Luftwaffe

Tür eines A310 geht an das Haus der Geschichte

Tür eines A310 geht an das Haus der Geschichte

  • Geschichte
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
3 MIN

Täglich wird Geschichte geschrieben. Wichtig dabei ist der Erhalt von Objekten der Geschichte, die Aufarbeitung und die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit. Museen gewährleisten dies, sind jedoch auf den Erhalt von Exponaten angewiesen. Die Luftwaffe übergibt eine Tür eines ausgesonderten Airbus A310 an das Haus der Geschichte.

Zwei Personen stehen jeweils neben einer Flugzeugtür, die auf dem Boden liegt.

Die Tür 1. Links des Airbus A310 MRTTMulti Role Tanker Transport mit der Kennung 10+27

Bundeswehr/Miriam Altfelder

Die Einsätze des A310 sind Teil der Geschichte

In der Lounge des Museums erfolgte die offizielle Übergabe. Oberstleutnant Dirk Junker, S3-Stabsoffizier der Flugbereitschaft BMVgBundesministerium der Verteidigung, übergab die Tür an den Sammlungsdirektor, Dr. Dietmar Preißler, der das Haus der Geschichte in Bonn vertrat. „Museen sind das kulturelle Gedächtnis„, sagte Dr. Preißler. „Die Flüge des Airbus nach China und Italien belegen den globalen Kontext der Corona-Krise. Und die Tür der Maschine zeigt, wie betroffene Menschen einen sicheren Ort im Flugzeug fanden. Aus diesem Grund ist dieses Objekt ideal für die Sammlung“. 

Oberstleutnant Junker, der seit 1997 den A310 als Pilot und Kommandant fliegt, sagte: „Ich bin begeistert und finde es famos was dieses Museum macht, nämlich Geschichte erhalten. Der A310 ist schon jetzt Geschichte. Die Einsätze sind für die Flugbereitschaft zwar tägliches Geschäft, aber im Besonderen nach Abschluss von Patiententransporten erlebt man eine große Zufriedenheit und Stolz.“

Zwei Personen stehen im Vordergrund und im Hintergrund ist eine Flugzeugtür zu sehen.

Oberstleutnant Dirk Junker und Doktor Dietmar Preißler im Rahmen der Übergabe

Bundeswehr/Miriam Altfelder

Die „August Euler“

Der Airbus A310-304 MRTTMulti Role Tanker Transport (Multi Role Tanker Transport) mit der Bundeswehrkennung 10+27 hat bereits eine bewegte Geschichte. Er wurde am 2. März 1990 als Neuflugzeug mit der Kennung D-AIDI an Lufthansa ausgeliefert und am 17. November 1998 an die Flugbereitschaft BMVgBundesministerium der Verteidigung übergeben. Dort erhielt er auch den Taufnamen „August Euler“. Im Juli 2001 wurde er durch Einbau eines Fracht-Tores auf MRT (Multi Role Transport) und im September 2004 zusätzlich auf die Fähigkeit zur Luftbetankung (MRTTMulti Role Tanker Transport) umgerüstet. In seiner Zeit bei der Flugbereitschaft übernahm er zuverlässig alle Rollen dieses Flugzeugmusters. Der letzte Flug erfolgte am 20. Januar 2021 von Köln nach Hamburg. Danach wurde er von Lufthansa Technik mit Ausnahme der Tür 1. Links verwertet. Diese sollte durch die Flugbereitschaft BMVgBundesministerium der Verteidigung dem Haus der Geschichte in Bonn zu Sammlungszwecken zur Verfügung gestellt werden.

Ein Flugzeug rollt auf einer Rollbahn lang.

Die 10+27 kehrt mit Patienten aus Bergamo zurück nach Köln

Bundeswehr/Kevin Schrief

Haus der Geschichte

Das Haus der Geschichte in Bonn ist ein Museum zur deutschen Zeitgeschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart. Es ist eines der vier Museen, die zur Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören und mit 850.000 Besuchern jährlich eines der meistbesuchten Museen Deutschlands. Neben der Dauerausstellung beleuchten bis zu vier Wechselausstellungen pro Jahr zusätzliche aktuelle, zeithistorische Themen. Sie verfügt über mehr als 7.000 Objekte auf einer Gesamtausstellungsfläche von ca. 4.650 Quadratmetern. 

Geplant ist eine thematische Darstellung der Corona-Pandemie, zu der noch Objekte gesammelt werden. Zu diesen Objekten gehört auch die Flugzeugtür 1.Links des Airbus A310 MRTTMulti Role Tanker Transport mit der Kennung 10+27. Direkt zu Beginn des Auftretens des Corona-Virus wurden die Airbus A310 der Flugbereitschaft BMVgBundesministerium der Verteidigung für Hilfsflüge in diesem Rahmen eingesetzt. Am 31. Januar 2020 erfolgte der erste Flug eines A310 (10+23) in das abgeriegelte Wuhan/China, um deutsche Staatsangehörige nach Deutschland auszufliegen. 

Der A310 mit der Kennung 10+27 wurde mehrmals in der MedEvacMedical Evacuation-Version eingesetzt. So auch bei den Transporten am 28. und 29. März sowie dem 1. April 2020 von an Covid erkrankten, italienischen Intensivpatienten. Diese wurden aus dem medizinisch überlasteten Bergamo/Italien nach Köln und Hamburg zur weiteren intensivmedizinischen Behandlung transportiert.

Ende nach mehr als 30 Jahren

Seit 1991 fliegt der Airbus A310-304 in verschiedenen Konfigurationen bei der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung in Köln. Weltweiter Transport von Politikern und Soldaten, Frachttransport, Luftbetankung oder der Transport von Verwundeten und Kranken waren die verschiedenen Rollen, die dieses Flugzeug in über 30 Jahren äußerst zuverlässig abdeckte.

Ein graues Flugzeug ist über den Wolken im blauen Himmel zu sehen.

„Der letzte seiner Art“, der Airbus A310 MRTTMulti Role Tanker Transport 10+25

Bundeswehr/Stefan Petersen

Zum jetzigen Zeitpunkt besitzt die Luftwaffe bei der FlBschft BMVgBundesministerium der Verteidigung nur noch einen Airbus A310 MRTTMulti Role Tanker Transport der in der MedEvacMedical Evacuation-Variante zum Transport von 44 Verwundeten und Kranken, davon sechs Intensivpatienten, in 24 Stunden Bereitschaft gehalten wird. Der endgültige Abschied dieses Luftfahrzeugmusters nach über 30 Jahren ist voraussichtlich für Ende des Jahres 2021 vorgesehen.

von Günter Straub