Luftwaffe

Ungarn und Deutschland starten multinationales Transportprojekt

Ungarn und Deutschland starten multinationales Transportprojekt

  • Multinationalität
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Wunstorf
Lesedauer:
2 MIN

Auf dem Fliegerhorst Wunstorf entsteht mit der Multinational Air Transport Unit (MNAU) ein internationaler A400M-Verband. Ungarn steht als erste Partnernation an der Seite Deutschlands.

Deutsche und ungarische Soldaten stehen vor dem A400M

Gemeinsam eröffnen der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, und sein ungarischer Amtskollege, Generalmajor Nándor Killián, auf dem Fliegerhorst in Wunstorf die Multinational Air Transport Unit

Bundeswehr/Johannes Heyn

Das Bundesministerium der Verteidigung setzte die Luftwaffe mit einer Empfehlung von 2017 in die Lage, neben dem Betrieb der 40 neuen Lufttransportflugzeuge A400M innerhalb der Luftwaffe, einen neuen Lufttransportverband mit multinationaler Beteiligung aufzustellen. Seitdem erarbeitet die Luftwaffe die Grundlagen für den multinationalen Transportverband „Multinational Air Transport Unit (MNAU)“.

Mit der Aufstellung des Implementation Team – dem ersten personellen Stab der MNAU in Wunstorf – ist nun der erste Schritt dieses Plans in die Tat umgesetzt worden. Mit Ungarn steht der erste internationale Partner an der Seite Deutschlands. „Die Aufstellung des Implementation Teams der Multinational Air Transport Unit ist ein weiterer Meilenstein im multinationalen, militärischen Lufttransport. Mit der Integration des ersten technischen Offiziers der ungarischen Luftwaffe beginnt die Zusammenarbeit mit unseren ungarischen Partnern“, sagt Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe. 

Ein A400M fliegt vor einem Tornado-Kampfjet, um ihn in der Luft zu betanken.

Das Transportflugzeug Airbus A400M in der Betankungsversion AAR (Air-To-Air Refuelling) fliegt vor einem Kampfflugzeug vom Typ Tornado, um es in der Luft mit Kraftstoff zu versorgen

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Der erste ungarische technische Offizier hat seine Lager in Wunstorf aufgeschlagen. Er unterstützt nun seine deutschen Kameradinnen und Kameraden bei ihrer Arbeit am modernsten Militärtransportflugzeug der Luftwaffe.  

MNAU wird zukünftig aus Lechfeld operieren 

Zukünftig wird die MNAU ihre Heimat auf dem Fliegerhorst in Lechfeld finden. Es ist geplant, zehn A400M dort zu stationieren, um neben Wunstorf einen weiteren A400M-Standort ins Leben zu rufen. Mitgliedsnationen der MNAU haben damit die Möglichkeit, ihren Bedarf an Flugstunden und Lufttransporten zu bündeln. Das schont nicht nur das Klima, sondern spart erhebliche Kosten und Ressourcen. 

Das Ziel ist es, einen komplett multinationalen Verband in Lechfeld aufzustellen. Die MNAU-Mitglieder werden damit in die Lage versetzt, neben Personal eigene A400M-Flugzeuge mit eigener Hoheitskennung in den Verband zu integrieren. So ist es möglich, dass beispielsweise deutsche A400M Personal und Material der Partnerländer transportieren und umgekehrt. Aber nicht nur der reine Lufttransport ist eine Aufgabe der MNAU. Die Möglichkeit der Luftbetankung über Zentraleuropa ermöglicht allen MNAU-Mitgliedsländern, an internationalen Übungen wie zum Beispiel den Multinational Air Group Days (MAGDAYs) teilzunehmen, ohne aufwendig Personal und Material auf anderen Flugplätzen für den Übungszeitraum zu stationieren. 

Eine ungarische Gripen in der Luft. Sie flog bei den Multinational Air Group Days.

Saab JAS 39 Gripen der ungarischen Luftwaffe übten gemeinsam mit Deutschland und Israel bei den Multinational Air Group Days

Bundeswehr/Lars Pötzsch

Mit der Eröffnung der Multinational Air Transport Unit in Wunstorf und mit Ungarn als erstem Partnerland setzt die Luftwaffe ein weiteres Ausrufezeichen in der multinationalen Zusammenarbeit und plant bereits mit weiteren Nationen die Teilnahme an diesem gemeinschaftlichen Lufttransportprojekt. 

von Stephan Jeglinski