Funkkreis – Podcast der Bundeswehr

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Bundeswehr

Militärbeobachter werden – Frieden sichern

Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr bildet Militärbeobachter von allen Kontinenten aus. Kommandeur Oberst Werner Klaffus spricht in diesem Podcast mit Redakteurin Barbara Gantenbein darüber, wie die angehenden Militärbeobachter unbewaffnet verfeindeten Kriegsparteien entgegentreten und was den Lehrgang so besonders macht.

Audio-Transkription

Die Vereinten Nationen feiern in diesem Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum: die UNUnited Nations-Charta trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Darin festgelegt sind die Ziele Sicherung des Weltfriedens und Einhaltung des Völkerrechts.

Eingebettet in internationale Bündnisse unterstützt die Bundeswehr diese Ziele zum Beispiel mit der Ausbildung von Militärbeobachtern und Militärbeobachterinnen am Vereinte Nationen Ausbildungszentrum in Hammelburg.

Mut und diplomatisches Geschick

„Militärbeobachter sind unbewaffnete Offiziere, die in Konfliktländer gehen und sich zwischen die Konfliktparteien stellen“, erklärt Oberst Werner Klaffus, Kommandeur des Ausbildungszentrums. Eine schwierige und oftmals gefährliche Aufgabe. Neben einer umfangreichen Sanitätsausbildung und theoretischen Modulen durchlaufen die Teilnehmenden viele praktische Übungen. Dafür stellen sogenannte Rollenspieler typische Situationen nach, um die Soldatinnen und Soldaten optimal auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Das Ausbildungszentrum verfügt über eine komplette Unterstützungskompanie mit etwa 90 Personen. „Das ist vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal, dass wir in der Welt haben“, sagt Klaffus. Die Darstellenden übernehmen alle Rollen in den Szenarien, vom Bürgermeister über den Warlord bis hin zu Opfern von Vergewaltigung oder Folter. Mal geht es für die Lehrgangsteilnehmenden darum, verfeindete Parteien zur Abgabe ihrer Waffen zu bringen, mal darum, Kriegsverbrechen aufzudecken, immer natürlich unparteiisch und im Kontakt mit allen Beteiligten.

Gemeinsam für Frieden und Stabilität

„Die Einsätze der Vereinten Nationen sind immer multinationale Einsätze“, sagt Klaffus. „Eine der wesentlichen Leistungen des Vereinte Nationen Ausbildungszentrum in Hammelburg ist, dass wir dieses Szenario schon in der Ausbildung abbilden.“ So lernen Offizierinnen aus Afrika oder Europa gemeinsam mit Offizieren aus Asien oder Südamerika, wie man unterschiedlichste Interessen vereinbaren kann. Die Teilnehmenden kommen von allen Kontinenten, ebenso wie die Instruktoren und Instruktorinnen. Damit seien die Teilnehmenden praktisch in ihrem ersten Einsatz, wenn sie die Ausbildung durchlaufen, erläutert der Oberst.

Zehn Wochen dauert diese Ausbildung für deutsche Soldatinnen und Soldaten. Allein drei davon sind der Sanitätsausbildung gewidmet. Ein weiterer großer Block ist UNUnited Nations-Englisch, speziell Fachbegriffe, -verfahren und Gesprächsführung.

“Die Menschenrechte stehen immer an allervorderster Stelle“

Dies sei eine Prämisse von UNUnited Nations und NATONorth Atlantic Treaty Organization, erläutert Oberst Klaffus. Die Vereinten Nationen hätten aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre mit sich verändernden Kriegsbildern in den Einsatzländern dem Schutz von Zivilisten höchste Priorität eingeräumt. In diesem Zusammenhang würde auch die Ausbildung und der Einsatz von Militärbeobachterinnen immer wichtiger, gerade, wenn es um den Umgang mit weiblichen Opfern in Krisenregionen ginge: „Weil sie einfühlsamer reagieren können und eher in der Lage sind, mit vergewaltigten Frauen zu kommunizieren.“

Die UNUnited Nations haben deshalb den Frauenanteil in den Missionen auf 15 % erhöht. In Hammelburg wurden allein in den vergangenen zwei Jahren fast 50 Militärbeobachterinnen von vier Kontinenten ausgebildet. Dazu hatte das Verteidigungsministerium weltweit interessierte Offizierinnen eingeladen.

von Barbara Gantenbein

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