Luftwaffe

Das Hygiene-Team beim Taktischen Schießen 2020

Das Hygiene-Team beim Taktischen Schießen 2020

  • Coronavirus
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Datum:
Ort:
Kreta
Lesedauer:
3 MIN

Als globale Pandemie hat Covid-19 vieles auf den Kopf gestellt. Und so steht auch die Bundeswehr vor einer großen Herausforderung: Der Übungsbetrieb muss zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft weiterlaufen. Um Vorhaben wie das Taktische Schießen auf Kreta umsetzen zu können, ist eine gute Planung und intensive Vorbereitung von Nöten – und ein wenig Kreativität.

Eine Nässeschutzjacke, ein Gefechtshelm, Handschuhe, eine Koppel und eine FFP2-Maske liegen zusammen auf einem Tisch.

Neben Helm und Nässeschutz ist auch die Atemschutzmaske stets mit dabei beim regnerischen Taktischen Schießen 2020

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Hygieneschutz ist eine große Aufgabe

Oberstabsgefreiter Vanessa Stolz hatte sich ihre Teilnahme am diesjährigen Taktischen Schießen auf Kreta sicherlich anders vorgestellt. Normalerweise im Personalbereich im Stab des Flugabwehrraketengeschwaders 1 in Husum eingesetzt, stand sie plötzlich vor einer neuen, herausfordernden Aufgabe: Gemeinsam mit ihrer Kameradin, Hauptgefreiter Peters, sollte sie das Hygiene- und Corona-Schutz-Team vor und während der mehrwöchigen Übung stellen. So war sie plötzlich konfrontiert mit Begriffen wie Hygienekonzept, PCRPolymerase-Ketten-Reaktion-Test und isolierter Unterbringung. „Es war schon eine Umstellung, plötzlich mitverantwortlich zu sein für die Sicherheit von über 350 Kontingentangehörigen der FlaRak und weiteren kleineren Gruppen.“ Bei dieser großen Aufgabe unterstütze sie zum Glück ein dutzende Seiten langes Hygienekonzept, welches extra für die Übung sowie die Vor- und Nachbereitung erstellt wurde. 

Eine Soldatin steht vor einem Fahrzeug und gibt einem anderen Soldaten eine Atemschutzmaske.

Oberstabgefreiter Vanessa Stolz gibt an ihrem „Hygiene-Mobil“ Atemschutzmasken an Soldaten aus

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Testen, testen, testen!

Die Maßnahmen begannen schon weit vor der Übung. Im Verlauf der sich anbahnenden „zweiten Welle“ gab die griechische Regierung Anforderungen für alle Einreisenden heraus – und somit auch für die Bundeswehrangehörigen. Bei Einreise musste ein höchstens 48-Stunden alter negativer PCRPolymerase-Ketten-Reaktion-Test in englischer Übersetzung vorliegen. Somit hieß es für alle Übungsteilnehmenden das örtliche Sanitätsversorgungszentrum aufzusuchen, um sich testen zu lassen. „Um sicherzustellen, dass nicht plötzlich zwei Tage vor Abflug mehrere Soldaten positiv getestet werden, haben sich zusätzlich alle Teilnehmer in eine mindestens einwöchige häusliche Absonderung begeben“ – mit Erfolg, wie Oberstabsgefreiter Stolz rückblickend sagen kann. Mit dem negativen Testergebnis und einem speziellen Corona-Einreiseformular für Griechenland konnte es schließlich nach Kreta losgehen.

An einer Eingangstür hängen drei Hinweisschilder zu den Hygieneregeln im Umgang mit Covid-19.

Genau wie in Deutschland: Abstand halten, Maskenpflicht und natürlich Hände waschen steht auch auf Kreta für alle auf dem Programm

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Auf alle Situationen vorbereitet

Auf Kreta angekommen, ging die Arbeit für Oberstabsgefreiter Stolz und Hauptgefreiter Peters erst so richtig los. „Wir mussten als erstes mit unseren griechischen Kontakten Verbindung aufnehmen, um die Hygiene-Maßnahmen gegenseitig abzugleichen und Absprachen zu treffen.“ Dass Vanessa Stolz griechische Muttersprachlerin ist, hat diese Absprachen sicherlich vereinfacht. In Zusammenarbeit mit dem griechischen und dem deutschen Arzt bei der Übung haben sie außerdem ein Isolationsgebäude eingerichtet, wo eventuell auftretende Verdachtsfälle untergebracht werden können, bis sie hier vor Ort getestet werden und – bei positivem Testergebnis – zurück nach Deutschland geflogen werden. 

Zwei Soldatinnen stehen an einer Tür und bringen ein Hinweisschild zum Umgang mit den Hygieneregeln zu Covid-19 an.

Oberstabsgefreiter Stolz (links) und Hauptgefreiter Peters bringen ein Hinweisschild mit den AHA+L-Regeln an.

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Die Taschen sind vollgepackt

Als der größte Teil der übenden Truppe auf Kreta landete, war das Hygiene-Team schon eine Woche im Einsatz. „Wir konnten im Vorfeld schon das Material empfangen, welches wir per Seetransport nach Kreta geschickt hatten, einen Container voller Hygienematerial“: Hände- und Flächendesinfektion, hunderte Schutzmasken, Reinigungstücher und vieles mehr. Ausgestattet sind sie außerdem mit ihrem „Hygiene-Mobil“, einem Fahrzeug, mit dem sie im gesamten Areal für Nachschub sorgen und mit dem sie ihre Hinweisschilder verteilen, welche überall auf die wichtigsten Regeln hinweisen. „Abstand, Händedesinfektion, Atemmaske und Lüften, wie wir es zuhause auch machen – sichtbar, damit niemand es vergisst“, schmunzelt Stolz, welche ab und zu durch die Übungsbereiche geht, um die Einhaltung der Maßnahmen zu kontrollieren. Oberstabsgefreiter Stolz freut sich: „Die Maßnahmen funktionieren hier auch wirklich gut. Alle halten sich an die Regeln und achten aufeinander, so wie man das unter Kameraden erwartet.“ So kann die Übung weitergehen.

Ein Soldat steht vor einem Desinfektionsspender und desinfiziert sich die Hände.

Im gesamten Übungsbereich stehen den Soldatinnen und Soldaten Desinfektionsspender zur Verfügung

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer
von Maurice Heck