Architekt bei der Bundeswehr

Person und Aufgabe haben sich gefunden

Person und Aufgabe haben sich gefunden

Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
4 MIN

Harald B. arbeitet seit nunmehr elf Jahren bei der Bundeswehr – ungeplant, aber äußerst zufrieden und erfolgreich. Der 53-jährige ist für die technischen Aspekte des Projekts G-CAPGerman Armed Forces - Contractor Augmentation Program verantwortlich, mit dem sehr rasch der Bedarf der Streitkräfte an Infrastruktur im Einsatz gedeckt wird.

Porträtbild männliche Person vor Außenwand eines Gebäudes mit Lamellenoberfläche.

Harald B., der „technische Kopf“ hinter dem Programm G-CAPGerman Armed Forces - Contractor Augmentation Program der Bundeswehr.

Bundeswehr/Anja Viering-Kamp

„Ich gehe lieber neue Wege, statt der alten, ausgetretenen“, sagt B., als er über seinen Werdegang und sein aktuelles Projekt im Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr) spricht. Das war offenbar schon immer so. Der gebürtige Schweriner entscheidet sich nach dem Abitur für ein Architekturstudium in Dessau, Sachsen-Anhalt, und arbeitet anschließend mehrere Jahre in einem Ingenieurbüro, zunächst an einfachen Bauleitungsaufgaben, später an komplexen Ausführungsplanungen. Viel praktische Erfahrung kann er dabei sammeln und von einer guten Lehrzeit profitieren. Irgendwann jedoch kommt der Punkt, „an dem ich mich für einen Weg entscheiden musste: Will ich Spezialist oder Generalist sein? Ich habe mich für die generalistische Seite entschieden.“

Wissen kann man nie genug

Er ergänzt sein Architekturstudium mit einem Studium des Technischen und Kaufmännischen Facility Managements und kennt sich daher mit allem, was mit Haustechnik zu tun hat, bestens aus. Doch auch zwei verschiedene Abschlüsse sind ihm noch nicht generalistisch genug: berufsbegleitend folgen ein Studium des Bauprojektmanagements sowie der Umweltwissenschaften, sodass er insgesamt über eine mehr als breite Wissensbasis verfügt.

Der Weg zur Bundeswehr

Als B. Entschluss, sich nicht weiter auf das Aufgabengebiet des Ingenieurbüros zu spezialisieren, gefasst ist, kommt 2011 die Stellenausschreibung der Bundeswehr genau zur rechten Zeit. Das Vorgängeramt des BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, das Bundesamt für Wehrverwaltung in Bonn, sucht zu diesem Zeitpunkt Ingenieure und Architekten für Baubüros in den Einsatzgebieten und B. will „nochmal raus“, nachdem ihm die Auslandserfahrung, die er während seines Erststudiums in Nantes, Frankreich, sammeln konnte, sehr gut gefallen hat. Er bewirbt sich und es folgt die Einstellung in die Bundeswehr als Arbeitnehmer.

Männliche Person in zivil studiert Arbeitsunterlagen auf einem Schreibtisch

Dass sein Büro bei der Bundeswehr für so eine lange Zeit seine dienstliche Heimat werden würde, hätte B. bei seinem Eintritt damals nicht vermutet.

Bundeswehr/Anja Viering-Kamp

Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet, das passt ihm gut: „Erstmal zwei Jahre für die Bundeswehr im Ausland arbeiten, das ist doch eine interessante Sache, bevor du dann schaust, welchen nächsten beruflichen Schritt du gehen willst“, so sein Gedanke. Langfristig bei der Bundeswehr tätig zu sein, hat er zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant.

Eine kleine Lebensentscheidung

Doch die Tätigkeit im Baubüro in Afghanistan gefällt ihm gut, und er nimmt sie so erfolgreich wahr, dass er schon bald gefragt wird, ob er sich nicht vorstellen könne, diese auch in leitender Funktion auszuüben, was er bejaht. Nach einiger Zeit ist eine weitere Stelle ausgeschrieben – seine jetzige –, und er wird wiederum gefragt, ob er denn nicht auch langfristig bleiben könne. „Dann geht man erstmal so eine Woche in sich, denn eine kleine Lebensentscheidung ist das schon – und eine Option, mit der ich nicht gerechnet hatte“, überlegt er. Dann steht für ihn fest: „Superspannende Aufgabe, da wird dir nicht langweilig werden!“

Neue Fußstapfen setzen

Eine Papierrolle mit dem Namen des Programms G-CAP liegt auf einer Schreibtischunterlage.

Mammutprogramm G-CAPGerman Armed Forces - Contractor Augmentation Program – eine reizvolle Herausforderung für den Generalisten Harald B.

Bundeswehr/Anja Viering-Kamp

Fachlich stellt die neue Tätigkeit für ihn nicht nur einen Wechsel von der bauplanenden auf die Bauherrenseite dar, vielmehr ist sie insgesamt ein völlig neues Terrain: Er soll die technische Seite für das Projekt G-CAPGerman Armed Forces - Contractor Augmentation Program (German Armed Forces - Contractor Augmentation Program) leiten, mit dem die Möglichkeit etabliert werden soll, Einsatzinfrastruktur aus einem Rahmenvertrag mit einem privaten Unternehmen mit deutlich kürzeren Planungs- und Umsetzungszeiten abzurufen. Dass die Bundeswehr den Aufbau, Betrieb und gegebenenfalls auch den Abbau eines gesamten Camps in einem Einsatzgebiet aus einem Rahmenvertrag fordern kann, hat es bis dato nicht gegeben, und das soll B. nun ändern. Neue Wege zu gehen, neue Fußstapfen zu setzen, das reizt ihn weiterhin: „Ich mag Aufgaben, die nicht alltäglich sind, und das ist hier gegeben!“

Hier ist der Generalist gefragt

Vier männliche Personen, zwei davon in Uniform, studieren Dokumente auf einem Tisch, im Hintergrund eine Beamerprojektion

In seinem Job kommt B. viel herum. Hier führt er ihn nach Litauen zur Endabnahme des Camps Pabrade.

Bundeswehr/Ralf Natus

Seit 2015 ist das Thema G-CAPGerman Armed Forces - Contractor Augmentation Program untrennbar mit Harald B. verbunden. Wer einem solchen Projekt als „technischer Kopf“ voransteht, muss einiges wissen und können: Bei Einsatzinfrastruktur geht es bei Weitem nicht nur um das Errichten von Gebäuden. Die Herstellung einer Wasseraufbereitungsanlage zu veranlassen, gehört genauso zum Aufgabengebiet wie das Schädlingsmonitoring, und auch mit Themen wie elektrischer Schirmung muss B. sich auseinandersetzen. Vieles bringt er durch seine Entscheidung für den generalistischen Weg mit – „Mensch und Aufgabe passen hier einfach zueinander“, wie er selbst sagt. Doch in manche Themen muss auch er sich einlesen, wie die Fachbücher, mit denen er tagtäglich arbeitet, beweisen. Das ist allerdings ganz in seinem Sinne: Wie erhofft wurde es B., der mittlerweile Beamter im Amt eines Technischen Regierungsdirektors ist, bei der Bundeswehr bisher noch an keinem Tage langweilig.

von Svenja Schimke  E-Mail schreiben
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