Marine

Missile Firing Exercise 2020: Flugkörperschießen vor Norwegen

Missile Firing Exercise 2020: Flugkörperschießen vor Norwegen

  • Übung
  • Marine
Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
2 MIN

Die Fregatten „Mecklenburg-Vorpommern“ und „Lübeck“ sind am 24. August zur jährlichen Missile Firing Exercise der Marine aufgebrochen. Ende September werden sie in ihren Heimathafen Wilhelmshaven zurückkehren.

Ein graues Schiff passiert eine Hafeneinfahrt.

Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ verlässt ihren Heimathafen

Bundeswehr/Niels Onken

Neben den Schiffen der Einsatzflottille 2 sind auch die Korvette „Erfurt“ des 1. Korvettengeschwaders, Bordhubschrauber des Marinefliegergeschwaders 5 und ein Seefernaufklärer des Marinefliegergeschwaders 3 an der Übung beteiligt. Auch eine Fregatte der norwegischen Marine wird an dem Vorhaben teilnehmen. Begleitet werden sie durch das Vermessungsboot „Helmsand“ des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.

Auf die beiden Fregatten und die Korvette samt ihren Besatzungen wartet im Schießgebiet Andoya vor der Küste Nordnorwegens eine intensive, fordernde Woche. Die Schiffe verschießen unter anderem Seeziel- und Flugabwehrraketen.

„Insbesondere für den Auftrag Landes- und Bündnisverteidigung müssen unsere Besatzungen ihre Waffensysteme beherrschen“, erklärt der Test Director, Kapitän zur See Michael Sauerborn. Er ist Leiter des Flugkörperschießens. „Dazu gehört schlussendlich auch der scharfe Schuss. Nur so kann die Funktionsfähigkeit nachgewiesen werden und die Soldatinnen und Soldaten damit das Vertrauen in die Waffensysteme erhalten.“

Ebenfalls werden „Mecklenburg-Vorpommern“, „Lübeck“ und „Erfurt“ im Schießgebiet den Naval Gunfire Support, das Artillerie-Landzielschießen üben. Dabei unterstützen Marineschiffe an Land kämpfende Soldaten mit ihren Bordgeschützen. Das Heer schickt Soldaten für die sogenannte Joint Fire Support Coordination. Gemeinsam üben beide Teilstreitkräfte hier die taktische Feuerunterstützung.

Flugkörper Harpoon ersetzt Exocet auf der Brandenburg-Klasse

Außer diesen Teilvorhaben wird die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ erstmals einen Seeziel-Lenkflugkörper des Typs AGM-84 Harpoon mit scharfem Gefechtskopf abfeuern. 2019 hatte die Fregatte „Schleswig-Holstein“ als erste der Klasse 123 bereits zwei erfolgreiche Teststarts vorgenommen. Zuvor hatten die Fregatten dieser Klasse, wozu sowohl die „Mecklenburg-Vorpommern“ als auch die „Schleswig-Holstein“ gehören, noch Seezielflugkörper des Typs MM38 Exocet genutzt.

Das Schießgebiet des Andoya Test Center liegt im nördlichen Teil Norwegens, wenige Kilometer oberhalb des Polarkreises. Hier kann die Deutsche Marine alle Ihre Flugkörpertypen abfeuern, ohne Unbeteiligte auch nur im Geringsten zu gefährden. Das Schießgebiet liegt weit entfernt von Seewegen, die die zivile Schifffahrt nutzt. So kommt jedes Schiff zu Übungsanteilen, die speziell auf seine Fähigkeiten angepasst sind, darunter eben die Reichweiten seiner Hauptwaffen.

von  Presse- und Informationszentrum Marine (mmo/onk)  E-Mail schreiben