Luftwaffe

Hoch über den Wolken: Ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz

Hoch über den Wolken: Ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz

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Datum:
Ort:
Geilenkirchen
Lesedauer:
2 MIN

10.000 Flugstunden: Für dieses ungewöhnliche Jubiläum erhielt Stabsfeldwebel Jürgen Wieczarkowiecz eine Urkunde vom Kommandeur Zentrum Luftoperationen, Generalleutnant Klaus Habersetzer. Der 54-jährige Stabsfeldwebel ist als Surveillance Operator auf der E-3A AWACSAirborne Early Warning and Control System eingesetzt.

Zwei Soldaten stehen nebeneinander und halten beide die Urkunde in die Kamera.

Der Kommandeur des Zentrum Luftoperationen, Generalleutnant Klaus Habersetzer, überreichte Stabsfeldwebel Wieczarkowiecz die Urkunde zum Flugstundenjubiläum

Bundeswehr/Jessica Hagen

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Jürgen Wieczarkowiecz hat viele Reisen unternommen – Flugreisen vor allem. Es sind so viele, dass mittlerweile 10.000 Flugstunden dabei zusammen gekommen sind. Jürgen Wieczarkowiecz ist Soldat, kommt aus dem Einsatzführungsdienst, und seine 10.000 Flugstunden hat er natürlich nicht auf Urlaubsreisen nach Mallorca, Griechenland oder Sardinien erreicht, sondern vielmehr an seinem Arbeitsplatz. Denn der 54-jährige Stabsfeldwebel ist als Surveillance Operator auf der fliegenden NATO-Frühwarnstation E-3A, besser bekannt als AWACSAirborne Early Warning and Control System, eingesetzt. Die Heimatbasis der Boing-707-Luftfahrzeuge mit dem markanten Radom auf dem Rumpf ist das niederrheinische Geilenkirchen. Von ihrer Heimatbasis, unweit der niederländischen Grenze, operieren die Maschinen mit Besatzungen und Controllern aus 16 NATO-Mitgliedsstaaten nahezu weltweit.

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Fliegendes Radar: Eine E-3A aus Geilenkirchen auf dem Fliegerhorst Wunstorf beim Lufttransportgeschwader 62

Bundeswehr/Falk Bärwald

Stabsfeldwebel Wieczarkowiecz kam 1988 nach Geilenkirchen. Für ihn in doppelter Hinsicht ein Glücksfall, denn auf dem NATO-Stützpunkt hat er nicht nur seine Traumverwendung gefunden, sondern vielmehr liegt diese für den aus Aachen stammenden Soldat auch noch fast vor der Haustüre. Nach einer zweijährigen Zusatzausbildung befindet sich der Arbeitsplatz des 54-Jährigen nun hoch über den Wolken. Unzählige Einsätze und Übungen haben dem Stabsfeldwebel nicht nur die 10.000 Flugstunden eingebracht, sondern auch an weit entlegene Orte geführt. 

Soldaten sitzen an Arbeitspositionen innerhalb des Aufklärungsflugzeuges.

Arbeitsplatz hoch über den Wolken: Blick in den Operationsraum einer E-3A

Bundeswehr/Tom Twardy

IFORImplementation Force, SFORStabilisation Force und KFORKosovo Force, ISAFInternational Security Assistance Force, Resolute Support und Counter Daesh – kaum ein Einsatz der Bundeswehr, an dem Wieczarkowiecz nicht mit der NATO-E-3A-Flotte beteiligt war. Das persönliche Highlight für Stabsfeldwebel Wieczarkowiecz war jedoch die Beteiligung an Eagle Assist. Nach den Anschlägen am 11. September 2001 haben die Vereinigten Staaten die NATO um Unterstützung durch das fliegende Frühwarnsystem gebeten. „Die Dankbarkeit der amerikanischen Bevölkerung gegenüber uns Soldaten war unglaublich“, erinnert sich Wieczarkowiecz trotz der dramatischen Lage vor Ort gerne an diesen Einsatz zurück. 

Wie viele Einsätze noch dazu kommen, weiß der Portepee-Unteroffizier noch nicht. Sicher ist jedoch, dass er noch einige Flugstunden auf der fliegenden Radarstation verbringen wird. Denn seine Dienstzeit hat der Flugstundenjubilar unlängst erst um zwei Jahre verlängert.

von Klaus Sattler