. Ein Kamerad ist verletzt und muss aus dem umkämpften Haus gebracht werden.

    Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis
  • Rückenansicht: Eine Gruppe Soldaten schaut auf ein Industriegelände.

    Von oben gibt es einen guten Blick auf das Geschehen

    Bundeswehr/Konstantinos Nikolaidis

Wie unterschiedlich Grenadiere in unterschiedlichem Gelände kämpfen, habe diese Weiterbildung gezeigt. Sie sei eine gute Grundlage für kommende Ausbildungen in den Bataillonen der Panzerlehrbrigade 9, resümiert Dehn abschließend.

von Jörn Hammacher

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Mehr zum Verband und zu Grenadieren