Luftwaffe

Blue Flag: Digitale Meisterleistung in der Negev-Wüste

Blue Flag: Digitale Meisterleistung in der Negev-Wüste

Datum:
Ort:
Israel
Lesedauer:
2 MIN

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Leere Räume ohne jegliche digitale Infrastruktur fanden Oberstleutnant Christoph Scholz und Hauptfeldwebel Hannes Jeddeloh im Mai diesen Jahres in Israel vor. Ein gutes Jahr dauert die Vorbereitung für eine Hochwertübung wie Blue Flag. Ein logistischer und planerischer Kraftakt. Es gilt, eine komplette digitale Infrastruktur zu erschaffen. 

Eine komplette IT-Infrastruktur musste in der Wüste Israels aufgebaut werden

Die ITInformationstechnik-Experten haben in der Negev-Wüste einen unglaublichen Job gemacht

Bundeswehr/Francis Hildemann

In Zeiten der Digitalisierung ist Flugbetrieb ohne eine stabile Netzwerkumgebung nicht mehr möglich.
Oberstleutnant Christoph Scholz führt das Team an, das sich eben genau um diese Netzwerkstruktur für ihre Kameradinnen und Kameraden bei Blue Flag kümmert. 

Die Soldaten hatte nur drei Tage Zeit, um alle Arbeitsplätze anzuschließen

Alle Arbeitsplätze mussten in nur drei Tagen angeschlossen werden

Bundeswehr/Pressestelle Blue Flag

Bereits vor allen anderen Soldaten sind Scholz und seine Leute auf der Uvda-Luftwaffenbasis eingetroffen. „Wir sind seit dem 22. Oktober mit zwölf Soldaten hier vor Ort und hatten anstatt der gewöhnlichen zehn gerade mal vier Tage Zeit, alles aufzubauen und anzuschließen“, berichtet Scholz. Eine frühere Anreise war nicht möglich, da die israelische Seite die Luftwaffenbasis urlaubsbedingt nicht früher eröffnet hat.

Erschwerend kam hinzu, dass die Kommunikation nach Deutschland nicht auf Anhieb funktioniert hat, was an Wartungsarbeiten in Deutschland gelegen hat. „Erst nach gemeinsamer umfangreicher Fehleranalyse konnte das Problem gerade rechtzeitig zu den Vorübungen behoben werden“, erklärt Hauptfeldwebel Hannes Jeddeloh. Es ist schier unglaublich, was das Team S6 – wie die ITInformationstechnik-Spezialisten in der Bundeswehr genannt werden – hier geschafft hat.

Ohne digitale Infrastruktur kein Flugbetrieb

Im Grunde genommen haben sie die digitale Infrastruktur eines Geschwaders in komprimierter Form in kürzester Zeit geschaffen. Ohne funktionierende Computer und Telefone ist eine Übungsteilnahme an einer derart bedeutenden Übung wie Blue Flag nicht denkbar. Allein die Kommunikation innerhalb der deutschen Anteile läuft fast ausschließlich über digitale Datenverbindungen.

Über 30 Telefone, 60 Computer, fast zehn Sever und mehrere Drucker wurden im Vorfeld der Übung installiert. Dafür sind mehrere Kilometer Glasfaser und Kupferkabel verlegt worden. Zudem wurde eine Führungslagezelle mit eigenen Stromaggregaten auf der Basis errichtet, um den fliegenden Besatzungen ihre Flugplanung auf kürzestem Weg zu ermöglichen. Die Anzahl der Arbeitsstunden ist derart hoch, dass sie gar nicht mehr genau beziffert werden kann. Außerdem haben die Männer ein eigenes Funknetzwerk für digitale Handfunkgeräte aufgebaut. 

Die IT-Soldaten bereiteten etwa 60 Computer vor

Rund 60 Computer mussten angeschlossen werden

Bundeswehr/Francis Hildemann

„Für mein Team und mich war ein großes Übungsziel, eine stabile Verbindung ins Heimatnetz ohne Unterstützung Dritter bereitzustellen. Sowas haben wir in der Form noch nie getestet und ich bin sehr stolz auf mein Team, dass wir dieses Ziel auch mit Bravur gemeistert haben“, freut sich Oberstleutnant Christoph Scholz. 

Rund zwei Monate nach der eigentlichen Übung werden die S6-er noch mit der Nachbereitung zu tun haben. Insgesamt war Blue Flag 2019 aus ITInformationstechnik-technischer Sicht das anspruchsvollste Kommando der letzten Jahre.

von Stephan Jeglinski

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