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Marine
Maritime Abhängigkeit

3. Deutschlands maritimes Netzwerk

In Deutschland gibt es mehrere unterschiedliche Organisationen, die gemeinsam mit dem Sicherheitsmanagement auf See, an Bord von Schiffen und in Häfen beauftragt sind. Die Marine ist nur eine davon.

Großes Büro mit vielen Bildschirmen

MSZ Cuxhaven/Erik Kueger

In Deutschland sind 15 Behörden und Organisationen gemeinsam für Sicherheit im maritimen Umfeld – in einem umfassenden, integrierten Sinn – zuständig. 

Das Maritime Sicherheitszentrum

Elf der deutschen maritimen Organisationen koordinieren sich vornehmlich über eine gemeinsame Einrichtung, das Maritime Sicherheitszentrum (MSZMaritimes Sicherheitszentrum). Hier arbeiten die folgenden deutschen Bundes- und Länderbehörden zusammen: die Bundespolizei, der Zoll, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, die fünf Wasserschutzpolizeien, das Havariekommando und die Marine. 

Das MSZMaritimes Sicherheitszentrum bündelt die Fachkompetenzen dieser elf Behörden an einem Ort – und erleichtert dadurch den Informationsaustausch zwischen ihnen wie auch ihre praktische Zusammenarbeit. Das konkrete Werkzeug dafür ist das Gemeinsame Lagezentrum See im Gebäude des MSZMaritimes Sicherheitszentrum in Cuxhaven an der Mündung der Elbe in die Nordsee. Hier arbeiten die Vertreterinnen und Vertreter der maritimen Sicherheitsbehörden rund um die Uhr an 365 Tagen des Jahres eng zusammen.

Die Basis ihrer Arbeit besteht vor allem aus dem Sammeln und Bewerten der vielen Daten von unterschiedlichen Dienststellen, die in das gemeinsame Lagebild einfließen und die für die maritime Sicherheit zwingend erforderlich sind. Mit Hilfe des Lagebilds legen die beteiligten Partner zum Beispiel fest: Welche Schiffe oder Boote kontrollieren welche Bereiche der deutschen Küstengewässer vor Ort, um dort Rechtsbrüche zu verhindern? Welche Mittel müssen die Behörden einsetzen, um mögliche Rechtsbrüche zu verhindern oder aufzuklären? Wessen Kompetenzen und Fähigkeiten helfen in unterschiedlichen Lagen am besten? Die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Landes- und Bundesbehörden auf kurzem Dienstweg ist die besondere Stärke dieses einzigartigen Netzwerkes.

Blick auf einen Hafenbereich mit Schiff, Brücke und Gebäuden
Externer Link

Maritimes Sicherheitszentrum

Ein Netzwerk für die deutsche maritime Sicherheit

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Zum Vergleich: das internationale maritime Netzwerk

Verschiedene, voneinander unabhängige internationale Organisationen beschäftigen sich mit der globalen Schifffahrt. Ihre wichtigsten Funktionen sind das Festlegen von Regeln und Standards sowie die Behandlung von Rechtsfällen – und nötigenfalls die Streitschlichtung.

Die International Maritime Organization (IMOInternational Maritime Organization), auf Deutsch Weltschifffahrtorganisation, mit ihrem Hauptsitz in London gehört als spezialisierte Agentur zu den Vereinten Nationen. Sie setzt einen übergeordneten Rechtsrahmen für die Schifffahrt, dessen zentraler Baustein das Seerechtsübereinkommen UNCLOSUnited Nations Convention on the Law of the Sea ist. Sie befasst sich auch mit den Bereichen Betriebssicherheit und Umweltschutz.

Das International Tribunal for the Law of the Sea (ITLOSInternational Tribunal for the Law of the Sea), zu Deutsch Seegerichtshof, ist auf Grundlage des Seerechtsübereinkommens UNCLOSUnited Nations Convention on the Law of the Sea geschaffen worden. Es ist dennoch kein Organ der UNUnited Nations wie die IMOInternational Maritime Organization. Der Seegerichtshof ist die wichtigste unabhängige Institution zur Schlichtung von maritimen Streitfällen im Zusammenhang mit dem Seerechtsübereinkommen und hat seinen Sitz in Hamburg.

Die International Hydrographic Organization (IHOInternational Hydrographic Organization) ist quasi die Weltfachvereinigung für die Vermessung der Ozeane. Sie organisiert weltweite navigatorische Standards und ihre Daten sind Grundlage von Rechtsprechung. In dieser internationalen gehören Organisation sind die nationalen Hydrographie-Institutionen ihrer Mitgliedstaaten vertreten, wie zum Beispiel das deutsche BSHBundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. Ihr Sitz ist Monaco.

Das International Maritime Bureau (IMB International Maritime Bureau) ist eine Abteilung der Internationalen Handelskammer. Es ist auf Überwachung, Analyse und Beratung in Sachen Kriminalität im maritimen Umfeld spezialisiert. Zu seinen Dienstleistungen gehört auch das IMBInstitut für Mikrobiologie der Bundeswehr Piracy Reporting Centre in Kuala Lumpur.

Die International Maritime Rescue Federation (IMRFInternational Maritime Rescue Federation) ist als Nichtregierungsorganisation der globale Verband von nationalen Seenotrettungsorganisationen, darunter die deutsche DGzRSDeutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Sie unterstützt unter anderem ihre Mitglieder durch Training und Entwicklung für die maritime Search and Rescue weltweit. Sie hat Beraterstatus bei der IMOInternational Maritime Organization und sitzt in London.

Die International Association of Classification Societies (IACSInternational Association of Classification Societies) ist eine Nichtregierungsorganisation beziehungsweise der Verband global wichtigsten Klassifikationsgesellschaften. Sie sind Unternehmen, die technische Standards von Schiffen und Offshore-Anlagen erstellen und begutachten, worauf im Wesentlichen die technische Sicherheit der globalen Schifffahrt basiert. Auch sind sie in der Forschung tätig. Sitz der IACSInternational Association of Classification Societies ist London. 

Neben diesen teils unabhängigen Organisationen bestehen einflussreiche internationale Interessenverbände von Schiffseignern. Dazu gehören die International Chamber of Shipping (ICSInternational Chamber of Shipping), die European Community Shipowners’ Associations (ECSAEuropean Community Shipowners' Associations) und der Baltic and International Maritime Council (BIMCOBaltic and International Maritime Council). Der Verband Deutscher Reeder zum Beispiel ist Mitglied der ICSInternational Chamber of Shipping und der ECSAEuropean Community Shipowners' Associations.

Autor: Marineschifffahrtleitung | E-Mail schreiben

Veröffentlicht am: 12.11.2024, zuletzt aktualisiert am: 17.06.2025
Ort: Hamburg
Lesedauer: 4 Minuten

Ein großes Baugerüst mit Schutzplane steht im Schwimmdock in einem Hafen
Maritime Abhängigkeit

4. Schiffbau und Handelsflotte

Jedes Jahr ändert sich die Zusammensetzung der Handelsflotte. Es werden Schiffe gebaut, verkauft, verschrottet oder sind Totalverluste.

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