Aktuelles
Aktuelles aus dem Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) der Bundeswehr.
Auf den Grünflächen der Hardthöhe macht das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) mit dem Aufbau eines Insektenhotels und der Entstehung einer Langgraswiese auf das Insektensterben aufmerksam. Initiiert wurde das Insektenschutzprogramm „Die Hardthöhe blüht und summt„ durch die Erste Vizepräsidentin des BAIUDBw, Hedwig Hoffmann, die gemeinsam mit ihren Experten der Abteilung Gesetzliche Schutzaufgaben (GS) und den Bundeswehr-Dienstleistungszentren (BwDLZ) Mayen und Köln am 17. August 2020 das Insektenhotel einweihte.
Insektenhotel auf der neuen Langgraswiese des BAIUDBw
Bundeswehr/Anja Viering-KampInsekten erbringen eine wichtige Leistung in unserem Ökosystem. Doch die Insektenwelt wird durch Monokulturen, Insektizide und Versiegelung der Böden gefährdet. Referentin und Biologin in der Abteilung GS, Oberregierungsrätin Esther Koch, erklärt: „Vielfalt und Häufigkeit der Insekten gehen zurück und die Arten schwinden.“ In unserer Umwelt finden wiederum immer weniger Tiere Nahrung und Lebensraum. Mit einem Aktivprogramm möchte das BAIUDBw neuen Lebensraum für Insekten schaffen und ein klares Zeichen für den Insektenschutz setzen.
Die Schaffung neuer Lebensräume für Insekten ist ein besonderes Anliegen der Ersten Vizepräsidentin des BAIUDBw, Hedwig Hoffmann. Experten der Fachabteilung GS entwickelten das Projekt „Die Hardthöhe blüht und summt“, um die Rasenflächen des Amtes naturnäher und insektenfreundlicher zu gestalten. Am 17. August 2020 errichtete Garvin Weber, Ökologe beim BwDLZ Mayen, gemeinsam mit Frank Tentler, Meister im Geländebetreuungsdienst des BwDLZ Köln, auf einer nunmehr natürlich herangewachsenen Langgraswiese ein Insektenhotel. Hoffmann weihte das Hotel gebührend mit den Fachkräften ein. Hierzu waren unter anderem auch der Abteilungsleiter GS, Direktor BAIUDBw Peter Hauck, der Gruppenleiter GS II, Direktor BAIUDBw Erhard Spath, und die zuständige Projektbeauftragte Regierungsoberamtsrätin Uta Felgenhauer, anwesend.
Vizepräsidentin erhält eine Miniaturversion der Niststätte vom BwDLZ Mayen
Bundeswehr/Anja Viering-KampHoffmann dankte ihrer Fachabteilung sowie den Hauptakteuren des Tages, von den BwDLZ Mayen und Köln. „Nach über 60 Jahren Kurzrasen schaffen wir auf unseren Grünflächen einen natürlichen Lebensraum. Wir werden zukünftig weitere Areale für eine naturnähere Gestaltung finden.“, lässt Hoffmann verlauten und erhält von Weber feierlich eine Miniatur des Insektenhotels. Es ist vom BwDLZ Mayen angefertigt und wird seinen Standort auf der Hardthöhe finden, worüber sich Hoffmann ganz besonders freut. Denn ihre Herzensangelegenheit, die Grünflächen des Amtes insektenfreundlicher zu gestalten, nimmt damit weiteren Fortschritt.
Unter den Platanenbäumen der Wiese steht nunmehr ein Insektenhotel. Es ragt türgroß über die Wiese und schafft Nist- und Brutmöglichkeiten für Insekten. Eine Schautafel erklärt dem Besucher seinen Zweck. Biologin Koch freut sich auf den neuen Lebensraum: „Wir sind sehr gespannt, welche fliegenden Insekten sich im Frühjahr einnisten werden.“
Ökologe Weber beim Befüllen des Insektenhotels
Bundeswehr/Anja Viering-KampUnd Weber erklärte: „Wir haben beim Aufbau des Insektenhotels die Windrichtung beachten müssen, denn die Insekten müssen von der Frischluftschneise, die über die Hardthöhe hineinweht, geschützt sein. Insekten mögen es ferner warm, daher ist das Hotel zur Sonnenseite ausgerichtet.“ In einem regen Vortrag erklärte Weber die Art der Füllungen des Hotels und die Bohrungen in den Hölzern, die den Insekten als Rückzugsmöglichkeiten dienen. Ein Drahtgeflecht um die Niststätten bietet Schutz gegen natürliche Fressfeinde. „Dank eines kleinen Schaukastens kann man im kommenden Jahr einen Blick in ein paar Brutröhren werfen und genau sehen, wie sich die Tiere vom Ei zur Larve und zum ausgewachsenen Insekt entwickeln„, so Weber.
Um das Nahrungsangebot für die Insekten zu verbessern, setzt das Aktivprojekt auf die Rückgewinnung der natürlichen Vegetation. Die bis dahin kurzrasigen Flächen wurden erstmalig in diesem Jahr durch verlängerte Mähintervalle in Langgraswiesen umgewandelt.
Eine Wespe untersucht neugierig das neue Insektenhotel
Bundeswehr/Anja Viering-Kamp„Die Hardthöhe bietet ein großes Potential für eine naturnähere Gestaltung“, erläutert die Projektbeauftragte und examinierte Landschaftsplanerin Uta Felgenhauer. „Wir haben uns für die Verwilderung der Grünflächen zwischen dem Haus 207 und der Nordwache entschieden. Die Flächen werden nur noch zwei Mal im Jahr gemäht. Auf Insektizide wird bereits seit Jahren verzichtet. Das verbesserte Nahrungsangebot zum Beispiel an Schafgarbe und Wilde Möhre hat bisher sichtbar und hörbar zu einem erhöhten Insektenvorkommen geführt.“
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