Luftwaffe

Der jüngste Tornado-Prüfer aller Zeiten

Der jüngste Tornado-Prüfer aller Zeiten

  • Ausbildung
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Büchel
Lesedauer:
2 MIN

Mit nur 25 Jahren hat Oberfeldwebel Tim Brose schon viel Verantwortung: Er entscheidet, ob ein Tornado-Kampfjet starten darf oder nicht. Mit seiner bestandenen Lizenzprüfung ist der junge Prüfer eine absolute Ausnahme in der Luftwaffe. Seine Faszination für den Tornado ist Familien-Tradition.

Tim Brose steht unter dem Tornado und leuchtet mit einer Taschenlampe ins Triebwerk.

Endlich Tornado-Prüfer: Tim Brose hat alle Herausforderungen gemeistert

Bundeswehr/Maximilian Euler

Normalerweise sind es die erfahrenen „alten Hasen“, die in den Prüfgruppen der Geschwader sitzen, auch beim Taktischen Luftwaffengeschwader 33 in Büchel. Die Experten bestätigen die Verkehrssicherheit der Luftfahrzeuge. Tim Brose mit seinen 25 Jahren ist jetzt der jüngste Tornado-Prüfer, den es je in der Luftwaffe gegeben hat. Mit seiner frühen Karriere setzt er neue Maßstäbe. Doch das war kein Zufall. „Ich habe mich schon als Kind für Jets und Triebwerke interessiert. Ich wollte unbedingt wissen, wie das alles funktioniert“, sagt der frischgebackene Prüfer. Gute Noten, Vorgesetzte, die ihn förderten, und die Familie motivierten ihn.

Dritte Generation am Tornado

Die Faszination für Kampfjets liegt in der Familie: „Ich hatte das Ziel immer vor Augen. Ich wollte seit jeher Triebwerkprüfer werden, wie mein Vater und mein Großvater.“ Den Anfang machte Siegfried Brose in den 70er-Jahren, als er am F-104 G „Starfighter“ schraubte und den Tornado als Prüfer mit ins Jagdbombergeschwader 33 einführte. Die Blütezeit des Kampfjets erlebte dann Peter Brose, der mittlerweile pensioniert ist. Er ist sehr stolz auf seinen Sohn Tim und freut sich, dass dieser in die Fußstapfen der Familie tritt. 

Tim Brose und sein Vater Peter stehen nebeneinander. Tim hält die Lizenz in der Hand.

Drei Generationen Tornado-Begeisterung auf zwei Fotos: Hier Tim Brose mit seinem Vater Peter nach der Lizenzübergabe

Bundeswehr/Nico Tennhardt
Peter Brose und sein Vater Siegfried stehen nebeneinander auf einem Foto aus den 70er-Jahren.

Und hier Peter Brose als junger Mann in den 70er-Jahren mit seinem Vater Siegfried, Tims Großvater

Familie Brose

Sicherheit steht an erster Stelle

Die Prüfer sind für die Verkehrssicherheit der Tornados zuständig und schauen sich jedes Bauteil des Jets genau an. Wird ein sicherheitsrelevantes Teil ausgetauscht, müssen sie entscheiden, ob der Tornado damit wieder in die Luft darf oder nicht. Sie sind die letzte Kontrollinstanz für Mechaniker und eingebaute Teile. Oberfeldwebel Brose: „Die Sicherheit steht für uns immer an erster Stelle. Wir setzen den letzten Stempel im Bordbuch und tragen damit die Verantwortung für Menschenleben.“

Ausbildung beim Taktischen Luftwaffengeschwader 33

Seine Lehre zum Fluggerätmechaniker in der Ausbildungswerkstatt und die weitere Ausbildung zum Mechaniker auf dem Fliegerhorst Büchel brachten Tim Brose Bestnoten ein. Weitere Zusatzqualifikationen, ein Auslandseinsatz und ein Meisterlehrgang im Fachbereich Triebwerk folgten.

Prüfer werden ausgewählt

Für den in der Technik hoch angesehenen Job als Prüfer kann man sich nicht bewerben. „Prüfer werden von der Prüfgruppe ausgewählt“, erklärt Ausbilder Oberstabsfeldwebel Bernhard S. „Während der Hochwertausbildung werden die Techniker und Technikerinnen auf Lehrgänge in ganz Deutschland geschickt. Am Ende der Ausbildung steht ein sechsmonatiges Praktikum im jeweiligen Fachbereich.“

„Im Praktikum kann man viel von den erfahrenen Kameraden abschauen. Vor allem lernt man, auf eigenen Beinen zu stehen und Entscheidungen zu treffen, die große Auswirkungen haben können. Die Prüfungen zum Schluss gehen über mehrere Tage und verlangen einem alles ab“, sagt Brose, erleichtert nach den bestandenen Prüfungen. Er hat sich seinen Wunsch erfüllt und in seinem Geschwader Geschichte geschrieben.

von Maximilian Euler