Luftwaffe

Handy-Scan für den A400M

Handy-Scan für den A400M

  • Waffensystemunterstützungszentrum 2
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Wunstorf
Lesedauer:
2 MIN

Drei Vorhaben hat sich das Konstruktionsbüro des Waffensystemunterstützungszentrums 2 vorgenommen. Allesamt dienen funktionalen Verbesserungen am Airbus A400M. 

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Das High-Tech Handwerkszeug, das dem Leiter des Konstruktionsbüro Tobias Gärtner die Vorarbeit dazu wesentlich erleichtern wird, ist ein so genannter Handy-Scanner. Er ist einem wuchtigen Telefonhörer vergleichbar. Aus der jeweils leicht nach innen geneigten oberen und unteren Muschel trifft je einen Kranz aus gleichgerichteten Laserstrahlen in Richtung auf das, auf circa 50 Zentimeter Brennweite, vorjustierte Messfeld. Dabei überschneiden sich die Strahlenkränze in Form blauer Linien. Sie bilden ein gut sichtbares fein bläulich liniertes Gitter und ihre hochfrequenten Reflektionen senden mit jedem Schwenk über das Objekt, ähnlich dem Lackieren mit einer Farbpistole, eine Flut an Daten über eine Kabelverbindung an den angeschlossenen Laptop, mit starkem Prozessor und großkalibrigem Arbeitsspeicher. 

Das verarbeitende Programm rechnet nun aus den sich ergebenden Wolken von Messpunkten eine Vielzahl von Flächen heraus, die es auf dem Bildschirm wieder zu einem räumlich maßstabsgerechten und um beliebige Achsen schwenkbaren Abbild von Gegenständen sowie aus Freiräumen zusammensetzt. Nicht zu scannende Areale können daneben markiert und herausgenommen werden. Schon zur Vorbereitung werden in kurzen Abständen haftende Markierungen - so genannte Targets - gesetzt, sie dienen zur Positionierung und Ausrichtung von 3D-Scans im Koordinatensystem oder zur Orientierung von 3D-Scannern im Raum.  

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Aufnahme der Maske   

Jedes Mitglied der Besatzung – auch im Laderaum – kann bei Bedarf auf eine mit Druckluft selbst anpassende Sauerstoffmaske zurückgreifen. Damit diese nach Gebrauch wieder schonend und funktional zur Folgeentnahme verstaut werden kann, soll eine „Storage-Box“ zur Schulung und Einweisung verwendet werden. Max Behling, technischer Produktdesigner, steht mit dem Handscanner aufnahmebereit davor und führt die ersten Scans aus. 

Konstrukteur Tobias Gärtner sieht sofort die ersten Bilder auf seinem Schirm und dirigiert seinen „Kameramann“. „Jetzt außen links noch einmal nachziehen“, sagt er an und leitet Behling im Anschluss bis in den Innenraum des Fachs in dem sich mit der Datenübermittlung dessen konstruktionsbedingtes Relief ebenfalls auf dem Schirm einstellt. Später, wenn die entstehenden Storage-Boxen eingebaut sind, wird noch eine präzise Einweisung zur perfekten Verstauung der Maske folgen.   


Ausblasungen aus der Avionik

Aus dem Avionik-Bereich kommen zahlreiche Kühlluftströme die außerhalb des Flugzeuges ausgeblasen werden. Dabei kommt es zu keinerlei Schwierigkeiten. Lediglich, wenn die Ausblasung während der Arbeit in der Halle erfolgt, dann sollte die Geräuschentwicklung massiv unterdrückt werden. Das soll nun eine Abdeckung bewerkstelligen, die zahlreiche Ausblasungen unterdrückt. 

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Abdeckung der Täusch- und Tarnmittel

Die Dispenserschächte, die die Täuschkörper zum Selbstschutz des A400M enthalten, sind rund um die Luftfahrzeugzelle verteilt. An vielen Punkten kann bei kalter Witterung Enteisungsmittel in diese Schächte eindringen, was mit maßgelaserten Abdeckungen verhindert werden soll.
 

von Frank Paehr