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Luftwaffe
Operationsführung

Airbosse im Joint Force Air Component Headquarters: das taktische Gehirn der Mission

Air Defender

Rot gegen blau – zwei Wochen lang wird bei Air Defender 23 die Verteidigung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiets geübt. Über 70 Luftfahrzeuge sind bei mehreren Composite Air Operations pro Tag gleichzeitig in der Luft. Die Airbosse im Gefechtsstand sorgen dafür, dass Missions- und Trainingsziele erreicht werden und die Flugsicherheit an erster Stelle bleibt.

Zwei Soldaten in Fliegerkombi vor einer Präsentation

Oberstleutnant Christoph T. und ein weiterer Airboss besprechen im JFACJoint Forces Air Component HQHeadquarters bei Air Defender 2023 eine Mission des Tages

Bundeswehr/Marvin Hofmann

Ein frontnaher Flugplatz im Übungsluftraum Ost – hier sollen nur wenige Kilometer nördlich der feindlichen roten Kräfte blaue Truppen anlanden. Das Problem dabei: starke Flugabwehreinheiten auf dem roten Gebiet direkt hinter der Frontlinie bedrohen den Erfolg der Mission. Die rote Seite – sie stellt einen fiktiven Angreifer auf das NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiet dar – hat gleichzeitig den Plan gefasst, den Flugplatz der Blauen, im Übungsszenario die Verteidiger, mit ihren Kampfjets anzugreifen und anschließend einzunehmen.

Dirigenten eines komplexen Szenarios

„Die taktischen Inhalte jeder Mission werden durch den Airboss bestimmt“, erklärt Oberstleutnant Christoph T., während er auf dem Bildschirm im Gefechtsstand, dem Joint Force Air Component Headquarters (JFACJoint Forces Air Component HQHeadquarters), rote und blaue Flugabwehrstellungen betrachtet. „Er legt fest, wie mit den Luftfahrzeugen, die zur Verfügung stehen, das Missionsziel des Kommandeurs erreicht wird.“ Der Airboss ist das taktische Gehirn der Mission. Er gewährleistet, dass in höchst anspruchsvollen Missionen von über 70 Luftfahrzeugen jede Besatzung optimal trainiert wird. „Der Airboss mein direkter Zugriff in jedes Cockpit bei Air Defender 23“, erläutert Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe.

Im Luftraum Ost wird in wenigen Stunden ein komplexer Kampf ausbrechen: Transportflugzeuge und verschiedenste Kampfjets aus den 25 teilnehmenden Nationen treten auf rote und blaue Teams aufgeteilt gegeneinander an. „Wir sorgen mit unserer Planung dafür, dass die Flugsicherheit dabei immer an erster Stelle steht, zum Beispiel durch zeitlich gestaffelte Einflugzeiten in den Luftraum“, erläutert der 57-jährige. Der Stabsoffizier ist bei Air Defender 23 als sogenannter Officer with Primary Responsibility (OPR) gewissermaßen der Boss der Bosse bei der Übung mit über 10.000 Teilnehmern. „Die Crews auf Flugplätzen im Übungsgebiet erhalten von uns Informationen zu ihren Missionszielen und Regeln des Szenarios. Während der Mission koordinieren wir die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten: Geschwadern, Flugabwehr und Einsatzführung.“  

Auswertung, Beurteilung und Lerneffekte

Die blaue Seite war erfolgreich. Nach mehreren Stunden an Luftkämpfen und Angriffen auf die roten Stellungen ist die feindliche Luftabwehr neutralisiert. Blaue Luftüberlegenheit sorgt dafür, dass keine Kampfjets aus dem Süden den Flugplatz mehr bedrohen. Christoph T. erklärt: „Nach jeder Mission wertet der für den Luftraum zuständige Airboss die geflogenen Missionen aus.“ Transparent werden positive und negative Aspekte der jeweiligen Mission mit den Besatzungen besprochen. „Die Komplexen Szenarien bei Air Defender 23 mit bis zu 25 beteiligten Standorten und verschiedenen Geschwadern und Flugzeugtypen aus NATONorth Atlantic Treaty Organization- und Partnernationen sind für alle beteiligten äußerst anspruchsvoll“, fasst Oberstleutnant T. zusammen, „daher trägt diese Übung dazu bei, für jedes Szenario bestmöglich vorbereitet zu sein.“ 
 

 

von Daniel Waite
Ein A400M während der Übung Air Defender
Übung

Air Defender 2023 Deutsch

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