Coronavirus: So bereitet die Bundeswehr sich vor

Coronavirus: So bereitet die Bundeswehr sich vor

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Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
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Die Bundeswehr nimmt die mögliche Ausbreitung des Coronavirus sehr ernst. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes werden in der Bundeswehr umgesetzt – zum Schutz aller Angehörigen der Truppe.

Krankenschwester und eine Kollegin mit Mundschutz im Gespräch.

Die Bundeswehrkrankenhäuser sind auf die Behandlung von Infizierten vorbereitet.

Bundeswehr/Jonas Weber

Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser sind darauf vorbereitet, mit dem Coronavirus infizierte Patientinnen und Patienten nach den gültigen Richtlinien in Einzelisolierung behandeln zu können. Zusätzlich stellt jedes der Bundeswehrkrankenhäuser Plätze für intensivpflichtig Coronavirus-Erkrankte bereit. Sollten diese Kapazitäten aufgrund erhöhter Fallzahlen nicht ausreichen, liegen Planungen vor, die eine Betreuung von weiteren Betroffenen ermöglichen. Ebenfalls geregelt sind mögliche personelle Unterstützungen in Spitzenzeiten durch Personal der Sanitätsregimenter.

Umfangreiche sanitätsdienstliche Versorgung

Die zentralen interdisziplinären Notaufnahmen der Bundeswehrkrankenhäuser trennen die verschiedenen Patientengruppen konsequent. Sie richten dazu einen Bereich für eine erste Sichtung, eine sogenannte Triage, ein. Dadurch werden so früh wie möglich ansteckungsverdächtige Personen von anderen Patientinnen und Patienten unterschieden. Es kann so räumlich Abstand eingehalten werden – eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor der Infektion. Die Behandlung und Diagnostik der möglichen mit dem Coronavirus in Kontakt gekommenen Patientinnen und Patienten erfolgt in einem gesonderten Bereich. Dadurch wird einer weiteren Ausbreitungsmöglichkeit vorgebeugt.

Auch für die „Hausarztpraxen“ der Bundeswehr, die Truppenarztbereiche der regionalen sanitätsdienstlichen Versorgung, wurde umfangreich Vorsorge getroffen. Wie mit möglichen Coronafällen umzugehen ist, regeln Handlungsempfehlungen, die durch das Robert-Koch-Institut für zivile Praxen zur Verfügung gestellt wurden.

Intensive Kooperation mit Robert-Koch-Institut

Die Bundeswehr ist nicht direkt in die nationale Planung zur Eindämmung einer länderübergreifenden Ausbreitung einer Infektionskrankheit, einer sogenannten Pandemie, eingebunden. Sie wendet diese aber für den eigenen Bereich in wesentlichen Teilen an.

Intensive und kontinuierliche Arbeitsbeziehungen zwischen den präventivmedizinischen Experten des Sanitätsdienstes und dem Robert-Koch-Institut sorgen für eine frühzeitige Einbindung in die jeweiligen Lagezentren und für einen Informationsaustausch zum Infektionsgeschehen in Deutschland. Daher sind die Maßnahmen des Sanitätsdienstes gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus immer im Einklang mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Maßnahmen in den Einsätzen der Bundeswehr

In Kooperation mit dem Einsatzführungskommando werden kontinuierlich die Einsatzkontingente informiert und zu Maßnahmen beraten. Vor den Verlegungen wird eine Anamnese erhoben, die die Aufenthaltsorte der Kontingentangehörigen vor dem Einsatz abfragt. Insbesondere der Impfschutz wird überprüft und da, wo nötig, vervollständigt. Für die Einsatzkontingente ist umfangreiche Vorsorge getroffen, die jeweils leitenden Hygieniker dienen als Ansprechpartner.  

Vorkehrungen für Übung Defender-Europe 20

Die Übung Defender-Europe 20 ist eine Übung unter Leitung der Streitkräfte der USAUnited States of America in Europa (USAREUR), an der sich Deutschland und zahlreiche andere Nationen beteiligen. Es findet derzeit zweimal täglich ein Informationsabgleich zwischen dem Lagezentrum des Kommando Streitkräftebasis der Bundeswehr in Bonn und dem Lagezentrum USAREUR in Wiesbaden zur aktuellen Lage und zum Sachstand Coronavirus statt.

Enge Zusammenarbeit mit USUnited States-Streitkräften

Sollten Verdachtsfälle bei den USUnited States-Streitkräften im Zusammenhang mit Defender-Europe 20 in Deutschland auftreten, erfolgen weitere Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr. Darüber hinaus finden Abstimmungen zwischen den regionalen deutschen Bundeswehr Sanitätseinrichtungen und regionalen sowie zivilen Entscheidungsträgern statt. Konkrete medizinische Schutzmaßnahmen erfolgen standardisiert im Einzelfall in Kooperation mit den USUnited States-Streitkräften und den zuständigen militärischen und zivilen deutschen Dienststellen.

Maßnahmen zu möglichen Isolierungen beziehungsweise Quarantäne von Verdachtsfällen und Kontaktpersonen sind regional in den deutschen Kasernen mit Unterkünften für Übungsteilnehmer sowie auch den USUnited States-Sanitätseinrichtungen in Deutschland vorbereitet.

Derzeit hat die Ausweitung des Coronavirus keine direkten Auswirkungen auf das Übungsgeschehen.

von Anne Bressem
  • Laborarbeiten mit Pipette
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