Luftwaffe

Ende einer Ära: Rückkehrer-Appell für Heron in Jagel

Ende einer Ära: Rückkehrer-Appell für Heron in Jagel

  • Bundeswehr
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Kropp
Lesedauer:
3 MIN

Die Beendigung des Heron-1-Einsatzes markiert für das Taktische Luftwaffengeschwader 51 “Immelmann“ einen Meilenstein in der Verbandsgeschichte.

Ein Tornado-Kampfjet fliegt über Afghanistan.

Ein Tornado das Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 mit dem alten GAFGerman Air Force Recce Pod über Afghanistan

Bundeswehr/Falk Bärwald

Dank für 14 Jahre Einsatz

Der Kommandeur Fliegende Verbände des Luftwaffentruppenkommandos, Brigadegeneral Peter Klement, dankt den Angehörigen des Heron-1-Kontingentes des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 “Immelmann“ bei einem Rückkehrer-Appell für 14 Jahre Einsatz in Afghanistan.

„Ihnen allen gilt dafür mein Dank und mein ausdrücklicher soldatischer Respekt – für Ihre Einsatzbereitschaft, ihre Kraft und ihre Professionalität.“ Gerne, so der General, hätte er diesen Appell dem Anlass angemessen vor einem großen feierlichen Rahmen abgehalten. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sei dies leider nicht möglich gewesen.

General Klement steht an einem Rednerpult und spricht zu den Soldatinnen und Soldaten.

General Klement dankt den Angehörigen des Verbandes für die geleistete Arbeit in Afghanistan

Bundeswehr/Lars Pötsch
Soldaten sind in einer Flugzeug-Halle angetreten.

Covid-19 bedingt sind nur 20 Soldaten des TaktLwG 51 „I“ beim Apell angetreten

Bundeswehr/Lars Pötsch

Der Einsatz wurde ein Stück weit sicherer

Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ würdigte das Engagement seiner Soldatinnen und Soldaten: „Ihre Mühen und Entbehrungen in den zahlreichen Einsatztagen fern der Heimat und getrennt von ihren Familien und Freunden haben sich gelohnt, denn mit den durch Sie eingebrachten Fähigkeiten wurde der Einsatz in Afghanistan für die Soldatinnen und Soldaten ein Stück weit sicherer.“ 

Ein Soldat steht an einem Rednerpult.

Der Kommodore des Geschwaders dankt in seiner Rede den Angehörigen seines Verbandes und würdigt das Engagement seiner Soldatinnen und Soldaten

Bundeswehr/Lars Pötsch

Persönlicher Rückblick auf 15 Jahre Einsatzerfahrung

Als letzte Redner wendete sich Oberstabsfeldwebel Rainer B. an die Paradeaufstellung. Er war seit 2006 insgesamt elf Mal in Afghanistan im Einsatz und hat dort ca. 650 Tage seines Lebens verbracht. Sowohl der Aufbau des Tornado-Kontingentes 2007, der Wechsel zum Heron 1, als auch der Abflug mit der letzten Crew aus dem Einsatzgebiet am 7. Mai 2021 wurde durch ihn begleitet. Er resümierte seine Erfahrungen: „Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, das Land, das Camp, die Wirkungsstätte für immer zu verlassen, wo ich persönlich dort zwei Jahre meines Lebens verbracht habe. Trotzdem bin ich stolz auf unser aller Leistung, die wir dort gebracht haben und möchte die Zeit mit all den Erfahrungen nicht missen.“

Ein Soldat steht an einem Rednerpult und spricht. Zwei andere Soldaten sind neben ihm angetreten.

Oberstabsfeldwebel Rainer B. nimmt Rückblick auf 15 Jahre Einsatzerfahrung in Afghanistan

Bundeswehr/Lars Pötsch

50.000 Luftbilder und 40.000 Stunden Video

Seit 2007 waren durchgehend Angehörige des Verbandes in Afghanistan im Rahmen der NATO-Missionen ISAFInternational Security Assistance Force (International Security and Assistance Force) und RS (Resolute Support) eingesetzt. Angefangen hat die Einsatzverpflichtung für den Verband mit dem Einsatz der Recce Tornados von 2007 bis 2010. In dieser Zeit wurden in fast 4.600 Flügen über 50.000 Luftbilder erzeugt und durch die Spezialistinnen und Spezialisten der Luftbildstaffel vor Ort ausgewertet. 

Zwei Soldaten sitzen in einem Büro in Afghanistan und werten am Computer Bild von Aufklärungsmissionen aus.

Die Luftbildauswerter haben gemeinsam über 50.000 Bilder der Aufklärungs-Kampfjets ausgewertet

Bundeswehr/Pressestelle ISAF

Der Einsatz wurde mit dem Aufklärungssystem Heron 1 seit 2010 sowohl unter dem ISAFInternational Security Assistance Force-Mandat 
als auch unter dem RS-Mandat ab 2015 bis zum Letztflug des Heron 1 am 27.04.2021 fortgeführt. Dabei wurden über 50.000 Flugstunden erreicht und mehr als 40.000 Stunden Videomaterial produziert, ausgewertet und die Ergebnisse der Operationsführung zur Verfügung gestellt.

Eine Heron-1-Drohne steht in Afghanistan auf dem Flugfeld.

Das Aufklärungssystem Heron 1 steht vor dem Start in Masar-i Scharif

Bundeswehr/Torsten Kraatz
Eine Heron-1-Drohen steht auf dem Flugfeld in Afghanistan.

Mit der Heron 1 wurden in Afghanistan seit 2015 mehr als 4.400 Aufklärungsmissionen geflogen

Bundeswehr/Lars Koch

200.000 Einsatztage durch einen Verband

Allein die Angehörigen der Luftbildstaffel des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 “Immelmann“ haben in den vergangenen 14 Jahren dabei knapp 44.000 Einsatztage in Afghanistan gedient und mit ihren Bildauswertungen einen entscheidenden Anteil für das Lagebild der Operationsführung vor Ort geleistet und zum Schutz der eigenen Kräfte beigetragen.

Über die gesamte Einsatzdauer wurden insgesamt etwa 200.000 Einsatztage durch Soldatinnen und Soldaten aller Bereiche des Verbandes in Afghanistan geleistet. Neben den Luftfahrzeugbesatzungen Tornado und Heron 1, dem Technikpersonal Tornado, den Luftbildauswertern und Technikern, war auch Personal des Flugbetriebes und der Flugberatung, inklusive der Flugverkehrskontrolloffiziere, sowie allen anderen Spezialisten, die in einem Einsatzgebiet benötigt werden, während dieser Zeit im Einsatz.

von Falk Stoetzel