Letzte Einsatzprüfung bestanden – A400M kann Jets betanken
Flugzeuge- Datum:
- Ort:
- Spanien
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- 2 MIN
Im spanischen Zaragoza hat der deutsche A400M bewiesen, dass er als fliegende Tankstelle eingesetzt werden kann. Die Tests des Lufttransportgeschwaders 62 zusammen mit den EF-18 Jets der spanischen Luftstreitkräfte verliefen alle erfolgreich.
In Spanien herrschten ideale Wetterbedingungen für den A400M, um die EF-18 Jets zu betanken.
Bundeswehr/Stefan DabelInternationale Kooperationen sind für das Lufttransportgeschwader (LTGLufttransportgeschwader) 62 nichts Neues. Es bestehen enge Beziehungen zu den französischen und britischen Airbus A400M-Verbänden. Im Bereich der Luftbetankung wurde nun jedoch ein neues Kapitel aufgeschlagen. Denn die Truppenversuchsgruppe des LTGLufttransportgeschwader 62 führte gemeinsam mit den spanischen Luftstreitkräften Luftbetankungen durch. Hierbei wurde die Einsatztauglichkeit des deutschen A400M erfolgreich überprüft und nachgewiesen.
Dieser Übung ging ein mehrwöchiger Planungsprozess voraus, tatkräftig unterstützt vom deutschen Militärattaché. Die Zusage der Spanier, das deutsche Vorhaben mit EF-18 Jets zu unterstützen, machte die nationenübergreifende Übung möglich.
Nach etwa zweieinhalb Stunden Flugzeit von Wunstorf nach Zaragoza wurde die Besatzung von den spanischen Kameraden freundlich begrüßt. Ein kurzes Briefing, die letzten Checks, und der deutsche A400M war bereit für die Einsatzprüfung. Der nächste Tag bot ideale Wetterbedingungen über der iberischen Halbinsel und im für die Tankvorgänge reservierten Luftraum. Im deutschen A400M herrschte konzentrierte Hochspannung. Die Besatzung führte alle Checks durch, rollte die Betankungsschläuche ab, passte die Beleuchtung an und überprüfte die Funktionsfähigkeit der Betankungssysteme.
Traumhafte Kulisse und optimale Bedingungen für die Übungsflüge.
Bundeswehr/Stefan Dabel
Auch für die Jet-Piloten ist die Annäherung an den A400M eine Herausforderung. Deshalb ist Training so wichtig.
Bundeswehr/Stefan DabelDanach näherte sich die erste Formation aus drei EF-18 Jets dem deutschen A400M. Nach Sichtkontakt koordinierte die Besatzung des A400M das Betanken. Hierbei führt die Crew die einzelnen Jets an die jeweiligen Außenstationen und gibt die Freigabe zum Betanken. Spezielle Lackierungen an der Flügelunterseite des A400M dienen den Jetpiloten dabei als Orientierungspunkte. Nach nur zehn Minuten war der Tankvorgang schon beendet.
An der Flügelunterseite des A400M sind die Orientierungsstreifen für die Piloten zu sehen und an der Spitze des AARAir-to-Air Refuelling-Pods ist der kleine Propeller.
Bundeswehr/Simon OtteAnders als bei normalen Transportflügen hat der A400M an seinen Flügeln jeweils zwei Behälter montiert, sogenannte AARAir-to-Air Refuelling-Pods. AARAir-to-Air Refuelling steht für Air-To-Air Refueling. Mit diesen kann er als fliegende Tankstation genutzt werden. Diese AARAir-to-Air Refuelling-Pods können an jeden A400M angebaut werden, so dass jeder als Tanker eingesetzt werden kann. Die Pods beinhalten den Luftbetankungsschlauch und eine selbständige Stromversorgung. Diese ist unter anderem erforderlich, um einen ausreichenden Treibstoffdruck während des Betankens zu erzeugen. Angetrieben wird der Stromgenerator von einem kleinen Propeller, der an der Spitze montiert ist und sich im Flug mit dreht.
Ein großer Vorteil: Zwei Jets können gleichzeitig betankt werden. Das spart viel Zeit.
Bundeswehr/Stefan DabelWeitere Anflüge von EF-18 Jets folgten, bei denen die Crew auf etwaige Auffälligkeiten achtete und unterschiedliche Fluggeschwindigkeiten testete. Nachdem fast 14 Tonnen Kraftstoff an insgesamt zehn EF-18 abgegeben wurden, war der erste Test erfolgreich beendet und es ging zurück nach Zaragoza. Bei weiteren Tests am Folgetag konnte die Erprobung abgeschlossen werden. Somit hat der deutsche A400M die letzte Einsatzprüfung bestanden: Er ist nachweislich in der Lage, Jets zu betanken.
Der A400M kann nun nachweislich Jets in der Luft betanken.
Bundeswehr/Sefan Dabel