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EUEuropäische Union-Einsatz Irini: „Bonn“ wieder in Wilhelmshaven

EUEuropäische Union-Einsatz Irini: „Bonn“ wieder in Wilhelmshaven

Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
2 MIN

Am 6. Juli ist der Einsatzgruppenversorger von der europäischen Marinemission im Mittelmeer in seinen Heimathafen zurückgekehrt.

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Freunde und Familien hießen die Soldatinnen und Soldaten der „Bonn“ willkommen

Bundeswehr/Julia Kelm

Die „Bonn“ war in den vergangenen knapp drei Monaten im Auslandseinsatz unterwegs und Teil der European Union Naval Forces Mediterranean (EUNAVFOREuropean Union Naval Force MEDMediterranean) Irini. Die Hauptaufgabe des Schiffs und seiner Besatzung bestand darin, das UNUnited Nations-Waffenembargo gegen Libyen zu überwachen. Eine besondere Herausforderung war die kurzfristig geplante Beteiligung der „Bonn“ an der internationalen Evakuierungsmission im Sudan.

Das Einsatzgebiet des deutschen Kriegsschiffs erstreckte sich im mittleren Mittelmeer bis an die Hoheitsgewässer Libyens. Zur Durchsetzung des Embargos identifizierte die Crew der „Bonn“ zahlreiche Schiffe in diesem Seegebiet und fragte sie nach deren Start- und Zielhäfen über Funk ab. Ergänzend nahm das Schiff sogenannte „Friendly Approaches“, zu Deutsch freundliche Annäherungen, auf ausgewählten Schiffen vor. In diesem Fall konnten die Marinesoldaten an Bord der fremden Schiffe sowohl Informationen sammeln, aber auch die zivilen Schiffsführungen über die Details der Mission Irini unterrichten. Für diese Zwecke standen auf der „Bonn“ deutsche und litauische Boardingsoldaten bereit. 

„Das Wichtigste ist mir, dass ich alle Besatzungsmitglieder wieder gesund mit nach Hause nehmen konnte,“ betont der Kommandant, Fregattenkapitän Eike Deußen. „Die Besatzung hat gezeigt, was sie alles erreichen und ermöglichen kann, und dass auf sie immer Verlass ist. Ich bin äußerst stolz auf ihre Leistungen.“

Ein großes graues Schiff in See.

Nur noch wenige Momente bis zum Anlegen nach 85 Tagen auf See und mehr als 17.500 zurückgelegten Seemeilen

Bundeswehr/Julia Kelm

Flexibilität der Marine gefordert: Die „Bonn“ bereitete sich auf die Evakuierungsmission Sudan vor

Gleich nach Erreichen des Einsatzgebietes kam auf die „Bonn“ allerdings eine aktuelle Planänderung zu. Die Weltgemeinschaft war mit den am 14. April ausgebrochenen Unruhen im Sudan konfrontiert. In deren Folge sollten ausländische Staatsangehörige, deutsche und andere, schnell aus dem afrikanischen Land evakuiert werden. Der große Einsatzgruppenversorger wurde in diesem Zusammenhang von der deutschen Marineführung als Basis für eine seegestützte Evakuierung ausgewählt. Nach der kurzfristigen Einschiffung von zusätzlichem Material sowie weiteren 75 Personen verschiedener Dienststellen und Truppengattungen machte sich das Schiff am 21. April auf den Weg in das Krisengebiet, vor die Küste des Sudans. 

„Die Einbindung in die Evakuierungsmission kam spontan“, so Kommandant Deußen. „Wir mussten unseren Fokus mit einem Mal komplett neu ausrichten. Gefordert waren von uns pragmatische Entscheidungen, um pünktlich einsatzbereit zu sein. Bereits nach einem Tag Vorbereitung waren wir auslaufbereit“. Da die luftgestützte Evakuierungsmission wenige Tage später erfolgreich endete, kam die „Bonn“ nicht mehr zum Einsatz. Kurz vor Einfahrt in den Suezkanal wurde sie wieder zur ursprünglichen Mission Irini abberufen.

Nach der Rückkehr in den Heimathafen steht für die rund 200-köpfige Besatzung erst einmal ein zweiwöchiger Urlaub an. Erst Ende August geht es wieder auf See, für kurze Zeit in heimische Gewässer zu Ausbildungszwecken. Für den Jahreswechsel wird es noch einmal ruhig auf der „Bonn“, bevor sie Anfang 2024 auf die nächste Einsatzfahrt an die NATO-Nordflanke gehen wird. 

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