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Quadriga – Ersatz für die erste Generation Eurofighter

Quadriga – Ersatz für die erste Generation Eurofighter

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Datum:
Ort:
Deutschland
Lesedauer:
2 MIN

Eurofighter ist nicht gleich Eurofighter. Der moderne Kampfjet wird ständig weiterentwickelt und an die benötigten Fähigkeiten der Luftwaffe angepasst. So kommt es zu den sogenannten Tranchen (Baureihen) der Flugzeuge. Die Luftwaffe besitzt momentan Eurofighter der Tranche 1, 2 und 3.

Ein Eurofighter mit einer blauen Folierung zur Tranche 4.

Ein Eurofighter mit der Folierung zur Tranche 4

Bundeswehr/Toni Dahmen

Über den Entschluss einer 4. Tranche an Eurofighter entschied das jährliche Haushaltsverfahren heute im Bundestag. Mit der Zustimmung wird der sogenannte Quadriga-Vertrag noch im November unterzeichnet.

Die erste Baureihe des Flugzeugs beherrscht allein den Luftkampf und wird deshalb vorrangig zur Besetzung der Alarmrotten in Deutschland und im Baltikum ( „Verstärktes Air Policing Baltikum“) genutzt. Dieses Modell wird jedoch weder von der Luftwaffe noch von der Industrie weiterentwickelt. Es ist veraltet und reparaturanfällig, Ersatzteile werden knapp, da kein Hersteller die Komponenten mehr produziert. So müssen einsatzbereite Flugzeuge als Ersatzteilspender herhalten, um die übrigen Jets weiterbetreiben zu können.

Ein Kampfjet wird in der Luft betankt

Alle Eurofighter können in der Luft betankt werden

Bundeswehr/Jana Neumann

Neue Flugzeuge, neue Fähigkeiten

Die Kampfjets der Tranche 2 und 3 sind mehrrollenfähig und können somit gegen gegnerische Kampfflugzeuge als auch gegen Bodenziele genutzt werden. Sie werden mit stetigen Modernisierungen auf dem Stand der Technik gehalten. Somit ist ein Eurofighter der Tranche 2 gleichwertig der Tranche 3, nur etwas älter im Baujahr.

Wird die Tranche 4 produziert, werden die Flugzeuge der Tranche 2 und 3 nach diesem Prinzip weiterentwickelt. Aufgrund der fortlaufenden Änderungen müssen auch die Piloten regelmäßig geschult werden.

Der Zulauf der insgesamt 38 neuen Flugzeuge wird voraussichtlich von 2025 bis 2030 stattfinden. Im Ersatz enthalten sind auch die zwei abgestürzten Eurofighter, bei deren Unfall ein Pilot der Luftwaffe letztes Jahr tragischerweise ums Leben kam.

Von den Eurofightern für die Luftwaffe werden sieben Schulungsdoppelsitzer sein. Der Anteil an Doppelsitzern ist nach dem Tausch deutlich geringer, als dies bei erstmaliger Einführung des Kampfjets im Jahr 2004 zur Schulung notwendig war.  

Eine Nahaufnahme des Cockpits eines Eurofighters

Eurofighter der Tranche 1 sind derzeit im Einsatz im Baltikum bei VAPB

Bundeswehr/Jana Neumann

Weiterentwicklung auf Augenhöhe

Die Entscheidung umfasst auch 4 sogenannte „instrumentierte“ Eurofighter. Mit diesen für Testzwecke speziell verkabelten und ausgerüsteten Flugzeugen kann das Waffensystem in Kooperation mit der Rüstungsindustrie weiterentwickelt werden, um die Zukunft des Eurofighters operationell, aber auch technologisch in Deutschland voranzutreiben.

Zeitgleich zum Zulauf der Tranche 4 wird das „Nationale Test- & Evaluierungszentrum Eurofighter“ – ein Verbund aus Luftwaffe, Beschaffungsorganisation, Zulassung und Industrie – eingerichtet. Dies schafft eine international auf Augenhöhe agierende Umgebung zur Weiterentwicklung des gesamten System. In dieser Umgebung kann die Luftwaffe auch erstmals unmittelbaren Zugriff auf die instrumentierten Eurofighter haben – alles in allem ein mehrfacher Quantensprung für den Betrieb und die Weiterentwicklung von Technik, Technologie und Verfahren.

von Marvin Pflug