Marine
Manöverabschluss

BALTOPS 23: Fazit und wichtigste Teilübungen

BALTOPS 23: Fazit und wichtigste Teilübungen

Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
4 MIN

Neunzehn NATO-Staaten und NATO-Partner Schweden haben am 16. Juni 2023 in Kiel die Marine-Großübung Baltic Operations 2023 beendet.

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Jedes BALTOPS-Manöver endet traditionell in Kiel zur Kieler Woche. Der Stützpunkt Kiel-Wik ist dann für eine ganze Woche voll belegt.

US Navy

An dem regionalen Seemanöver waren 50 Kriegsschiffe, mehr als 45 Flugzeuge und 6.000 Soldatinnen und Soldaten beteiligt. Die teilnehmenden Staaten waren Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Spanien, Türkei und die Vereinigten Staaten. Für Finnland war BALTOPS ein wichtiger Meilenstein, weil es erstmals als NATO-Verbündeter dabei war.

„Nach zwei Wochen intensiver, kombinierter Operationen im gesamten Ostseeraum sind wir als Team gewachsen, indem wir als Team operiert haben“, sagt Vizeadmiral Thomas E. Ishee, Kommandeur der Naval Striking and Support Forces NATO (STRIKFORNATO) und der 6. USUnited States-Flotte. „BALTOPS 23 hat seinen Zweck erfüllt, indem es unsere kollektive Verteidigungsfähigkeit unter Beweis gestellt und bewiesen hat, dass die maritime Bereitschaft der NATO stärker ist als je zuvor. Unsere Stärke beruht auf dem gegenseitigen Vertrauen zwischen Verbündeten und Partnern, das wir bei Operationen und Übungen wie BALTOPS 23 aufbauen.“

Wie ständige NATO-Marineverbände von BALTOPS profitieren

Als die Übung am 14. Juni ihren Höhepunkt erreichte, feierte Deutschland das 175-jährige Bestehen seiner Marine. Als wichtiger Verbündeter sowohl innerhalb von BALTOPS als auch der NATO trug Deutschland maßgeblich zum Erfolg der diesjährigen Übung bei. So empfing auch kurz nach Beginn der Großübung das Flaggschiff der Standing NATO Maritime Group 1 (SNMGStanding NATO Maritime Group 1), die deutsche Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“, unter der Leitung von Flottillenadmiral Thorsten Marx empfing den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz an Bord. Das unterstrich die internationale Tragweite von BALTOPS 23 und die komplexen Verteidigungsfähigkeiten der NATO, die allen teilnehmenden Staaten zur Verfügung stehen.

„Die Rolle der SNMGStanding NATO Maritime Group 1 während der Übung BALTOPS war im Grunde keine andere als in der Realität“, erläutert Marx. „Als Teil der Speerspitze der NATO sind wir ein maritimer schneller Einsatzverband. Dieser Verband trainiert während BALTOPS seine Fähigkeit, flexibel auf sicherheitspolitische Entwicklungen zu reagieren.“

Die Teilnahme der SNMGStanding NATO Maritime Group 1, wie auch des Minenabwehr-Verbands SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1, an BALTOPS erfolgt regelmäßig, sofern die ständigen Einsatzverbände nicht in anderweitigen Operationen gebunden sind. Zusätzlich war die SNMGStanding NATO Maritime Group 1 beziehungsweise die Task Group 441.01 unter Marx‘ Führung während BALTOPS durch weitere Einheiten verstärkt gewesen. Für den deutschen Admiral bot das einen wichtigen Vorteil: „Das intensive Trainings- und Übungsprogramm hat mir mit meinem Verband erlaubt, darin ein breites Aufgabenspektrum abzubilden, welches sich vom Beitrag zum Schutz maritimer Infrastruktur über Maßnahmen der Rückversicherung und maritimer Abschreckung bis hin zur Verteidigung des NATO-Bündnisgebietes erstreckt. Das verbessert unsere Fähigkeit, nahezu verzugslos auf Lagen reagieren zu können.“

Die multidimensionale Marineübung reichte von Land bis in den Weltraum

An Land übten internationale Teams die Kampfmittelbeseitigung. Sie tauschten sich über Taktiken und nationale Fähigkeiten zur Bombenbeseitigung und zur ferngesteuerten Entschärfung von Sprengkörpern aus. Unabhängig davon verfeinerte land- und seegestützte Minenabwehrteams ihre Fähigkeiten bei der Räumung nicht explodierter Minen aus vergangenen Kriegen. Sie nutzten BALTOPS 23 als Trainingsmöglichkeit und zur Beseitigung realer Gefahren in der Ostsee. 

Auf See übten die Schiffe ferner die Bekämpfung von U-Booten, Schießen mit Bordgeschützen und die Luftverteidigung. Höhepunkt waren kombinierte amphibische Landeoperationen in Lettland, Litauen und Polen mit amerikanischen, britischen, rumänischen, italienischen, polnischen und litauischen Truppen. Zu den namhaften Kriegsschiffen dieser Übungen gehörten das schwedische U-Boot HSwMS „Uppland“ sowie das britische Docklandungsschiff HMS „Albion“ und das italienische Docklandungsschiff ITS „San Marco“. 

Einer der wichtigsten Übungsaspekte in diesem Jahr war der effektive Einsatz von unbemannten Über- und Unterwasserfahrzeugen. Wie bei den vorangegangenen Malen wurden Unmanned Unterwater Vehicles (UUVs) in der gesamten Ostsee eingesetzt, um die neuesten Fortschritte in der Minenjagdtechnologie sowie der Kartierung des Meeresbodens zu testen und zu bewerten. Der Einsatz der UUVs hat gezeigt, dass sie ein umfassendes Bild der Unterwassertopographie liefern und die operativen Fähigkeiten der NATO-Minenabwehrteams verbessern können. 

Blick aus einem Hubschrauber auf zwei Personen, die über See an einem Seil von diesem Hubschrauber hängen.

Amerikanische und britische Marinesoldatenn üben das Bergen von Personal, das in Notlage geraten ist, zum Beispiel Piloten, die notwassern mussten. Unbemannte Systeme sollen helfen, dass sich zum Beispiel bemannte Hubschrauber dabei nicht mehr in …

US Navy

Die Unmanned Surface Vessels (USVs), die zum ersten Mal bei BALTOPS eingesetzt waren, dienten unter anderem dazu, das gemeinsame Bergen von Personal zu trainieren. Die Teams nutzten die USVs für den Patiententransport zwischen Schiffen sowie für direkte Bergungs- und Rettungsaktionen auf See. 

Während des Aufenthalts im Umfeld einer der dynamischsten Wasserstraßen der Welt, die Längsverbindung durch die Ostsee vom Öresund bis zum Finnischen Meerbusen umfasste das Training in BALTOPS 23 zusätzliche Schwerpunkte. Die USUnited States Space Force und andere nationale Raumfahrtagenturen bewerteten die Entscheidungsfähigkeit von Kommandanten der Kriegsschiffe, wenn sie mit einzigartigen, Weltraum-basierten Hindernissen konfrontiert wurden. Die Experten simulierten Komplikationen wie Sonneneruptionen und gegnerischen Aktionen. Die Kommandanten waren dann mit der Aufgabe konfrontiert, auf Beeinträchtigungen durch Weltraumwetter und eingeschränkte GPSGlobal Positioning System-Genauigkeit zu reagieren.

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