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Marinemission endet

20 Jahre Deutsche Marine am Horn von Afrika

20 Jahre Deutsche Marine am Horn von Afrika

Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
2 MIN

Seit Januar 2002 beteiligte sich Deutschland an Enduring Freedom mit einem Marineverband. Ende April 2022 läuft das Mandat der folgenden Mission Atalanta aus.

Ein Mann in Uniform blickt von der Brücke einer Schiffes aus durch ein Fernglas.

Die Fregatte „Emden“ kontrolliert 2008 während ihres Operation-Enduring-Freedom-Einsatzes eine Dhau

Bundeswehr

In der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 erklärte die NATO zum ersten Mal seit ihrem Bestehen den Bündnisfall nach Artikel 5. Dabei gilt: Alle Mitglieder stehen dem angegriffenen Partnerland bei. Die Vereinigten Staaten initiierten und führten die Operation Enduring Freedom. Ziel der Mission war die Bekämpfung des Terrornetzwerkes der Al-Qaida.

Erstes deutsches Flaggschiff: Fregatte „Bayern“

Ein graues großen Schiff liegt in einem Hafen.

Auslaufen der Fregatte „Bayern“ 2016 aus dem Hafen von Dschibuti während des Atalanta-Einsatzes

Bundeswehr/Christin Krakow

Die Fregatte der Klasse 123 wurde als deutscher maritimer Beitrag daraufhin aus dem Verband STANAVFORMEDStanding Naval Force of Mediterranean herausgelöst und an das Horn von Afrika umgeleitet. Das erste Kontingent umfasste neben den Fregatten „Emden“ und „Köln“ auch den Tanker „Spessart“, den Versorger „Freiburg“ sowie die Tender „Donau“ und „Main“. Letzterer diente als Marine-Unterstützungsbasis in Dschibuti. Hinzu kamen damals die Seefernaufklärer vom Typ Breguet Atlantic, die seinerzeit noch in Mombasa stationiert waren. Außerdem wurden fünf Schnellboote in das Einsatzgebiet gebracht.

Al-Qaida versus Piraterie

Was als Überwachung des Seegebietes, der Suche nach terrorverdächtigen Personen und Unterbindung des Waffenschmuggels begann, wandelte sich im Laufe der Jahre. Anfänglich arbeiteten die verschiedenen Nationen als „Koalition der Willigen“ bei Enduring Freedom unter USUnited States-Führung zusammen. Dieses geschah jedoch nicht nach NATO-Standards, da sich verschiedenste Nationen beteiligten. Aufklärung und Lagebilderstellung waren Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Start und die weitere Mission.

Mit immer mehr Entführungen von zivilen Schiffen zum Zweck der Erpressung von Lösegeld wurde ein altes Problem wieder sehr aktuell – die Seepiraterie. In einem immer größer werdenden Seegebiet wurde eine weitere Mission nötig, auf die sich die Deutsche Marine fortan konzentrierte.

Die EU-Mission Atalanta

Ein Flugzeug mit 2 Propellern landet auf einer Landebahn.

Die P-3C Orion des Marinefliegergeschwaders 3 übernahmen den Auftrag der Seefernaufklärung von der Breguet Atlantic, hier 2018 in Dschibuti

Bundeswehr/Carsten Vennemann

Sie gilt als erfolgreiche Militäroperation der Europäischen Union. Erschaffen im Jahr 2008 ist ihr Kernauftrag der Schutz der internationalen Seeschifffahrt vor der Küste Somalias sowie die Pirateriebekämpfung. Beides wurde aus Sicht der Bundesregierung erfüllt. Die Piraterie wurde wirksam eingedämmt und ein erneutes Aufflammen ist gegenwärtig unwahrscheinlich. Die immer weiter verbesserten Eigenschutzmaßnahmen der zivilen Seeschifffahrt sowie die weiterhin verbleibende militärische Präsenz stellen eine hinreichende „Rückversicherung zur See“ dar. Deutschland hat seine seit 2008 durchgehende militärische Beteiligung an Atalanta bereits zugunsten anderer Einsätze sukzessive zurückgefahren.

Atalanta wird nicht verlängert – Fregatte „Bayern“ letztes Schiff im Einsatzgebiet

Der deutsche Beitrag zum Missionsende Atalanta im April 2022 besteht aus drei im Hauptquartier der Operation in Rota (Spanien) eingesetzten Soldaten sowie aus zwei Soldaten, die im nationalen Verbindungselement zum maritimen Regionalkommando der USUnited States Navy (USNAVCENTCOM) in Manamah (Bahrain) eingesetzt sind.

Im Januar 2022 war ein letztes deutsches Kriegsschiff im Einsatzgebiet. Die Fregatte „Bayern“ beschloss erfolgreich die Einsätze am Horn von Afrika, welche sie 2002 als Flaggschiff für Deutschland begann. Die Bundesregierung wird keinen Antrag auf eine Verlängerung des Bundestagsmandats zur weiteren Beteiligung an der Operation stellen. Somit wird die deutsche militärische Beteiligung am 30. April 2022 enden.

von Steven Wernecke  E-Mail schreiben

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