Drehscheibe Niamey – Neubau von Flugbetriebsflächen abgeschlossen

Drehscheibe Niamey – Neubau von Flugbetriebsflächen abgeschlossen

  • Baumaßnahme
  • Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen
Datum:
Ort:
Niamey
Lesedauer:
3 MIN

Der Hauptstadtflughafen Diori Hamani in Niamey hat für das Land Niger eine hohe Bedeutung und ist ein wichtiger Standort für MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali, die Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali. Dem zunehmenden zivilen Luftverkehr einerseits und der Rolle als Standort für militärische Operationen andererseits wurde nunmehr durch den Neubau der Flugbetriebsflächen inklusive Parallelrollbahn und Abstellbereich für drei A400M und einen A330 Rechnung getragen.

Frontalansicht eines Flugzeugs auf einer Rollbahn

Die Transall C-160, ein Transportflugzeug der Luftwaffe, rollt erstmalig auf die Abstellposition der nagelneuen Abstellfläche

Bundeswehr/BAIUDBw Infra IV 2

Deutschland engagiert sich militärisch gemeinsam mit den Partnernationen Frankreich, Italien und den USAUnited States of America an Operationen zur Stabilisierung der Sahelregion und dem deutschen Beitrag zur VNVereinte Nationen-Mission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali. In diesem Zusammenhang hat der Lufttransportstützpunkt Niamey eine große Bedeutung, weshalb das BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit der Baumaßnahme beauftragt wurde. Diese Einsatzinfrastruktur wurde auf dem militärischen Anteil des Flughafens errichtet, der Base Arienne 101 der nigrischen Streitkräfte.

Damit verfügt der Flughafen Niamey über weitere Abstellbereiche für militärische Luftfahrzeuge und eine Parallelrollbahn, die aufgrund ihrer baulichen Umsetzung als eine zweite Start-und Landebahn genutzt werden kann. Das Besondere dabei: der Anteil Parallelrollbahn als zweite Start-und Landebahn entstand durch eine ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Auswärtigem Amt.

Übergabe der Infrastruktur erfolgt

Sowohl die Hauptstadt Niamey als auch der militärischen Luftverkehr profitieren von der deutlichen Erhöhung der Gesamtkapazität des Flughafens.. So rollte als erstes am 9. März die derzeit am Lufttransportstützpunkt Niamey eingesetzte Transall C-160 auf die neue Flugbetriebsfläche.

Im Anschluss an die bautechnische Abnahme wurden die Flugbetriebsflächen der Einsatzwehrverwaltungsstelle MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali als Eigentümer übergeben und unmittelbar danach dem Lufttransportstützpunkt Niamey zur Nutzung überlassen.

Ehemalige Notpiste ausgebaut

Die ehemalige Lateritpiste, nunmehr zu einer 3.200 Meter langen Parallelrollbahn ausgebaut, war vorher eine Not-Start- und Landebahn. Der nun erreichte Ausbauzustand ermöglicht die Nutzung als vollwertige Start- und Landebahn. Der neu gebaute Abstellbereich ist grundsätzlich für die deutschen Luftfahrzeuge gedacht und bietet eine ausreichend große und optimal ausgeleuchtete Flugbetriebsfläche insbesondere für die taktische und strategische Verwundetenversorgung.

Die von Niger geforderte Funktionalität als Start-Lande-Bahn machte die Markierung der Parallelrollbahn mit Landeschwelle und weißer Randbefeuerung notwendig und entspricht somit den international gültigen Flugvorschriften. Die Zertifizierung der Bahn durch die zuständige Flugsicherheitsbehörde Nigers wird in den nächsten Wochen erwartet.

Nutzung bereits während des Baus

Rollbahn von oben gesehen, auf der acht Flugzeuge in Parkposition stehen.

Nutzung der Parallelrollbahn während des AUAfrikanische Union-Gipfels 2019

UN/Lufttransportstützpunkt Niamey

Die Leistungsfähigkeit dieser Parallelrollbahn wurde bereits während der Bauphase mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellt. Während des im Juli 2019 in Niamey stattfindenden Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AUAfrikanische Union) konnten Luftfahrzeuge die Rollbahn vorübergehend als Abstellfläche nutzen. In den Monaten von Ende November 2019 bis Anfang März 2020 nutzten sowohl die multinationalen Partner für militärische Starts und Landungen als auch der nigrische Staatspräsident die Bahn, die damit ihre Bewährungsprobe bestanden hat. Die Baumaßnahmen liefen davon nur geringfügig beeinflusst weiter.


Vier Staaten kooperieren mit Erfolg

Gruppe von drei Männern in Uniform und einem Mann in ziviler Kleidung auf einer Rollbahn

Übergabe durch BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr InfraInfrastruktur IV 2 und Baubüro Niamey an den Eigentümer und Überlassung an den Nutzer

Bundeswehr/BAIUDBw Infra IV 2

Nur durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort ist ein Projekt dieser Größenordnung zu stemmen. Hauptansprechpartner auf nigrischer Seite war von Beginn an der Base Commander Colonel Mainassara, der die Interessen Nigers stets kooperativ und selbstbewusst vertreten hat. Das vor Ort eingerichtete deutsche Verbindungselement war von großer Bedeutung sowohl für die Kommunikation mit dem deutschen Botschafter in Niamey als auch für die Abwicklung des Ertüchtigungsprojektes, welches zwar von Deutschland finanziert, jedoch in Verantwortung Nigers abgewickelt wurde.

Die baufachliche Hauptlast der deutschen Seite hat das beim Lufttransportstützpunkt eingerichtete Baubüro Niamey getragen, unter fachlicher Aufsicht und in Kooperation mit dem Referat BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr InfraInfrastruktur IV 2, Team Niamey. Dabei agierten die Kameradinnen und Kameraden fernab der Heimat und unter klimatisch sehr anspruchsvollen Einsatzbedingungen.

In unzähligen Besprechungen, teilweise langwierigen Genehmigungsprozessen, zahlreichen Abstimmungen mit allen Beteiligten auf nigrischer, französischer, USUnited States-amerikanischer und deutscher Seite trug das Personal des Baubüros zum Erfolg bei. Im Ergebnis ist eine qualitativ hochwertige Flughafeninfrastruktur entstanden, die in dieser Ausprägung erstmalig durch die Bundeswehr realisiert wurde.

von  Lars Rüdiger/Frank Eisenblätter/Mario Klinger  E-Mail schreiben