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Blitzschnell entscheiden, Leben retten

Blitzschnell entscheiden, Leben retten

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Oberleutnant Moritz Braake ist Kampfführungs- und Feuerleitoffizier am Waffensystem MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System. Er gehört zur 1. Staffel der Flugabwehrraketengruppe 61 in Todendorf und sein täglicher Arbeitsweg führt ihn direkt an die Ostsee in Schleswig-Holstein.

Moritz Braake steht neben der Sensoreinheit des Waffensystems MANTIS.

Die Sensoreinheit von MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System überwacht den Luftraum. Sie erkennt anfliegende Geschosse bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter

Bundeswehr / Oliver Pieper

„Hier am Wasser steht das Gehirn des Systems, mein Arbeitsplatz – die Bedien- und Feuerleitzentrale. Zusätzlich zu meinen Unteroffizieren werte ich die Luftlage an meinem Bildschirm aus und klassifiziere sie“, erklärt Moritz Braake. Die Reaktion auf eine unmittelbare Bedrohung müsse aufgrund der geringen Vorwarnzeit blitzartig erfolgen. „Ich allein bewerte, ob die Geschütze eingesetzt werden“, schildert Braake seinen Auftrag und die damit verbundene Verantwortung. Auf einen Einsatz mit seinem Waffensystem freut sich der gebürtige Norddeutsche am meisten: „Dort kann ich das, was ich gelernt habe, dann auch tatsächlich anwenden. Im Ernstfall rette ich mit meiner Entscheidung Menschenleben.“

Porträt von Moritz Braake

Moritz Braake ist Kampfführungs- und Feuerleitoffizier am Waffensystem MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System

Bundeswehr

Moritz Braake ist 25 Jahre alt und seit 2010 bei der Bundeswehr. Das Küstenkind wurde in Leer/Ostfriesland geboren und lebt seit 2015 wieder im Norden. An der Universität der Bundeswehr in München hat der heutige Master of Arts Staats- und Sozialwissenschaften studiert. „Das Spannende als Offizier ist die Bandbreite des Aufgabenbereichs. Klar bin ich in erster Linie in der Feuerleitzentrale verantwortlich, aber ich halte auch gern Unterrichte zur politischen Bildung und kümmere mich um die militärgeschichtliche Sammlung hier am Standort. Ich kann darüber hinaus als Fachsportleiter für Konditions- und Fitnesstraining mit meinen Kameradinnen und Kameraden im Dienst trainieren“, schwärmt Braake von der Vielfältigkeit seines Berufs.

Geduld und Teamfähigkeit sind wichtig

MANTIS-Geschütz beim Schuss während einer Übung an der Ostsee.

MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System-Geschütz in Aktion

Bundeswehr / Jana Neumann

Verantwortung zu übernehmen ist für den 25-Jährigen nichts Neues. Als langjähriger Fußballer sei er nun auf die „dunkle Seite“ gewechselt, wie er lachend erzählt. „Seit ich in Kiel wohne, bin ich als Schiedsrichter beim Wiker SV tätig.“ Sport ist für Braake generell eine tolle Freizeitbeschäftigung. Neben dem Fußball hält er sich mit Bodyweightfitness fit. Geistige Fitness ist von ihm zu jeder Zeit gefordert, denn das Waffensystem MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System trägt nicht umsonst den Namen der Gottesanbeterin „Mantis Religiosa“. So wie die Lauerjägerin reagiert auch das Flugabwehrsystem auf eine unmittelbare Bedrohung sehr schnell, nahezu blitzartig. Moritz Braake beschreibt die Eigenschaften, die ein Kampfführungs- und Feuerleitoffizier mitbringen muss, wie folgt: „Es ist unerlässlich, teamfähig zu sein, eine schnelle Auffassungsgabe zu haben und geduldig zu sein. Mit guten Englischkenntnissen und hoher Konzentrationsfähigkeit ist man ebenfalls genau richtig in diesem Beruf.“

Mit dem Zeigefinger drückt ein Soldat auf einen Knopf.

Waffeneinsatz ja oder nein? Diese Entscheidung wird in der Bedien- und Feuerleitzentrale von MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System getroffen

Bundeswehr / Jana Neumann
Moritz Braake vor den Bildschirmen in der Bedien- und Feuerleitzentrale.

An seinem Arbeitsplatz wertet Moritz Braake die Luftlage aus, identifiziert und klassifiziert sie

Bundeswehr / Oliver Pieper