Luftwaffe
Landes- und Bündnisverteidigung

Übung Ramstein Legacy 2022: Schutz des Luftraums an der Ostflanke

Übung Ramstein Legacy 2022: Schutz des Luftraums an der Ostflanke

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Datum:
Ort:
Polen
Lesedauer:
2 MIN

Mitte Juni nahmen das Flugabwehrraketengeschwader (FlaRak) 1 und die Flugabwehrraketengruppe 24 gemeinsam mit polnischen und norwegischen FlaRak-Truppen an der Übung Ramstein Legacy 2022 (Raly22) in Polen teil. Ziel der Übung: Zusammenwirken in einem multinationalen FlaRak-Einsatzraum. Das Flugabwehrraketengeschwader 1 stellte das Führungselement für die multinationalen Kräfte.

Insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Verstärkung der Maßnahmen zur Abschreckung und Verteidigung an der Ostflanke der NATO – inklusive der bodengestützten Luftverteidigung - hatte diese jährliche Übung eine besondere Bedeutung.

Zwei Partiot-Startgeräte in Stellung

PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Launcher: Nach der Ankunft wurden das Großgerät auf dem Truppenübungsplatz in Stellung gebracht

Bundeswehr / Lars Koch

Die Verlegung erfolgte zum Teil in mehreren Etappen

Das Flugabwehrraketengeschwader 1 aus Husum verlegte den Geschwadergefechtsstand, das sogenannte Surface-to-Air-Missile Operations Center (SAMOCSurface to Air Missile Operations Center), in mehreren Marschkolonnen an zwei Tagen auf den polnischen Truppenübungsplatz Wedrzyn; die Flugabwehrraketengruppe 24 die zwei Kampfstaffeln und Teile der Stabs- und Versorgungsstaffel. Bei einem Zwischenstopp der Flugabwehrraketengruppe 24 in Bad Sülze wurden die Kraftfahrer durch ein Convoy-Support-Center unterstützt. Das Support-Center ermöglicht die Betankung der Fahrzeuge, hält Instandsetzungspersonal vor und kümmert sich um Unterkunft und Verpflegung auf der Marschroute.

Kolonne aus Patriot-Luftabwehrsystemen auf der Straße

150 Fahrzeuge, 70 Anhänger und etwa 290 Tonnen Material verlegten aus Norddeutschland nach Polen

Bundeswehr / Lars Koch

Zusammen verlegten die Flugabwehrraketen-Truppen insgesamt 150 Fahrzeuge, 70 Anhänger und etwa 290 Tonnen Material. Die Kolonne musste auf 15 Einheiten aufgeteilt werden, da sie sonst eine Gesamtlänge von 1,5 Kilometern gehabt hätte. Insgesamt legten die FlaRak Truppen eine Strecke von etwa 900 Kilometer zurück.

Ankunft auf dem Truppenübungsplatz und Beziehen der Zelte

Nach Ankunft auf dem Truppenübungsplatz wurde das Großgerät in Stellung gebracht, die Verpflegungszelte aufgebaut und die Unterkünfte im Zeltlager bezogen. Hier war Kreativität, aber auch Erfahrung gefragt, um sich in den ungeheizten Zelten so gut wie möglich für die kommenden zwei Wochen häuslich einzurichten. Isomatten für die Feldbetten und Decken zusätzlich zum dienstlich gelieferten Tropen-Schlafsack waren bei nächtlichen Temperaturen im einstelligen Bereich hilfreich.

In der einwöchigen Einweisungsphase der Übung wurden die beiden deutschen Führungsstäbe in Betrieb genommen. Im Anschluss daran fand zusammen mit den Partnernationen Polen und Norwegen die Integration der verschiedenen Waffensysteme PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target, SA-6, SA-8 und Nasams unter die Führung des deutschen Geschwadergefechtsstands sowie die Anbindung an die nächsthöhere Führungsebene statt.

Soldaten aus Deutschland, Norwegen und Polen treten an

Mulitnationaler Übungsalltag bei Ramstein Legacy: Die FlaRak-Soldaten der verschiedenen Nationen tauschten sich über ihre Eindrücke aus dem Dienstalltag und über ihre Waffensysteme aus

Bundeswehr / Lars Koch

Trotz der unterschiedlichen technischen Entwicklungsstände der Waffensysteme aus verschiedenen Jahrzehnten gelang dies durch das Engagement aller eingesetzten Soldaten und die hervorragende multinationale Zusammenarbeit schnell und professionell. So konnten pünktlich vor Beginn der eigentlichen Übung alle Systeme „fully operational“ gemeldet werden.

Im Kernübungszeitraum galt es, im multinationalen Verbund den Luftraum des Übungsgebietes vor vielseitigen Bedrohungen, teilweise dargestellt durch polnische Luftfahrzeuge, zu schützen. Die Soldatinnen und Soldaten trainierten dabei die Zusammenarbeit und Kommunikation der beteiligten internationalen Gefechtsstände und Waffensysteme.

Gelebte multinationale Zusammenarbeit

Auch auf kameradschaftlicher Ebene konnten die Soldaten einmalige Erfahrungen sammeln. Wo immer sich die Gelegenheit bot, tauschten sich kleine Delegationen der verschiedenen Nationen über ihre Eindrücke aus dem Dienstalltag und über ihre Waffensysteme aus. Insbesondere im Hinblick auf die Teilnahme der norwegischen Kameraden am Taktischen Schießen auf Kreta im späteren Verlauf des Jahres sowie die Integration mit ihrem Waffensystem Nasams im Rahmen eines Air and Missile Defence-Moduls (AMD-Modul) war die Übung ein wertvoller Meilenstein.

Norwegische Soldaten stehen mit dem Rücken zum Betrachter auf dem Truppenübungsplatz

Bei der multinationalen Übung aus Deutschen, Norwegern und Polen erprobten die Soldaten die Interoperabilität der Waffensysteme

Bundeswehr / Lars Koch
von Ulrich Schmidt