Luftwaffe

Ein neuer Auftrag führt in ein Land voller Konflikte

Ein neuer Auftrag führt in ein Land voller Konflikte

  • Einsatzvorbereitung
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Schortens
Lesedauer:
2 MIN

Das “Schweizer Taschenmesser” der Luftwaffe geht nach Mali. Im April 2021 nehmen etwa 100 Soldatinnen und Soldaten vorerst Abschied von ihren Familien und sichern zusammen mit Infanteristen des Heeres den Frieden in Westafrika.

Ein Soldat schaut aus der offenen Tür eines fliegenden Hubschraubers.

Die Vereinten Nationen sorgen mit vereinten Kräften für die Sicherheit in und über Afrika

Bundeswehr/Johannes Müller

Luftwaffensicherer, Pioniere, Brandschützer - die gesamte Breite des Objektschutzregimentes der Luftwaffe wird aktuell auf ihren bevorstehenden Auslandseinsatz vorbereitet. Für etwa 100 Frauen und Männer aus dem Regiment in Schortens heißt es ab April: Dienst in Afrika bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali.

Das Abzeichen des Vereinten Nationen auf dem Ärmel einer Uniform.

Die Bundeswehr ist aktuell mit rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten im Stabilisierungseinsatz in Afrika

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Die United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali (MINUSMA) ist eine Friedensmission der Vereinten Nationen. Die Bundeswehr ist mit Transportflugzeugen, Verbindungsoffizieren und einer verstärkten gemischten Aufklärungskompanie in Mali. Ihr Hauptauftrag ist die Sicherung des Friedens und der Waffenruhe.

Malis Schicksal liegt in der Vergangenheit

Um ein Land zu destabilisieren, braucht es viel Zeit und vor allem viel Gewalt. Bereits im 19.Jahrhundert fielen Malis Würfel. Afrika war seit jeher ein Land ohne feste Grenzen, die es teilten. Vielmehr war es ein Land der Nomaden – eine Tradition die bis heute fest verankert ist und Jahrtausende überdauerte. 

Ein Esel steht vor einfachen Behausungen an einem Fluss in Afrika.

Bereits vor vielen Dekaden wurde Afrika mit seinen Bodenschätzen unter den Großmächten aufgeteilt

Bundeswehr/Christoph Liesmann

Während der Berliner Konferenz 1884 teilten die europäischen Großmächte den “schwarzen Kontinent” und die potenziellen Sklaven, exotischen Handelsgüter und Bodenschätze unter sich auf. Ohne Rücksicht auf ethnische Gruppen wurde auf Afrikas Karte das Lineal angesetzt und Grenzen gezogen.

So ergab es sich, dass das heutige Mali dem Gebiet Französisch-Westafrika zugeteilt wurde. Die Folge dieser Form der Politik ist, dass sich die Bevölkerung Malis heute aus mehr als einem Dutzend verschiedener Gruppen zusammensetzt. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Sprache, sondern auch durch ihren kulturellen Hintergrund – aber sind gezwungen in einem staatlichen Gebiet zu koexistieren.

Ein gepanzertes Fahrzeug fährt durch eine afrikanische Siedlung. Einheimische schauen ihm nach.

Die Kräfte der Vereinten Nationen patrouillieren durch das afrikanische Land – die Sicherung des Waffenruheabkommens immer im Blick

Bundeswehr/Guido Ritter

Seit 2013 für den Frieden – MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

Es folgten Kämpfe zwischen Armut und Korruption. Seine Unabhängigkeit von Frankreich erkämpfte sich Mali 1960. Mit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings zerrissen die seidenen demokratischen Bänder und der historische Konflikt zwischen Nord und Süd um einen eigenständigen Staat namens “Azawad” entbrannte erneut. 

Nach einem Militärputsch im Jahr 2012 bat Mali die ehemalige Kolonialmacht Frankreich um Hilfe. In Folge der Rückeroberung beschlossen die Vereinten Nationen die Friedenssicherungsmission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali. Zusätzlich entschied sich die Europäische Union für die Ausbildungsmission EUTMEuropean Union Training Mission, damit das lokale Militär, die Forces Armées et de Sécurité du Mali (FaMa), das Land nach Abzug der UNUnited Nations-Truppen stabil halten kann.

Soldaten mit blauen Mützen sind auf einer Patrouille. Im Hintergrund grasen Rinder.

Mit rund 12.000 Blauhelmsoldatinnen und Blauhelmsoldaten sind die Vereinten Nationen für die Sicherung des Friedens in Afrika

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Ein Soldat schaut aus einer Dachluke eines gepanzerten Fahrzeugs.

Die Blauhelmsoldatinnen und -soldaten sind nicht ausschließlich auf Patrouillen unterwegs. Ihre Aufgaben erstrecken sich auch auf die Verbindung, Beratung und Beobachtung.

Bundeswehr/Meike Reetz

Der Auftrag des Objektschutzregimentes

Ursprünglich sind die Objektschützer der Luftwaffe dafür ausgebildet einen Flugplatz im Einsatz zu errichten, zu betreiben und zu schützen. In Afrika wartet eine neue Herausforderung auf sie. An der Seite der Gebirgsjäger sind sie in Gao, um die Heeresaufklärer zu begleiten und zu sichern. Ihre infanteristische Grundausbildung befähigt sie ganz grundsätzlich dazu – spezielle Fertigkeiten bekommen sie jetzt in ihrer gemeinsamen Einsatzvorausbildung mit dem Heer vermittelt.

Ein Pilot sitzt im Cockpit hinter dem Steuer und schaut aufs Flugfeld vor ihm.

Die Luftwaffe beteiligt sich seit dem Beginn des Mandats unter anderem mit einem Transportflugzeug an der Mission. Ab dem kommenden April werden rund 100 Objektschützer in Mali ihren Dienst aufnehmen.

Bundeswehr/Jane Schmidt
von Sandra Süßmuth