Heer

Vom Stab in die Stellung

Vom Stab in die Stellung

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Wildflecken
Lesedauer:
3 MIN

„Fertigmachen zum geschlossenen Feuerüberfall! Feuerüberfall auf Pfiff!“ – typische Kommandos für Soldaten während des Gefechtsdienstes. Zwei Wochen lang sind sie beim Gruppengefechtsschießen auf dem Übungsplatz in Wildflecken zu hören. Dieses Mal haben die Soldaten aus dem Ausbildungskommando hier ihre individuellen Schießfertigkeiten im taktischen Einsatz aufgefrischt und vertieft.

Zwei Soldaten sind mit ihrem Gewehr hinter einem großen Stein in Stellung und schauen in das Gelände vor sich.

Während der Ausbildung beobachten zwei Soldaten das Gelände aus einer Wechselstellung.

Bundeswehr/Susanne Rehwagen

Die Aufnahme auf der Schießbahn durch den Ablaufoffizier, erstes Antreten, zweites Antreten mit Einweisung in die Schießbahn inklusive Geländetaufe, Wiederholungsausbildung an den sogenannten schweren Waffen und Panzerabwehrhandwaffen einer Jägergruppe – hinter diesen Begriffen stecken Abläufe auf einem Schießplatz. Sie sind vollkommen normal für die Truppe im Heer. Für die Soldatinnen und Soldaten aus dem Leipziger Ausbildungskommando sind sie allerdings nicht alltäglich, dienen sie doch vor allem im Büro. Denn sie sind verantwortlich für die gesamte Planung und Steuerung der Führungsausbildung und Fortbildung im Heer, sie leisten damit Stabsarbeit. In Wildflecken ist nun ihr gemeinsames Ziel, das Können im Gefechtsdienst aufzufrischen und erworbene Schießfertigkeiten im taktischen Einsatz und in realistischen Gefechtssituationen bei einem Gruppengefechtsschießen praktisch umsetzen.

Ausbildung auf Augenhöhe

Mehrere Soldaten hocken mit ihren Gewehren auf einem Weg. Zwei Soldaten als Aufsicht stehen mit roten Fähnchen am Rand.

Egal welcher Dienstgrad: Jeder Soldat erhält beim Schießen die Möglichkeit, seine Fähigkeiten aufzufrischen, um auf Stand zu bleiben.

Bundeswehr/Susanne Rehwagen

Auf der 11C, wie die Schießbahn genannt wird, gilt es nun, die Schießteilnehmer für den Durchgang mit scharfer Munition fit zu machen und deren bereits vorhandene Kenntnisse aufzufrischen. Das Leitungs- und Funktionspersonal um den Leitenden des Gefechtsschießens, Major Fabian Fuhrmann, hat dazu eine Wiederholungsausbildung für die Maschinengewehr-, Panzerfaust- und Gewehrschützen angesetzt. Hier stehen sicheres Handling und die individuellen Tätigkeiten des einzelnen Schützen im Mittelpunkt. Bemerkenswert: Vom Obergefreiten bis zum Oberst – für jeden von Ihnen findet die Vorausbildung auf Augenhöhe statt. „Wir wollen die Schützen fit machen beim Thema ,Die Gruppe in der Sicherung‘. Gerade in einem Stab ist es wichtig, dass erlernte Fertigkeiten gezielt aufgefrischt und erhalten werden, um für die Landes- und Bündnisverteidigung auf Stand zu bleiben“, erklärt Major Fuhrmann.

Feuerkampf bringt alle ins Schwitzen

Ein Soldat liegt mit einem Maschinengewehr in Stellung und trainiert die Abläufe zum Laden der Waffe.

Für die Maschinengewehrschützen findet eine gesonderte Vorausbildung statt.

Bundeswehr/Susanne Rehwagen

Im „scharfen“ Durchgang heißt es jetzt: Stellungen beziehen, den aufgeklärten Feind bis auf Reichweite der optimalen Kampfentfernung eigener Waffen annähern lassen und ihn mit einem geschlossenen Feuerüberfall, bei dem alle Schützen gleichzeitig feuern, zu überraschen. Danach sind die Gruppenführer gefragt. Geleiteter und selbstständig geführter Feuerkampf, Wechselstellungen beziehen, der zweckmäßige und Erfolg bringende Einsatz schwerer Waffen und der dynamische Einsatz des Panzervernichtungstrupps mit ihren schweren Panzerfäusten werden wieder und wieder geübt. Dabei kommen die Soldatinnen und Soldaten des Ausbildungskommandos ordentlich ins Schwitzen.

Stellungen bleiben nutzbar

Ein Soldat schießt mit einem Panzerfaustschießgerät, der Sicherheitsgehilfe schaut ihm dabei zu.

„Achtung! Panzerfaust schießt!“, ruft der Schütze vor dem Einsatz der Waffe.

Bundeswehr/Susanne Rehwagen

Wie lautet das Fazit der Soldaten nach dem Gefechtsdienst? „Die Ausbildung an der Panzerfaust selbst war für mich mehr als zufriedenstellend, weil ich mein damals erlerntes Wissen auffrischen und auf eine entspannt positive Weise erweitern konnte“, findet Hauptfeldwebel Florian Schreiber, der als Panzerfaustschütze bei der Vorausbildung gefordert war. Seine Erwartungshaltung, das Schießen nutzen zu können, um mit der Panzerfaust zu schießen, wurde erfüllt. In seinem zweiten Schießdurchgang erzielte er sogar gleich einen Erstschusstreffer.

Zum Abschluss jedes Schießtages wurde als Auszeichnung für den Soldaten mit der besten Gesamtleistung vom Leitenden sein mit Liebe zubereitetes Luftlandebrötchen verliehen. Gute Führerleistung, Treffgenauigkeit, das Verhalten als Einzelschütze und Gesamtmotivation flossen in die interne Bewertung ein.

Auch für die Kommandantur des Truppenübungsplatzes Wildflecken war das Gruppengefechtsschießen des Ausbildungskommandos gewinnbringend. Die eigens für das Schießen erkundeten und angelegten Stellungen werden auf der Schießbahn 11C weiter ausgebaut. Somit bleiben diese auch künftig für andere Einheiten der Bundeswehr nutzbar. Vielleicht sind die Stellungen demnächst dann als „Naumann-Stellung“ auf der Karte der Schießbahn 11C zu finden – benannt nach Oberstabsfeldwebel Lutz Naumann, der das Gruppengefechtsschießen für den Stab des Ausbildungskommandos konzipiert hat.

von Susanne Rehwagen

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