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Notaufnahme statt Eurofighter-Werkstatt: Neuburger Soldaten helfen in Kliniken

Notaufnahme statt Eurofighter-Werkstatt: Neuburger Soldaten helfen in Kliniken

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Datum:
Ort:
Augsburg
Lesedauer:
2 MIN

Sonst schrauben sie an Eurofightern oder arbeiten in der Aus- und Weiterbildung, doch seit Mitte November unterstützen 18 Soldatinnen und Soldaten vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 das Universitätsklinikum Augsburg. Dort helfen sie bei der Eingangskontrolle, auf den Krankenstationen und in der Notaufnahme. Weitere zehn sind seit Dezember in der Klinik Bogenhausen in München eingesetzt. Dank dafür kommt auch aus der Politik.

Gruppenbild mit Abstand und Maske im Universitätsklinikum: In der Mitte steht Landtagsabgeordneter Johannes Hintersberger.

Der Landtagsabgeordnete Johannes Hintersberger dankt den Angehörigen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 im Universitätsklinikum Augsburg für ihre Hilfe. Links im Bild Hauptfeldwebel Patrik Scheibe, rechts Leutnant Sandra Lieder.

Klinikum Augsburg

„Wir sind sehr dankbar, dass uns neben der umfassenden Unterstützung durch den Freistaat Bayern nun auch die Bundeswehr in dieser schwierigen Pandemie-Situation unterstützt“, sagt Prof. Dr. Michael Beyer, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Auch in der ITInformationstechnik-Abteilung ist die Hilfe willkommen. „Das ist ebenfalls ein enorm wichtiger Bereich für das Klinikum, da die Medizin im Laufe der letzten Jahre zunehmend digitalisiert wurde“, so Beyer.

Das Corona-Infektionsgeschehen in und um Augsburg und damit das Patientenaufkommen am Universitätsklinikum Augsburg ist weiterhin sehr kritisch. Hinzu kommt, dass zunehmend auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses nach positiver Testung oder als Kontaktpersonen ersten Grades nicht für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Deshalb hatte der Vorstand des Klinikums einen Antrag auf Amtshilfe durch die Bundeswehr gestellt, der kurzfristig genehmigt wurde.

Dank für das Engagement

Der Landtagsabgeordnete Johannes Hintersberger besuchte die Soldatinnen und Soldaten am Universitätsklinikum, um sich bei ihnen für ihr Engagement zu bedanken. „Dieser Einsatz zeigt deutlich, dass die Bundeswehr ein integraler Bestandteil der Gesellschaft ist“, so Hintersberger.

Zwei der abgeordnet Angehörigen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 sind Leutnant Sandra Lieder und Hauptfeldwebel Patrik Scheibe. Lieder ist im Geschwader mit der Leitung der Abteilung Zivile Aus- und Weiterbildung mit fast 100 Auszubildenden betraut und Scheibe gehört zum Technischen Personal. Er arbeitet normalerweise in der Eurofighter–Instandsetzung. Im Augsburger Klinikum ist der 30-jährige Soldat auf der Station „Infektion“ eingesetzt. Seine Aufgaben reichen vom Bringen der Mahlzeiten bis zur Unterstützung der Ärzte bei Untersuchungen. „Das Personal hat mich herzlich aufgenommen“, sagt Scheibe. Er ist begeistert von dem „unermüdlichen Engagement, dass das Personal hier täglich zeigt.“ Pflegedirektorin Susanne Arnold zollte den Soldaten Respekt. „Besonders Engagement und Durchhaltevermögen der Bundeswehrangehörigen überzeugen uns.“

Bereits im Frühjahr hatten Soldaten des Geschwaders das Gesundheitsamt in Neuburg unterstützt und bei einer Teststation Abstriche genommen sowie vorübergehend das Bürgertelefon besetzt.

Auch der amtierende Kommodore, Oberstleutnant Swen Jacob, hebt die Leistung der Soldaten hervor: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass unsere Soldaten, die eine völlig andere Ausbildung haben und beispielsweise sonst am Eurofighter schrauben, jetzt sowohl die Flexibilität als auch die Fähigkeit zeigen, direkt mit und am Patienten unter schwierigen Rahmenbedingungen zu arbeiten. Mein allergrößter Respekt für ihre Leistung.“

von Harald Graf