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Deutsch-französische Marinekooperation: Foch 2020

Deutsch-französische Marinekooperation: Foch 2020

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in See
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Die Fregatte „Lübeck“ ist seit dem 12. März Teil eines französischen Marineverbands um den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“.

Luftaufnahme mehrerer Kriegsschiffe in See, in der Mitte ein Flugzeugträger

Die Flugzeugträgerkampfgruppe um die „Charles de Gaulle“ im Atlantik. Die „Lübeck“ ganz links im Bild

État-Major Armées

„Foch 2020“ beziehungsweise „Mission Foch“ steht für einen, von der französischen Marine geführten, internationalen Übungsverband. Sein Flaggschiff: der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“. Ziel für die zugehörigen Kriegsschiffe und ihre Besatzungen ist, über mehrere Wochen die Zusammenarbeit verschiedener Bündnisnationen in einer Flugzeugträgergruppe zu trainieren. Teilnehmende NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner neben Frankreich sind Belgien, Deutschland, Portugal und Spanien.

Nach ihrer Zusammenführung wird die Gruppe um die „Charles de Gaulle“ absehbar an Übungen mit einem weiteren britischen Flugzeugträgerverband teilnehmen. Gemeinsam fahren sie in die niederländische Luftwaffenübung Frisian Flag, die vor allem die Fähigkeiten der Luftabwehr der Verbände auf die Probe stellen wird, sowie in die britische Groß- und Marineübung Joint Warrior, die gleichzeitig eine NATONorth Atlantic Treaty Organization-Zertifizierung für ihre Teilnehmer ist.

Wichtigste Aufgabe für die „Lübeck“ aus dem 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven wird dabei der Schutz des französischen Flugzeugträgers sein. Speziell für eine angenommene Bedrohung durch U-Boote führt sie daher zurzeit auch zwei Bordhubschrauber Sea Lynx des Marinefliegergeschwaders 5 mit an Bord.

Ein graues Kriegsschiff auf blauer See und unter blauem Himmel.

Die U-Jagd-Fregatte „Lübeck“, die letzte der Klasse F122 der Deutschen Marine

Bundeswehr

„Nach unserem absolvierten Einsatzausbildungsprogramm ist die Besatzung gut vorbereitet und motiviert für die neuen sowie herausfordernden Aufgaben in den kommenden Monaten“, sagt der Kommandant, Fregattenkapitän Mathias Rix. Seine Crew freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Partnernationen von „Foch 2020“ in den nächsten Wochen: „Die Besatzung der ‚Lübeck‘ ist bereit, erneut in einem internationalen Zusammenhang ihre Fähigkeiten zu festigen – und ihr Können unter Beweis zu stellen.“

Fregatte trifft auf Koloss des Meeres

Die Deutsche Marine beteiligt sich bereits zum sechsten Mal an einem Trägerverband wie um die „Charles de Gaulle“. Neben letzterer hatte die Marine auch bereits gemeinsam mit amerikanischen Flugzeugträgern operiert. Dabei ging es neben Übungsfahrten, wie dieses Mal, auch um den gemeinsamen Einsatz mit dem französischen Träger im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat.

Die Aufgaben deutscher Marineschiffe dabei ist unterschiedlich gestaltet. Können Fregatten der Klassen 122 wie die „Lübeck“ und der Klasse 123 eher die U-Boot-Abwehr übernehmen, ist eine Fregatte der Klasse 124 auf die Luftraumüberwachung und -verteidigung spezialisiert. Die „Lübeck“ wird voraussichtlich bis zum 17. April Teil des Verbands „Foch 2020“ bleiben.

Die Teilnahme und Integration in Trägerverbände ist für die Marine ein wichtiges Element bündnisgemeinsamen Wirkens. Der große Vorteil eines Flugzeugträgers liegt darin, dass er außerhalb von nationalen Gewässern agieren kann. Oftmals ist sein Erscheinen vor einer Küste schon ein Mittel der Abschreckung, das Konflikte verhindern kann.

von Joshua Amponsah  E-Mail schreiben