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Hilfeleistung

Marinetaucher: Suchen und Bergen in Kiel-Schilksee

Marinetaucher: Suchen und Bergen in Kiel-Schilksee

Datum:
Ort:
Kiel
Lesedauer:
2 MIN

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Nach dem verheerenden Sturm am 20. Oktober helfen Marinesoldaten bei den Aufräumarbeiten in der Landeshauptstadt Kiel. Die Tauchergruppe des Marinestützpunktkommandos nutzte dies für eine Übung unter realen Bedingungen. Viele Objekte konnten im Yachthafen Kiel-Schilksee identifiziert werden.

Mehrere Boote befinden sich auch einem Schlauchboot, welches in einem Hafen schwimmt.

Die Tauchergruppe des Marinestützpunktes Kiel hilft nach dem verheerenden Sturm im Oktober 2023 Wracks aufzuspüren

Bundeswehr/Marcel Kröncke

Besonders schwer hat es in Kiel-Schilksee – wie an so vielen Orten entlang der Ostseeküste – den Hafen getroffen. Dieser dient nicht nur als Olympiastützpunkt der deutschen Segelteams, sondern ist auch Austragungsort der Segelwettbewerbe der jährlichen Kieler Woche. Die Wassermassen überrollten den Olympiahafen von 1972 förmlich und hinterließen Unmengen an zerstörten und gesunkenen Booten. 

Nach dem Sturm: Marinetaucher sagen Hilfe zu

Nach dem Sturm galt es, diese zu lokalisieren und an die Oberfläche zu befördern. Für diese Aufgabe brauchte die Stadt Kiel dringend Taucher und verbreitete einen Suchaufruf in den Lokalnachrichten. Als der Leiter der Tauchergruppe des Marinestützpunktkommandos Kiel-Wik, Stabsbootsmann U., dies las, fasste er einen schnellen Entschluss – und wollte mit seinen Männern helfen! Am nächsten Tag stellte er seine Idee dem stellvertretenden Kommandeur des Marinestützpunktkommandos, Fregattenkapitän Torsten Hain, vor. Auch er war von dem Einsatz seiner Marinesoldaten sehr angetan und gab hierfür sein „Go“. 

Übung unter realen Bedingungen

Als Erstes musste die Führung der Tauchergruppe alle bürokratischen Hindernisse aus dem Weg räumen. Hierfür vergewisserten sie sich bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, ob irgendeine Firma etwas gegen eine schnelle und freiwillige Hilfe der Marinesoldaten einzuwenden hätte. Niemand hatte Einwände – ganz im Gegenteil: Vonseiten der Stadt Kiel war man hocherfreut über diese unkomplizierte Art der Hilfeleistung. Um die Freigabe des Einsatzes noch einmal zu beschleunigen, machte die Tauchergruppe daraus kurzerhand eine Übung unter realen Bedingungen.

Unter Wasser viele Objekte identifiziert

So fuhr die gesamte Tauchergruppe mit Unterstützungspersonal, zwei Booten und einem mobilen Sonargerät in den Yachthafen Kiel-Schilksee. Nach Abstimmung mit dem Hafenmeister erstellten sie zuerst ein Unterwasserlagebild. Am ersten Tag identifizierten die Marinesoldaten mehr als 25 Objekte in dem Gewässer. Ob es sich tatsächlich um gesunkene Boote oder andere angespülte Gegenstände handelt, muss sich bei weiteren Kontrollen erst noch zeigen. Zwar waren schon die aus dem Wasser ragenden Maste einiger Yachten zu sehen. Aber was sich letztlich alles unter der Wasseroberfläche verbirgt, darüber gab es bislang keine genauen Informationen. 

Ein Taucher ragt aus dem Wasser und spricht mit Soldaten auf einem Schlauchboot.

Ein Taucher sucht den Hafen in Kiel-Schilksee nach gesunkenen Booten und anderen Gegenständen ab

Bundeswehr/Marcel Kröncke

Und um genau diese Informationen geht es bei der Arbeit der Marinetaucher, die sicherlich noch einige Tage dauern wird. Anschließen werden die Taucher helfen, die Boote zu bergen; dies natürlich unentgeltlich. Denn nicht jeder hat ausreichend Mittel, um für die Bergung seines Bootes in Vorleistung zu gehen. Trotz allem steht am Ende ein gemeinsames Ziel: Hilfe zu leisten, um den Olympiahafen Kiel-Schilksee für die Kieler Woche 2024 wieder fit zu machen.

von Tim Gabrys  E-Mail schreiben

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