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Aufträge und Beschaffung der Bundeswehr: Rüstung, Güter und Infrastruktur im Überblick

Wie wird man Vertragspartner der Bundeswehr? Unternehmen finden hier aktuelle Informationen zu Ausschreibungen, Vergabeverfahren und Zuständigkeiten. Aufträge werden beispielsweise in Bereichen wie Rüstung, ITInformationstechnik, Güter und Infrastruktur vergeben.

Ein Soldat lenkt eine kleine Drohne. Im Hintergrund ein mit Zweigen getarnter Panzer im Wald.

Bundeswehr/Dorow

Die Bundeswehr hat einen von der Verfassung vorgegebenen Auftrag zur Landes- und Bündnisverteidigung. Um diesen zu erfüllen, müssen die Soldatinnen und Soldaten mit dem passenden Material ausgerüstet und die notwendige Infrastruktur bereitgestellt werden. Die Deckung dieses Bedarfs, also an Material und Dienstleistungen, ist der Bundeswehrverwaltung übertragen. Die für die Ausstattung der Streitkräfte erforderlichen Aufträge an Industrie, Handel und Gewerbe werden daher von den dafür vorgesehenen Dienststellen der Bundeswehrverwaltung vergeben.

Erhalten Sie hier aktuelle Informationen über die Beschaffung der Bundeswehr und wie Vergaben und Ausschreibungen funktionieren.

Allgemeines

Auftraggeber Bundeswehr

Artikel 87b des Grundgesetzes sieht vor, dass der Personal- und Sachbedarf der Truppe durch eine zivile Verwaltung gedeckt wird. Dieser verfassungsrechtliche Auftrag zur unmittelbaren Deckung des Personal- und Sachbedarfs der Streitkräfte obliegt der zur Bundeswehr gehörenden Bundeswehrverwaltung.

Welcher Bereich beziehungsweise welches Amt aus der Bundeswehrverwaltung für einen Beschaffungsvorgang zuständig ist, hängt unter anderem von der Art der Beschaffung und vom Auftragsvolumen ab. 

Während unter anderem das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) im Schwerpunkt für Rüstungsprojekte und Produkte mit Waffensystembezug verantwortlich ist, übernimmt das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr) die Beschaffung marktverfügbarer Güter und Dienstleistungen. Zusätzlich vergeben nachgeordnete Dienststellen der beiden Ämter auch Aufträge der zentralen Beschaffung.

Unterschiede zwischen der Beschaffung gibt es zudem je nach Auftragswert. Seit Juli 2025 sind bis zu einer Grenze von 143.000 Euro Direktaufträge bei Beschaffungen in Oberbehörden möglich. Das bedeutet, dass die Bundeswehr direkt, ohne Einleitung eines förmlichen Vergabeverfahrens, Einkäufe tätigen kann. Bundeswehr-Dienstleistungszentren dürfen dabei sogar Direktaufträge bis 221.000 Euro vergeben.

Öffentlicher Auftrag

Die Bundeswehr investiert Jahr für Jahr viele Milliarden in moderne Ausrüstung und Ausstattung ihrer Soldatinnen und Soldaten – in Waffen- und ITInformationstechnik-Systeme, Panzer, Flugzeuge, Schiffe oder auch in die Bekleidung der Einsatzkräfte. Der Erwerb dieses Materials, muss sich am Grundsatz der Wirtschaftlichkeit orientieren. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Verteidigungsminister Boris Pistorius durch eine Reihe von Maßnahmen das Beschaffungswesen der Bundeswehr massiv beschleunigt und damit die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte verbessert.

Das Verteidigungsministerium ist dafür verantwortlich, dass die Bundeswehr im Einklang mit ihren Aufgaben und ihrem daraus abgeleiteten Fähigkeitsprofil ausgestattet ist. Zuständig für die Beschaffung von Rüstungsgütern ist im Ministerium die Abteilung Rüstung (Rü). Sie plant, steuert und kontrolliert im Rahmen des vom Deutschen Bundestag beschlossenen Verteidigungshaushalts die nationalen und internationalen Rüstungsaktivitäten.

