Würdigungsappell im Bendlerblock

Corona-Amtshilfe der Bundeswehr: Zum Wohl des Landes

Corona-Amtshilfe der Bundeswehr: Zum Wohl des Landes

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

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Deutschland ist vergleichsweise glimpflich durch die Coronapandemie gekommen. Großen Anteil daran hatten die vielen tausend Bundeswehrangehörigen, die im Rahmen der Amtshilfe bei der Bewältigung der Pandemie halfen. 400 Corona-Helfer wurden nun stellvertretend für alle Beteiligten von der Verteidigungsministerin empfangen.

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Zehntausende Bundeswehrangehörige unterstützten Länder und Kommunen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. 400 Beteiligte wurden am 4. November bei einem Appell in Berlin von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht gewürdigt.

Mehr als zwei Jahre lang bauten sie Behelfskrankenhäuser auf, unterstützten bei der Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern und begleiteten Bürgerinnen und Bürger durch die Impfzentren: Ohne die Hilfe der Bundeswehrangehörigen wäre die Corona-Pandemie in Deutschland sicher schlimmer verlaufen. Auch dank des Einsatzes der Bundeswehr blieben Städte und Gemeinden trotz hoher Infektionszahlen arbeitsfähig.

Ein Porträt von Ministerin Lambrecht, die lächelnd in einem sonnigen Innenhof steht.
Verteidigungsministerin Lambrecht zur Leistung der Streitkräfte in der Corona-Pandemie Bundeswehr/Tom Twardy
Niemals war die Bundeswehr so präsent im eigenen Land wie in dieser Zeit. Niemals musste und konnte die Bundeswehr so vielen Bürgerinnen und Bürgern in Not helfen. Niemals wird dieses Land diese Hilfe in der Not vergessen.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte deshalb mehrere hundert Soldatinnen und Soldaten am 4. November an ihren Berliner Dienstsitz eingeladen, um sie bei einem Appell stellvertretend für ihre Kameradinnen und Kameraden zu würdigen. Auch Reservistendienstleistende und Zivilbeschäftigte wurden ausgezeichnet. Schließlich trugen auch sie zum Gelingen der bundeswehrgemeinsamen Kraftanstrengung bei. 

Nie war die Bundeswehr so gefordert

Die Corona-Amtshilfe sei für die Bundeswehr eine „historische Herausforderung“ gewesen, sagte Lambrecht auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums. „Nichts hat die Bundeswehr in der Heimat jemals so sehr gefordert wie Corona.“ Deutschland sei in einer dramatischen Lage gewesen, so die Ministerin. „Die Bundeswehr war dazu aufgerufen, in der Krise zu helfen. Und sie half in einem bisher beispiellosen Einsatz.“

Porträt eines lächelnden Soldaten mit Bart und dunkelblauem Barett
Hauptfeldwebel Matthias B. diente in Gesundheitsämtern und Impfzentren in Berlin und Brandenburg Bundeswehr/Torsten Kraatz
Ich wollte der Bevölkerung helfen und nicht tatenlos zu Hause sitzen. Ich war 150, 200 Tage in der Amtshilfe tätig. Es war manchmal anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Auch Reservistendienstleistende hätten daran entscheidenden Anteil gehabt, sagte Lambrecht. „Die Bundeswehr hat sich mit aller Kraft gegen das Virus gestemmt, gerade wenn andere an ihre Grenzen gestoßen sind.“ Dieses Engagement werde nicht vergessen werden, versprach die Ministerin. „Sie alle haben mit ihrer Hilfeleistung, ihrem Dienst an der Gesellschaft, einen großen Beitrag für das Ansehen der Bundeswehr in Deutschland und darüber hinaus geleistet.“ 

111.000 Bundeswehrangehörige halfen mit

Der Corona-Hilfseinsatz der Bundeswehr war der längste und größte in der Geschichte der deutschen Streitkräfte. Insgesamt 111.000 Bundeswehrangehörige wurden eingesetzt. In der Spitze waren an einem einzigen Tag – dem 15. Februar 2021 – rund 19.000 Bundeswehrangehörige in der Pandemiebekämpfung im Einsatz.

Eine Infografik die anhand von Zahlen aufzeigt, wie viele Bundeswehrangehörige in der Corona-Amtshilfe unterstützt haben.

Beeindruckende Zahlen: Der Hilfseinsatz zur Bewältigung der Corona-Pandemie war nicht nur der längste, sondern auch der größte in der Geschichte der Bundeswehr.

