Luftwaffe

Jazz meets Hightech

Jazz meets Hightech

  • Lufttransportgeschwader 62
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Wunstorf
Lesedauer:
3 MIN

Musikvideodreh in Wunstorf. Das Luftwaffentransportgeschwader 62 stelltedem Fach Populäre Musik (Leitung Prof. Johann Weiß) der Hochschule für Musik Würzburg einen A400M zur Verfügung.

Drei Männer im schwarzen Anzug vor dem geöffneten Laderaum einer A400M. In der Maschine sieht man einige Instrumente.

Die Jazzband „pure desmond“ auf dem Weg zu ihrem Dreh in einer A400M des Lufttransportgeschwaders 62

Bundeswehr/Martin Buschhorn

Abenddämmerung in Wunstorf. Über die A400M-Flotte des Luftwaffentransportgeschwaders 62 legt sich langsam die Dunkelheit. An einem der Flugzeuge ist die Laderampe geöffnet. Helles Licht scheint heraus. Vier Männer im Jackett marschieren darauf zu und gehen hinein. Die Klappe schließt sich. Der Titelsong des neuen James Bond-Films „No Time to Die“ ist zu hören. „Cut!“

Dies ist keine Szene aus dem neuen Kinofilm mit Daniel Craig, sondern der Beginn eines Musikvideos. Es wurde kürzlich auf dem Fliegerhorst Wunstorf gedreht.

Projekt 007

Der Dreh in Wunstorf ist nur ein Teil, eines größeren Video-Audio-Projektes, zum Thema James Bond. Die Musikvideos kombinieren dabei eine Vielzahl wichtiger Einzelfaktoren, die perfekt aufeinander abgestimmt werden müssen. Sei es Bild, Ton, Licht und natürlich auch die Musik.
 

20200615_Jazzband pure desmond in A400M_Martin Buschhorn (66)

Immer im Hintergrund, aber auf sein Gehör kommt es an. Der Tontechniker gibt kleinste Hinweise weiter, z.B. wenn ein Instrument nachgestimmt werden muss

Bundeswehr/Martin Buschhorn

Bond und Flugzeug - das gehört zusammen

In dem noch laufenden Projekt spieltrenommierte Jazz-Quartett „Pure Desmond“ mit Prof. Johann Weiß an der Gitarre ausgewählte Songs vor passender Kulisse. Bevor in Wunstorf gedreht wurde, spielte die Band in einem dunklen Schiffsrumpf. Danach hatten sie die Idee, dass die Band im Frachtraum einer großen Transportmaschine der Bundeswehr in Szene gesetzt werden könnte. Ob nun Sean Connery, Pierce Brosnan oder zuletzt Daniel Craig - alle hatten als James Bond spannende Szenen mit Flugzeugen. Hier kam dann das modernste Transportflugzeug Europas, der Airbus A400M, ins Spiel. 

Der perfekte Drehort

Den Kontakt zur Luftwaffe knüpfte Professor Johann Weiß.Im Rahmen seines Unterrichts im Fach Musikproduktion kam die Idee für eine LIve-Aufnahme in einem Flugzeugfrachtraum auf. Bereits im Vorfeld hatten sich die Studierenden über den Fliegerhorst und das Flugzeug informiert und die Live-Aufnahme geplant. Als sie dann am Set ankamen, waren sie begeistert. So groß, so modern und für den Dreh so passend. So hatten sie sich den Fliegerhorst und die A400M-Flotte nicht vorgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch unklar, wo genau gedreht wird. Inner- oder außerhalb der Maschine. Allerdings schon nach dem ersten Einsteigen in das Flugzeug stand es fest. Der Laderaum eines A400M ist perfekt.

Eine Jazzband spielt bei schummerigem Licht im Laderaum des A400M.

Der mit dunkler Beleuchtung in Szene gesetzte Laderaum des A400M gibt die gewünschte düstere Stimmung aus den Bond-Filmen wieder

Bundedswehr/Melanie Dittmann
Saxophon und Kontrabass werden von zwei Männern gespielt.

Das Saxophon in für eine Jazzband wie der Gesang beim Pop oder Rock. Es macht die Musik noch lebendiger.

Bundeswehr/Martin Buschhorn

Gute Akustik für Livemusik

Danach ging die Arbeit der Studenten los. Stromkabel verlegen, Beleuchtung und Mikrofone ausrichten und die sechs Kameras aufeinander abstimmen. Nach zwei Stunden konnte es dann losgehen. Insgesamt wurden vier Songs aufgenommen. Die besondere Herausforderung – Bild und Ton sollten bei dem Projekt nicht zusammengeschnitten werden. Daher wurden mehrere Aufnahmen pro Song gemacht. Das ging solange bis alles nahezu perfekt war. Dabei wurde klar, die Akustik im Laderaum ist für Livemusik wegen der vorhandenen Dämmung sehr gut geeignet. Um kurz nach 22.00 Uhr war dann auch die letzte Szene abgedreht.

Veröffentlichung auf Youtube

Ein langer Tag ging für alle Beteiligten zu Ende. Nachdem Abbau wurde um kurz nach 23.00 Uhr die Rückreise angetreten. Für die  Studierenden und die Künstler war es „ein Tag mit Erinnerungen und Erfahrungen fürs Leben“. Auf das Ergebnis muss jetzt auch nicht mehr lange gewartet werden. Ab Anfang Juli wird jeweils zum Monatsbeginn ein Video auf dem Youtube-Kanal der Band veröffentlicht werden. 

Der Videodreh mit einer Jazzband in einem A400M.
von Martin Buschhorn