Zuständig für den Erwerb moderner Technik und modernen Geräts ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) in Koblenz, das der Abteilung Rüstung im Verteidigungsministerium unterstellt ist. Die Behörde mit mehr als 11.000 militärischen und zivilen Beschäftigten ist somit der zentrale Einkäufer der Bundeswehr. Beschaffungsprojekte mit einem Volumen von mehr als 25 Millionen Euro müssen vor dem Vertragsschluss durch Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligt werden.

Der Beschaffungsprozess im Überblick
 

Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr), im nachgeordneten Bereich die Bundeswehr-Dienstleistungszentren (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum), die Bundeswehrverwaltungsstellen (BWVStBundeswehrverwaltungsstelle) im Ausland und das Verpflegungsamt der Bundeswehr (VpflABwVerpflegungsamt der Bundeswehr) beschaffen als öffentliche Auftraggeber Leistungen für die Bundeswehr auf dem Weg der gesetzlich vorgeschriebenen Beschaffungsverfahren. Dazu gehören handelsübliche und marktverfügbare Güter (u.a. Sachgüter, Dienstleitungen und Rechte).

Beschaffung

Entsprechend dem jeweiligen Auftragsgegenstand und dem prognostizierten Auftragswert richtet sich die Auftragsvergabe nach den Regelungen der Unterschwellenvergabeordnung (UVgOUnterschwellenvergabeordnung), der Vergabeordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgVVergabeverordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge), der Vergabeordnung Verteidigung und Sicherheit (VSVgVVergabeverordnung Verteidigung und Sicherheit) oder der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOBVergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen). 

Diese kennen verschiedene Vergabearten mit und ohne vorhergehenden öffentlichen Teilnahmewettbewerb. Ein Teilnahmewettbewerb stellt eine vorgezogene Eignungsprüfung dar.

Außerdem werden im Zuge der Auftragserfüllung sogenannte besondere Methoden und Instrumente in Vergabeverfahren genutzt wie beispielsweise das dynamische Beschaffungssystem oder elektronische Kataloge.
Je nach Auftragswert werden Aufträge national oder europaweit ausgeschrieben. Die Bekanntmachungen erfolgen grundsätzlich in deutscher Sprache. Die gleiche Anforderung wird in der Regel an die Abgabe der Angebote gestellt.

Die Ausschreibung von Vergaben der Bundeswehr erfolgt, wie bei allen Vergabeverfahren des Bundes, über das Internetportal der Bundesverwaltung. Erste Informationen, wie Sie sich bewerben können und wo Sie weitere Informationen finden, zum Beispiel zum Thema e-Vergabe, erhalten Sie auf dieser Seite.

Die Bundeswehr veröffentlicht europaweite Ausschreibungen im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union, ted.europa.eu. Bei europaweiten und nationalen Ausschreibungen erfolgt die Veröffentlichung auf dem zentralen Portal öffentlicher Auftraggeber aus Bund, Ländern und Kommunen unter oeffentlichevergabe.de und auf www.evergabe-online.de.

Auf der Internetseite www.bundesbau.de erfahren Sie mehr zu aktuellen zivilen und militärischen Bauprojekten.

An diesen Vergaben kann sich jedes Unternehmen der Industrie, des Handels und des Handwerks beteiligen. Weitere Informationen über das Beschaffungsverfahren der Bundeswehr können der Homepage www.bundeswehr.de entnommen werden.

Initiativvorstellungen von Unternehmen, die außerhalb der auf den vorgenannten Portalen veröffentlichten Ausschreibungen an die Bundeswehr gerichtet werden, können leider keine Berücksichtigung finden.

Vertragspartner werden

Möchten Sie Vertragspartner der Bundeswehr werden, informieren Sie sich über aktuelle Ausschreibungen und nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit den fachlich zuständigen Stellen auf.

Je nach Leistungsbereich sind unterschiedliche Beschaffungsstellen zuständig. Wählen Sie hier Ihren Schwerpunkt:

  • Aktuelle Informationen finden Sie auf der Vergabeseite des Beschaffungsamts.

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  • Aktuelle Informationen finden Sie auf der Vergabeseite des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen.

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  • Aktuelle Informationen und Ausschreibungen zu Bauvorhaben finden Sie unter folgendem Link:

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