Bundeswehr

Rund 20 Millionen Arbeitsstunden wurden geleistet, um knapp 10.000 Amtshilfeersuchen der Länder und Kommunen zu entsprechen. Am 31. März 2022 wurde der Corona-Hilfseinsatz der Bundeswehr für beendet erklärt. Weitere Hilfen werden im Regelbetrieb geleistet. Das heißt: Die Streitkräfte unterstützen die Behörden im Rahmen der Amtshilfe bei Bedarf weiterhin, hält dafür aber keine Truppe mehr in Bereitschaft.

Porträt einer lächelnden Frau mit rotem Kopftuch
Arbeitnehmerin Amina K. half sechs Monate in einem Altenheim und im Impfzentrum der Stadt Köln Bundeswehr/Torsten Kraatz
Ich habe mich noch in der Probezeit für die Corona-Amtshilfe freiwillig gemeldet. Ich bin stolz, dass ich zur Bundeswehr gehöre und möchte dem Land helfen. Ich wäre jederzeit wieder dabei.

Dank des Städte- und Gemeindebundes

Alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche der Streitkräfte waren beim Würdigungsappell vertreten. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um ihrer Anerkennung Ausdruck zu verleihen: Darunter auch Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes als Ehrengast. 

Die Corona-Pandemie habe Städte, Gemeinden und Kreise in Deutschland weitgehend unvorbereitet getroffen, so Landsberg. „Unsere Verwaltungen hätten das ohne die Hilfe der Bundeswehr nicht in den Griff bekommen.“ Noch nie sei ein Amtshilfe-Einsatz so lange, so intensiv und so ungewöhnlich gewesen – aber die Bundeswehr habe sich einmal mehr als zuverlässige Stütze erwiesen. Dafür hätten die Streitkräfte den Dank der Bürgerinnen und Bürger redlich verdient. „Wir freuen uns sehr, dass man sich auf die Bundeswehr verlassen kann – und wir werden das auch in Zukunft tun.“

eine Münze, mittig der Bundesadler, in einem schwarzen Kästchen in der Hand eines Soldaten

Alle Corona-Helfer der Bundeswehr erhalten in den kommenden Monaten eine Münze zur Erinnerung an den Hilfseinsatz. Die ersten „Coins“ wurden beim Würdigungsappell im Bendlerblock ausgegeben.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Als Zeichen der Anerkennung überreichte die Verteidigungsministerin den Frauen und Männern eine eigens geprägte Münze. Im ersten Quartal nächsten Jahres sollen sie alle beteiligten Bundeswehrangehörigen erhalten: Als Erinnerung an einen denkwürdigen Hilfseinsatz, zu dessen Gelingen sie entscheidend beitrugen.

Impressionen

  • Blick über die Schultern von Soldaten auf eine große Videofläche mit Bundeswehr-Polygon

    Der Corona-Hilfseinsatz der Bundeswehr war der längste und größte in der Geschichte der deutschen Streitkräfte. Insgesamt 111.000 Bundeswehrangehörige wurden eingesetzt. Ihre Leistungen wurden nun bei einem Appell gewürdigt.

    Bundeswehr/Torsten Kraatz
  • General Zorn, Ministerin Lambrecht und ein Mann in langer schwarzer Jacke schreiten angetretene Soldaten ab

    Gemeinsam mit Generalinspekteur Eberhard Zorn und Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, schreitet Verteidigungsministerin Christine Lambrecht die Front der angetretenen Bundeswehrangehörigen ab

    Bundeswehr/Torsten Kraatz
  • blick auf einen Platz, wo am Pult die Ministerin spricht, weiter hinten sind Soldaten und Zivile in vier Reihen angetreten

    Ministerin Christine Lambrecht hatte rund 400 Soldatinnen und Soldaten, Reservistendienstleistende und Zivilbeschäftigte eingeladen, um sie bei einem Appell stellvertretend für alle eingesetzten Bundeswehrangehörigen zu würdigen

    Bundeswehr/Torsten Kraatz
  • 10 Soldaten, Soldatinnen und drei Zivile stehen auf einem Platz in einer Reihe, dahinter viele angetretene Soldaten

    Alle in der Corona-Amtshilfe eingesetzten Bundeswehr-Angehörigen bekommen als Zeichen der Anerkennung einen Coin der Ministerin: Dreizehn von ihnen direkt aus ihren Händen im Rahmen des Appells.

    Bundeswehr/Torsten Kraatz
  • Ministerin Lambrecht übergibt an eine Soldatin eine Münze in einer kleinen schwarzen Schachtel

    Ministerin Lambrecht übergibt einer Soldatin einen der ersten Coins als Erinnerung an einen denkwürdigen Hilfseinsatz. Im ersten Quartal nächsten Jahres sollen alle Beteiligten die Münze erhalten.

    Bundeswehr/Torsten Kraatz
von Timo Kather

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