Zum Vergleich: das internationale maritime Netzwerk
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Verschiedene, voneinander unabhängige internationale Organisationen beschäftigen sich mit der globalen Schifffahrt. Ihre wichtigsten Funktionen sind das Festlegen von Regeln und Standards sowie die Behandlung von Rechtsfällen – und nötigenfalls die Streitschlichtung.
Die International Maritime Organization (IMO), auf Deutsch Weltschifffahrtorganisation, mit ihrem Hauptsitz in London gehört als spezialisierte Agentur zu den Vereinten Nationen. Sie setzt einen übergeordneten Rechtsrahmen für die Schifffahrt, dessen zentraler Baustein das Seerechtsübereinkommen UNCLOS ist. Sie befasst sich auch mit den Bereichen Betriebssicherheit und Umweltschutz.
Das International Tribunal for the Law of the Sea (ITLOS), zu Deutsch Seegerichtshof, ist auf Grundlage des Seerechtsübereinkommens UNCLOS geschaffen worden. Es ist dennoch kein Organ der UN wie die IMO. Der Seegerichtshof ist die wichtigste unabhängige Institution zur Schlichtung von maritimen Streitfällen im Zusammenhang mit dem Seerechtsübereinkommen und hat seinen Sitz in Hamburg.
Die International Hydrographic Organization (IHO) ist quasi die Weltfachvereinigung für die Vermessung der Ozeane. Sie organisiert weltweite navigatorische Standards und ihre Daten sind Grundlage von Rechtsprechung. In dieser internationalen gehören Organisation sind die nationalen Hydrographie-Institutionen ihrer Mitgliedstaaten vertreten, wie zum Beispiel das deutsche BSH. Ihr Sitz ist Monaco.
Das International Maritime Bureau (IMB) ist eine Abteilung der Internationalen Handelskammer. Es ist auf Überwachung, Analyse und Beratung in Sachen Kriminalität im maritimen Umfeld spezialisiert. Zu seinen Dienstleistungen gehört auch das IMB Piracy Reporting Centre in Kuala Lumpur.
Die International Maritime Rescue Federation (IMRF) ist als Nichtregierungsorganisation der globale Verband von nationalen Seenotrettungsorganisationen, darunter die deutsche DGzRS. Sie unterstützt unter anderem ihre Mitglieder durch Training und Entwicklung für die maritime Search and Rescue weltweit. Sie hat Beraterstatus bei der IMO und sitzt in London.
Die International Association of Classification Societies (IACS) ist eine Nichtregierungsorganisation beziehungsweise der Verband global wichtigsten Klassifikationsgesellschaften. Sie sind Unternehmen, die technische Standards von Schiffen und Offshore-Anlagen erstellen und begutachten, worauf im Wesentlichen die technische Sicherheit der globalen Schifffahrt basiert. Auch sind sie in der Forschung tätig. Sitz der IACS ist London.
Neben diesen teils unabhängigen Organisationen bestehen einflussreiche internationale Interessenverbände von Schiffseignern. Dazu gehören die International Chamber of Shipping (ICS), die European Community Shipowners’ Associations (ECSA) und der Baltic and International Maritime Council (BIMCO). Der Verband Deutscher Reeder zum Beispiel ist Mitglied der ICS und der ECSA.