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Der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug der Marine – ein Team von Spezialisten

Der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug der Marine – ein Team von Spezialisten

Datum:
Ort:
Nordholz
Lesedauer:
2 MIN

Der in Nordholz stationierte ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug ist der einzige seiner Art in der Marine. Das Besondere an ihm: Er operiert an Land und auf See.

Ein Soldat in Schutzkleidung sprüht einen militärischen Transporter ab.

Eine Aufgabe des Zuges: Kontaminierte Fahrzeuge reinigen und entgiften

Bundeswehr/Laura Marie Fehse

Doch was verbirgt sich hinter der Abkürzung ABCAtomar, Biologisch, Chemisch? Sie steht für atomare, biologische und chemische Kampfstoffe. Auf diese Bedrohungen ist der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug spezialisiert. Von 2012 bis 2014 entwickelte er sich aus dem früheren ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtrupp und zählt heute 35 Soldatinnen und Soldaten.

Damit man Teil dieses Teams sein kann, muss man eine entsprechende Ausbildung und Qualifikation vorweisen können. ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrsoldatinnen und -soldaten durchlaufen – je nach Dienstposten – spezifische Lehrgänge, beispielsweise als/zum Mechatroniker, Transportunteroffizierin und ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Auswerter.

An Land und auf hoher See

Die Schnittstelle zwischen See und Land ist das Einsatzgebiet des Zuges. Er ist in zwei Dekontaminationstrupps und einen Aufklärungstrupp gegliedert. Die Hauptaufgabe der Dekontaminationstrupps besteht darin, kontaminiertes Personal, Material, Gebäude und Fahrzeuge zu reinigen und somit von schädlichen Stoffen zu befreien. 

Hierfür steht ihnen der Truppenentgiftungs- und Entseuchungsplatz 90, kurz TEP 90, zur Verfügung. Dieses spezialisierte Fahrzeug ist mit drei Modulen ausgestattet, die für die Dekontamination von Personal, Material und größeren Fahrzeugen wie Panzern, Booten, Schiffen und Flugzeugen konzipiert sind.

Der fünfköpfige Aufklärungstrupp besteht aus zwei Aufklärern, einem Dokumentator, einer oder einem Materialverantwortlichen und einer Truppführerin oder -führer. Ihre Aufgabe ist es, in biologischen Gefahrenlagen Proben zu entnehmen, diese zu dokumentieren und die Ergebnisse an die übergeordneten Stellen weiterzuleiten. Die Aufklärung erfolgt mit modernsten Spürgeräten und Verfahren.

Stetige Weiterentwicklung

Einem Soldaten im Schutzanzug wird eine Gasmaske von einer zweiten Person abgenommen.

Sicherheit geht vor: Die Soldaten und Soldatinnen des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges arbeiten in besonderer Schutzkleidung

Bundeswehr/Laura Marie Fehse

Regelmäßige Übungen wie Toxic Trip und Baltic Tiger sorgen für die Einsatzbereitschaft des Zuges. Auch in diesem Jahr ist geplant, an den Manövern Northern Coast, Baltic Tiger und an der neuen Übung Toxic Shark teilzunehmen. 

Dieses internationale Training bieten den Soldatinnen und Soldaten nicht nur die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch mit ihren internationalen Partnern zusammenzuarbeiten. Der Zug arbeitet kontinuierlich an seiner Weiterentwicklung. Ziel ist es, personell und materiell zu wachsen und die Stärke einer Kompanie zu erreichen.

Der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug ist nicht nur aufgrund seiner Einzigartigkeit in der Marine hervorzuheben, sondern auch wegen der Vielfalt und der spannenden Herausforderungen, die er bietet. Es ist ein Berufsfeld, in dem man ständig dazulernt und neue Erfahrungen sammelt.

von Laura Marie Fehse  E-Mail schreiben

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