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Marine
Northern Coasts 2024

Minenkriegsführung: Ostsee bietet idealen Übungsort

Landes- und Bündnisverteidigung

In der Ostsee findet seit 2007 jedes Jahr im Herbst das multinationale Manöver Northern Coasts statt. In diesem Jahr beteiligten sich neun NATONorth Atlantic Treaty Organization-Länder. Von der Fregatte bis zum U-Boot, von Luftfahrzeugen bis Bodeneinheiten – alle übten vom 16. bis 22. September 2024 in einem umfassenden Training die Verteidigung des Ostseeraums.

Ein graues Kriegsschiff in See.

Das Minenjagdboot „Bad Rappenau“ geht wenige Seemeilen vor der Küste Fehmarns auf Minensuche

Bundeswehr/Laura Calcagno

Die Übung konzentrierte sich auf den Schutz der deutschen Ostseeküste. Im Vordergrund stand eine traditionelle Verteidigungsmaßnahme: das Legen von Seeminenfeldern. „Die Ostsee ist ideal für die Minenkriegsführung“, erläutert Kapitän zur See Kurt Leonards, der das Manöver leitete. „Hier haben wir perfekte Bedingungen, was die Meerestiefe und die anderen räumlichen Faktoren betrifft.“ Das ist schon lange bekannt. Nicht ohne Grund kamen 1848 die ersten deutschen Seeminen in der Kieler Bucht zum Einsatz. Sie sollten die Stadt Kiel vor Bombardements der dänischen Flotte im Schleswig-Holsteinischen Krieg schützen – mit Erfolg.

Schutz des Nord-Ostsee-Kanals

Die Sicherung der Kieler Bucht ist bei der Landes- und Bündnisverteidigung von erheblicher militärischer Bedeutung, denn an ihren Ufern liegt nicht nur ein wichtiger deutscher Marinestützpunkt, sondern auch die Zufahrt zum strategisch bedeutsamen Nord-Ostsee-Kanal. Dabei spielt das Legen von Minenfeldern eine wichtige Rolle, um potenzielle Angreifer abzuschrecken. Das muss immer wieder trainiert werden, um die Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern.

Unterstützt wurden die Einheiten bei der Übung von zwei Stabsoffizieren aus Estland und Finnland, die auf den Seeminenkrieg spezialisiert sind und dem deutschen Stab von Northern Coasts 2024 angehörten. Beide Nationen verfügen über hervorragende Expertise und Kapazitäten in diesem Bereich.

Nach dem Manöver ist vor dem Manöver

Auf das Minenlegen folgte der zweite Übungsteil: die Minenräumung. Zuerst mussten Minenjagdboote die Minen ausfindig machen. Dann glitten Taucher auf den Grund der Ostsee hinab, um sie zu bergen. Für die zivile Schifffahrt bestand zu keiner Zeit eine Gefahr: Die Übungsminen hatten weder Zünder noch Sprengstoff, das Übungsgebiet war durchgehend gesichert und für andere Schiffe gesperrt.

Nach einer Woche auf See endete das Manöver Northern Coast. „Für die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Seestreitkräfte ist Minenkriegsführung eine Kernkompetenz im Ostseeraum“, bilanziert Kapitän zur See Leonards. „Der Verband hat bewiesen, dass er diese Fähigkeiten souverän beherrscht und das Zusammenspiel der multinationalen Kräfte hervorragend funktioniert.“

von Heiko Herold  E-Mail schreiben

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