Die Fregatten der Brandenburg-Klasse

Fregatte Brandenburg-Klasse F217
  • 51.700 PS Gesamtleistung mit zwei Gasturbinen

  • > 29 Knoten Höchstgeschwindigkeit

  • Mach 4 Geschwindigkeit der Flugabwehrrakete ESSM

Die U-Jagd-Spezialisten

Seit ihrer Indienststellung dienen die vier Schiffe der Klasse F123 vor allem zur U-Boot-Jagd. Dazu können sie sowohl ihr Bugsonar einsetzen als auch je zwei Bordhubschrauber des Typs Sea Lynx. Diese erweitern den U-Jagd-Bereich der Schiffe mit ihrem Tauchsonar und ihren Torpedos. Mit dieser Schwerpunktfähigkeit ergänzen die Kriegsschiffe der Brandenburg-Klasse ideal die Fregatten der Klasse 124, deren Hauptaufgabe die weitreichende Luftverteidigung ist.

Erstmals ließ die Marine die Brandenburg-Klasse mit einer Senkrecht-Startanlage ausrüsten. Das Vertical Launch System VLS Mk41 ist vor der Brücke eingebaut und geht im Rumpf durch mehrere Decks. Aus 16 Zellen können die Schiffe der Brandenburg-Klasse Lenkflugkörper vom Typ NSSM zur Flugabwehr verschießen.

Seit einer sogenannten Fähigkeitsanpassung 2014 hat die Brandenburg-Klasse auch ESSM-Flugkörper mittlerer Reichweite eingerüstet. Das ermöglicht es den Schiffen, im Umkreis von über 50 Kilometern die Luftverteidigung zu übernehmen. Sie sind so zu echten Mehrzweckkampfschiffen geworden.

Die vier Fregatten der Brandenburg-Klasse verfügen für den Waffeneinsatz über leistungsfähige Radaranlagen zur See- und Luftraumüberwachung sowie zur Feuerleitung. Sonar, Systeme zur elektronischen Kampfführung sowie Fernmelde- und Datenübertragungsanlagen vervollständigen die Ausrüstung. Gerade der gut ausgestattete Funkraum lässt zu, dass die Brandenburg-Klasse auch Führungsaufgaben übernimmt.

Die Besatzung

236 Soldatinnen und Soldaten arbeiten an Bord einer Fregatte vom Typ 123. Wie auf jedem anderen Marineschiff stellen auf See mehrstündige Seewachen einen 24-Stunden-Betrieb an Bord sicher.

Die Schiffe

  • F215 „Brandenburg“, in Dienst gestellt am 14. Oktober 1994
  • F216 „Schleswig-Holstein“, in Dienst gestellt am 24. November 1994
  • F217 „Bayern“, in Dienst gestellt am 15. Juni 1996
  • F218 „Mecklenburg-Vorpommern“, in Dienst gestellt am 6. Dezember 1996

Totale eines grauen Kriegsschiffs auf dem offenen Meer

Die „Brandenburg“, Typschiff der Klasse F123. Gut erkennbar ist die angewinkelte Bordwand, die die Radarsignatur des Kriegsschiffs deutlich kleiner macht, als es tatsächlich groß ist.

Bundeswehr/Sascha Jonack


Technische Daten

Maße

  • 139,0 m Länge
  • 16,7 m Breite
  • 6,3 m Tiefgang
  • 4.900 t Verdrängung

Antrieb

  • Typ CODOG (kombinierter Dieselmotor- oder Gasturbinenantrieb)
  • 2 x Gasturbine
  • 2 x Dieselmotor
  • Gesamtleistung: 38.000 kW (51.700 PS)
  • 2 Propeller
  • Geschwindigkeit: mehr als 29 Knoten

Sensoren

  • 1 × Multifunktionsradar SMART-S
  • 1 × Luftraum-Überwachungsradar LW 08, Reichweite: mehr als 260 km
  • 2 x Feuerleitradar STIR 180
  • 1 × Bugsonar DSQS-23BZ
  • 1 x Video- und Infrarot-Zielverfolgung MSP 600
  • 1 x EK-System FL 1800 S (Elektronische Aufklärung/Elektronischer Kampf)
  • 2 × Navigationsradar

Waffen

  • 1 x Hauptgeschütz 76 mm Compact, Reichweite: mehr als 18 km
  • 2 x Maschinenkanone 27 mm MLGMarineleichtgeschütz
  • 4 x schweres Maschinengewehr 12,7 mm
  • 2 x Starter für Seezielflugkörper RGM-84 Harpoon, Reichweite mehr als 220 km
  • 1 x Senkrecht-Startsystem VLS Mk41 für Flugabwehrraketen NSSM und ESSM, Reichweite: mehr als 50 km (ESSM)
  • 2 x Starter für Nahbereichsflugabwehr RIM-116 RAM
  • 2 x Torpedorohrsatz für Leichtgewichtstorpedo Mk46
  • 4 x Täuschkörperwurfanlage MASS

Besatzung und Sonstiges

  • Stammcrew: 214 Soldaten und Soldatinnen
  • Zusatzpersonal (für Bordhubschrauber): 18 Soldaten und Soldatinnen
  • 2 x Beiboot Modell Boomeranger
  • 2 x Bordhubschrauber Sea Lynx Mk88A (an Bord nur für den Einsatz)

Die Fregatten der Brandenburg-Klasse in Aktion

Weitere Schiffe und Boote

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