Luftwaffe

Einsatzführungsdienst beim Taktischen Schießen

Einsatzführungsdienst beim Taktischen Schießen

  • Multinationalität
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Kreta
Lesedauer:
3 MIN

Unauffällig und doch so wichtig, sind sie seit Jahren mit dabei: Die Soldatinnen und Soldaten des Einsatzführungsdienstes. Ohne sie könnte das Taktische Schießen nicht so reibungslos funktionieren, denn sie sorgen für den Überblick und sind elementarer Teil der digitalen Kampfführung zwischen Husum und Kreta.

Eine Flagge mit dem Logo des CRC-Support Elements auf Kreta weht im Sonnenuntergang.

Das CRC-Support Element, dieses Jahr auf Grund der Pandemie stark reduziert, ist seit Jahren beim Taktischen Schießen auf Kreta mit dabei

Bundeswehr/Maurice Heck

Ein eingespieltes Team

„Ohne uns geht kein Schießen, aber ohne alle anderen könnten wir nicht hier sein.„ So fasst es Hauptmann Dietze vom Einsatzführungsdienst passend zusammen. Seit Jahren kommt er mit seiner fest eingespielten Truppe jährlich zum Taktischen Schießen nach Kreta. Jeder kennt seine Aufgabe und weiß, worauf es ankommt. Er ist als Luftlageoffizier mit seinem Team das CRC-Support Element. „CRC“ steht für „Control and Reporting Centre“, es ist eine militärische Luftraumüberwachungszentrale.

In diesem Jahr ist das sonst über 25-köpfige Team aufgrund der Pandemie stark verkleinert worden: „In diesem Jahr müssen wir die Arbeit mit einem neun Mann starken Team schaffen, was nur funktioniert, da jeder seine Fachexpertise miteinbringt und wir gut zusammenarbeiten.“ Die Verkleinerung des Teams hat aber auch Auswirkungen auf die Arbeit: „Dieses Jahr sind wir hier als Air Surveillance Surface to Air Missile Control Modul. Was so kompliziert klingt, bedeutet, dass wir mit verschiedenen Daten ein Luftlagebild, also eine Übersicht über alle Flugobjekte, erstellen und diese identifizieren.“

Mehrere Arbeitscontainer stehen zusammen auf einem Berg des NATO-Schießplatzes auf Kreta.

Das CRC-Support Element auf der NATO Missile Firing Installation NAMFI ist über taktische Datenlinks unter anderem auch mit dem Gefechtsstand in Husum verbunden

Bundeswehr/Dietze

Ein komplexes Szenario für alle greifbar

Nicht nur das Lagebild wird durch das Team von Hauptmann Dietze erstellt, auch die Anbindung aller Beteiligten über einen taktischen Datenlink, genannt Link-16, wird von der „Tactical Datalink Management Cell“ sichergestellt. Warum diese Anbindung so elementar wichtig ist, erklärt Hauptmann Dietze an folgendem Szenario: „Bei der Übung bekommen wir die Positionsdaten der Zieldarstellungs-Drohnen per GPSGlobal Positioning System zugeschickt.“ Dies ist ein Sicherheitsmechanismus, damit beim scharfen Schuss auch ganz sicher die Drohne als das zu bekämpfende Objekt erkannt wird. „Mit einem speziellen Konverter wandeln wir die GPSGlobal Positioning System- in Radardaten um. Zusätzlich bekommen wir Daten aus fünf Radaranlagen, welche rund um den Schießplatz installiert sind.“ Daraus erstellt Hauptmann Dietze das Luftlagebild, welches allen im Link-16-Verbund zur Verfügung steht. Zusätzlich wird auch die übergeordnete Führungsebene abgebildet: Mit Hauptmann Jerusalem, eingesetzt als „SAM-Allocator“, werden die Ziele dem Geschwader zugewiesen und die Bekämpfung kann beginnen. „Auf dieser Grundlage kann dann beispielsweise das SAMOC, der Geschwadergefechtsstand, seine Entscheidungen treffen und Befehle geben.“

Dass die Radargeräte der Patriot-Kampfstaffeln nicht permanent selber Daten sammeln, sondern erst kurz vor dem Schuss, hat taktische Gründe: „Wenn das Patriot-Radar in Betrieb ist, können die Radarstrahlen von feindlichen Flugzeugen aufgeklärt werden.“ Es gibt spezielle Raketen, welche genau diesen Strahlen folgen und direkt in das „Auge des Patriot“ gelenkt werden. „Somit arbeiten wir Hand-in-Hand mit dem Waffensystem und sorgen auch mit für dessen Sicherheit.“ 

Ein Radargerät einer Patriot-Staffel steht aufgebaut auf dem NATO-Schießplatz auf Kreta.

Das Radar einer Patriot-Staffel wird erst kurz vor dem Schuss eingeschaltet, sodass die gesamte Flugabwehr auf das Lagebild des CRC angewiesen ist

Bundeswehr/Dominik Fischer

Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Beim Taktischen Schießen ist die Einsatzführungszelle jedoch nicht nur ins Übungsszenario voll integriert, auch außerhalb der Schießphasen ist eine enge Zusammenarbeit mit den Soldatinnen und Soldaten der Flugabwehrraketenkräfte besonders wichtig. „Ohne die Unterstützung, welche wir von allen Seiten bekommen, könnten wir gar nicht hier sein“, weiß Hauptmann Dietze auch aus seiner Erfahrung aus den vergangenen Jahren. „Von der Verlegezelle, über die ‚Spieße‘ bis hin zu allen anderen, die uns hier besonders in der Corona-Zeit unterstützen, können wir uns auf einen eingespielten Ablauf verlassen.“

von Maurice Heck