Bundeswehr verlegt Hubschrauber nach Kabul

Bundeswehr verlegt Hubschrauber nach Kabul

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Berlin
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Zur Unterstützung der Evakuierungsoperation in Kabul verlegt die Bundeswehr zwei leichte Hubschrauber vom Typ H145M nach Afghanistan. Sie könnten kleine Gruppen zu Evakuierender im Stadtgebiet aufnehmen. Der Zugang zum Flughafen auf dem Landweg ist aufgrund der instabilen Lage weiterhin nicht gesichert. Die Maschinen werden ab morgen einsatzklar sein.

Mehrere Soldaten beim Verladen eines Hubschraubers vom Typ H145M in ein Transportflugzeug A400M

Soldaten verladen einen Hubschrauber H145M vom Hubschraubergeschwader 64 in den A400M.

Bundeswehr/Jane Schmidt

Die Bundeswehr verlegt heute zwei leichte Mehrzweckhubschrauber des Typs H145M nach Afghanistan, um die Evakuierungsoperation in Kabul zu unterstützen. Sie werden mit einem Transportflugzeug A 400 M nach Kabul transportiert.

15 Maschinen des LUH SOFLight Utility Helicopter – Special Operation Forces (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) hat die Bundeswehr 2017 nach umfangreichen Erprobungen eingeführt. Der Hubschrauber dient grundsätzlich dazu, Kräfte auf engen Landeplätzen abzusetzen, auch im innerstädtischen Raum und in Gebieten mit schlechter Infrastruktur. Der Hubschrauber kann zudem zur Beobachtung und Aufklärung sowie für Rettungsoperationen genutzt werden.

Evakuierungen aus dem Stadtgebiet Kabuls

In Kabul ist auch geplant, mit dem LUH kleinere Gruppen zu Evakuierender im Stadtgebiet aufzunehmen und sicher zum Flughafen zu transportieren.

Derzeit ist aufgrund der turbulenten und unübersichtlichen Lage im Umfeld des Flughafens ein gesicherter Zugang auf dem Landweg schwierig. Weiterhin versuchen tausende Ausreisewilliger, auf das Flughafengelände zu gelangen. Für den taktischen Führer vor Ort ist daher ein Mix aus militärischen Kräften und Mitteln nötig, um weitere Handlungsoptionen zu erhalten. Für jeden Einsatz der Hubschrauber wird es eine Risikoabwägung geben und eine Freigabe eingeholt.

Rund 1.700 Menschen in Sicherheit, aber neue Hilfsgesuche

In der Nacht sind weitere Evakuierte in Taschkent angekommen. Insgesamt hat die Bundeswehr seit Wochenanfang rund 1.700 deutsche Staatsbürger, Ortskräfte und weitere zu Schützende ausgeflogen.

Jedoch sind beim Auswärtigen Amt und anderen Ressorts zwischenzeitlich in hoher Zahl weitere Hilfsgesuche deutscher Staatsangehöriger und ehemaliger Ortskräfte eingegangen, sodass die Zahl der noch zu Evakuierenden weiter hoch bleibt. Die Bundeswehr setzt ihre Rettungsflüge unvermindert fort.

von Simona Boyer

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