Gepanzert in die Heide

Gepanzert in die Heide

  • Naturschutz
  • Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen
Datum:
Ort:
Torgelow
Lesedauer:
3 MIN

Die Arbeiten der Geländebetreuung der Bundeswehr-Dienstleistungszentren sind herausfordernd. Zum Beispiel dann, wenn auf Truppenübungsplätzen gearbeitet werden muss. Das oft sehr weitläufige und anspruchsvolle Gelände, oder Belange des Naturschutzes sind nur zwei Beispiele solcher Besonderheiten. Ein echtes Risiko sind aber Munitionsreste und Blindgänger. Tückische Gefahren! In Torgelow gibt es hierfür nun zwei beeindruckende Lösungen.

Nahaufnahme grüner Traktor

Zwei solcher Sonderschutzfahrzeuge gehören nun zum Maschinenpark des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow

Bundeswehr/Marius Vu

In der Greifen-Kaserne, wo auf dem zugehörigen Truppenübungsplatz Jägerbrück sonst unter anderem die Soldatinnen und Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41, des Fernmeldebataillon 381 oder Einheiten der Marinetechnikschule üben, wurden am 21. August zwei geschützte Schlepper für die Geländebetreuung des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow übergeben und sogleich in Betrieb genommen.

Normale grüne Trekker, möchte man auf den ersten Blick meinen, die dort bei strahlendem Sonnenschein präsentiert werden. Doch auf den zweiten Blick fällt es dann auf! Die Fahrerkabinen sind gepanzert. Stahl und Schusssicheres Glas wurden hier verbaut und bilden zusammen einen massiven Schutz. Die Türen sind dadurch so schwer, dass diese nur noch elektrisch unterstützt zu öffnen und zu schließen sind. Ebenso befinden sich unten an den Fahrzeugen fingerdicke Panzerstahlplatten, die das Personal im Fall der Fälle schützen sollen.

Unsichtbare Gefahren im Boden

Schutz vor Blindgängern, nicht explodierter Munition, die sich noch im Boden des Truppenübungsplatzes in der Drögeheide befinden könnte. Selbstverständlich werden jene durch die Geländebetreuung befahrenen Teile des Truppenübungsplatz vor den durchzuführenden Arbeiten von den Feuerwerkern geräumt und freigegeben. Dennoch bleibt stets ein Restrisiko. „Hundertprozentig sicher ist nur, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt“, konstatiert Hauptmann Carsten Rupp, der Kommandant des Truppenübungsplatzes und fährt fort, „wir alle wissen um die Gefahren und was auf diesen Plätzen passieren kann!“

Gepanzerte Unterseite eines Traktors

Dicke Panzerstahlplatten am Fahrzeugboden schützen die Insassen vor Blindgängern

Bundeswehr/Marius Vu

Gefahren, vor denen die neuen, gepanzerten Traktoren effektiv schützen sollen und können. Die Panzerung entspricht der sogenannten Schutzklasse VPAM 7, und bietet somit umfangreichen Beschuss- und Splitterschutz für die Insassen.

Bausteine des Schutzes

Männliche Person präsentiert weiteren Person einen grünen Traktor auf einer Wiese

Der Leiter des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow Steffen Hennig präsentiert die neuen Maschinen stolz seiner Belegschaft

Bundeswehr/Marius Vu

Die nun übergebenen Fahrzeuge sind keine Stangenware. Wohl wissend um das Gefahrenpotential von munitionsbelasteten Böden wurde auf Betreiben des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow bereits im Frühjahr 2018 eine Ideenfindung initiiert, um die Grenzen des praktisch Machbaren auszuloten. In Zusammenarbeit mit Rebo Landmaschinen, dem Hersteller John Deere und Rheinmetall entstanden die bislang einzigartigen Sonderschutzfahrzeuge, denen weitere folgen sollen. „Diese Maschinen sind Bausteine für den bestmöglichen Schutz und die Sicherheit der Kolleginnen und Kolleginnen“, fasst es Regierungsoberamtsrat Steffen Hennig zusammen, der Leiter des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow.
 
Das Gewicht der Sonderschutzfahrzeuge ist auf Grund der Panzerung um etwa 1 Tonne höher gegenüber handelsüblichen Serienfahrzeugen, denen die Traktoren ansonsten jedoch entsprechen. „Für uns bedeutet die dadurch natürlich geringere Nutzlast keinerlei Einschränkung im Betrieb“, erklärt Arne Gollnick, Leiter der Geländebetreuung, sichtlich stolz über die beiden Neuzugänge. Neben einem bärenstarken 6,8 Liter 6 Zylindermotor mit bis zu 300 PS Maximalleistung repräsentieren die Fahrzeuge den technisch neuesten Stand, und warten im Segment forstwirtschaftlicher Maschinen mit Vollausstattung auf: Forstbereifung, Astabweiser, Rückfahreinrichtung und individualisierbare Bedienelektronik gehören zum Beispiel dazu.

Sonderfahrzeuge wie Traktor oder Bagger in einer Remise

Unterschiedlichste Sonderfahrzeuge umfasst der Fuhrpark der Geländebetreuung in Torgelow

Bundeswehr/Marius Vu

Insgesamt circa 30 teils hochspezialisierte Maschinen umfasst aktuell der Fuhrpark des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow. Teils beeindruckende Fahrzeuge, wie verschiedene Bagger, Radlader und sogar eine massige Planierraupe gehören bereits dazu. Die geschützten Schlepper sind nun die neueste, nicht minder beeindruckende Attraktion in der Heide.

von Marius Vu  E-Mail schreiben
Ein zehnstöckiges Gebäude auf Stelzen mit einer Fassade aus Sandstein.

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