Luftwaffe

Hilfe über den Wolken – Luftwaffensoldat schreitet ein

Hilfe über den Wolken – Luftwaffensoldat schreitet ein

Datum:
Ort:
Deutschland
Lesedauer:
2 MIN

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Frankfurt nach Dallas. Eine üblicherweise ruhige Flugstrecke (AA71). Doch nicht an diesem kalten Wintertag. Etwa 90 Minuten nach dem Start, circa 400 Kilometer nordwestlich von Irland und in rund 10.000 Metern Höhe, ändert die Boeing 777-200 der American Airlines unerwartet ihren Kurs.

Ein medizinischer Notfall, so der Kapitän. „Circa fünf Minuten danach wurde ich von einer Flugbegleiterin gefragt, ob ich ein Soldat sei und ob ich bei der Lösung der Situation helfen könne“, berichtet Oberleutnant Steffen P. Der Luftwaffenoffizier befand sich auf dem Rückweg von seinem Heimaturlaub, um weiter auf der Sheppard Air Force Base in Texas junge internationale Jetpiloten auf der T38C ausbilden zu können.

Ein Flugzeug der American Airlines steht am Gate und wird abgefertigt.

Ein Langstreckenflugzeug der American Airlines. Es entstand kein bedeutender Schaden an der betroffenen Maschine

Marvin Pflug

Kein medizinischer Notfall, sondern ein Randalierer

Er folgt der Bitte und wird von der Flugbegleiterin in die Situation eingewiesen. Es handelt sich nicht wie angenommen um einen medizinischen Notfall, sondern um einen randalierenden Passagier, der immer wieder an die Cockpittür rennt, laute Selbstgespräche führt, und versucht, die Flugzeugtür zu öffnen. Der Mann ist nach der Beschreibung des Offiziers ein 30- bis 35-jähriger, 1,95 Meter großer Amerikaner.

Zusammen mit einem amerikanischen Soldaten suchen sie nach weiteren Helfern, die der Größe des Mannes entsprechen. Sie wählen vier Fluggäste aus. Die ausgewählten Männer helfen, den Randalierer zu beruhigen um zu verhindern, dass er weiteren Schaden anrichtet.

Situation verschärft sich kurz vor der Landung

Die Maschine erreicht nach etwa 45 Minuten den Ausweichflughafen Shannon in Irland. Noch während die Maschine rollt, telefoniert der Störende und wird daraufhin sehr aggressiv. Nachdem Polizei und Feuerwehr das Flugzeug in Empfang genommen haben, eskaliert die Situation. „Der Mann stand auf und versuchte, einen der Helfer mit dem Kopf auf die Brust zu schlagen“, berichtet der Oberleutnant.

Daraufhin überwältigen er und die weiteren Helfer den Mann und übergeben ihn der Polizei, die ihn verhaftet. Bis auf eine blutende Nase des Randalierers haben die Ereignisse keine weiteren Verletzungen verursacht. Nach Aufnahme der Personalien und der Berichterstattung des Geschehenen kann der Flug ohne weitere Strapazen fortgesetzt werden. 

Eine Weltkarte visualisiert den geplanten und den tatsächlichen Flugweg der Maschine.

Das Flugzeug nahm circa 400 Kilometer nordwestlich von Irland neuen Kurs auf den Ausweichflughafen Shannon. Die gestrichelte Linie zeigt die ursprünglich geplante Flugstrecke

Bundeswehr

Jeder Mensch sollte Courage und Engagement zeigen

Durch das Engagement des Soldaten und der weiteren Helfer wurde Schlimmeres verhindert. Die Situation wurde vorbildlich entschärft. Dem Soldaten wurde eine Förmliche Anerkennung zugesprochen.

„Ich persönlich finde, dass jeder Mensch in einer solchen Situation Courage und Engagement zeigen sollte. Insbesondere als Soldat ist man dazu verpflichtet, stets im Interesse der Öffentlichkeit und des Staates zu handeln, egal ob in oder außer Dienst“, so Steffen P.

von Marvin Pflug und Jörn Trautmann

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