Bündnisverteidigung

Generalinspekteur der Bundeswehr Breuer: „Mehr Flecktarn auf der Autobahn“

Generalinspekteur der Bundeswehr Breuer: „Mehr Flecktarn auf der Autobahn“

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Rund 90.000 Soldatinnen und Soldaten aus 32 Nationen sind beim NATO-Großmanöver Steadfast Defender 2024 im Einsatz. 12.000 von ihnen entsendet die Bundeswehr und leistet mit der Übungsreihe Quadriga 2024 einen eigenen Beitrag. Generalinspekteur Carsten Breuer hat am 22. April 2024 erklärt, was die Bevölkerung auf den Straßen bis Ende Mai erwartet und was genau geübt wird.

Generalinspekteur Carsten Breuer spricht in der Bundespressekonferenz vor einer blauen Wand

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, erklärt in der Bundespressekonferenz in Berlin, welche Auswirkungen die Übungen Steadfast Defender 2024 und Quadriga 2024 auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Bei Steadfast Defender 2024 trainieren Soldatinnen und Soldaten aus allen NATO-Mitgliedstaaten die Landes- und Bündnisverteidigung. Der deutsche Anteil an Steadfast Defender firmiert unter der Bezeichnung Quadriga 2024. Die für die Bevölkerung besonders sichtbare Hochphase der Übung startete jetzt. Von der Alarmierung über den Aufmarsch bis zum Einsatz von Kräften muss im Bündnisfall alles schnell gehen. Im Fokus der Übung steht darum das schnelle Verlegen großer Truppenteile in die Einsatzräume.

„Es wird lauter und es wird voller werden auf Deutschlands Schienen, aber auch auf Deutschlands Straßen“, sagte General Breuer, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, in der Bundespressekonferenz in Berlin. Mehr Flecktarn auf der Autobahn sei ein ungewohnter Anblick für viele. Dies mache den militärischen Teil der Zeitenwende aus. Breuer betonte, dass das Übungsgeschehen trotz guter Vorbereitung von der NATO-Ebene bis zu den kommunalen Behörden Auswirkungen auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben werde. Man werde Schwertransporte mit gepanzerten Fahrzeugen auf Tiefladern und lange Kolonnen von militärischen Lkws unterschiedlicher Nationen auf den Straßen und Rasträume jenseits der Autobahn sehen.

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Sichtbare Übungsaktivitäten: Laut Generalinspekteur Carsten Breuer, wird die Bevölkerung mehr Truppe als sonst in der Öffentlichkeit erleben

General Breuer: „Die Übung der Zeitenwende“

Mit 12.000 Soldatinnen und Soldaten und 3.000 Fahrzeugen sei Deutschland einer der größten Truppensteller bei Steadfast Defender. Die Bundeswehr müsse üben und nochmals üben: „Jeder Handgriff muss sitzen“, betonte Breuer. Konkretes Übungsziel sei die Verlegung von Truppen aus dem gesamten NATO-Gebiet an die Ostflanke – auch aus Nordamerika über den Atlantik nach Europa. Personal und Material würden in schlagkräftige militärische Verbände zusammengeführt, so Breuer. Dabei sei der Übungsanteil überwiegend von Landstreitkräften geprägt. Der Übungsraum reiche von Nordnorwegen über Polen bis nach Litauen und Rumänien. 

Deutschland stemme „als logistischer Dreh- und Angelpunkt im Herzen Europas“ den zentralen Beitrag, da alle Wege über Deutschland führen würden. „Geschwindigkeit und effektive militärische Mobilität sind ein signifikanter Beitrag zur Abschreckung an der Ostflanke“, sagte der Generalinspekteur. Er habe sich selbst ein Bild gemacht und vor Ort mit Soldatinnen und Soldaten gesprochen: Die Truppe habe große Schritte in Richtung Kriegstüchtigkeit gemacht.

Signal der Abschreckung an potenzielle Aggressoren

Quadriga 2024 sei die Summe mehrerer Einzelübungen. Erste Teilübungen wie Grand North, Grand Center und Grand South hätten bereits stattgefunden. „Nun folgt mit Grand Quadriga der Übungshöhepunkt und Schwerpunkt“, resümierte Breuer. Nach der Abschlussübung in Litauen folge der Rückmarsch. Alle Übungsabschnitte seien hinterlegt mit Übungen des Heimatschutzes zur Sicherung der Drehscheibe Deutschland.

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Fokus Landes- und Bündnisverteidigung: Die Truppe müsse kriegstüchtig sein, so der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer

Mit dem Großmanöver Steadfast Defender zeige man potenziellen Aggressoren, was sie bei einem Angriff auf NATO-Gebiet zu erwarten hätten, ergänzte Generalleutnant Alexander Sollfrank, Kommandeur des Joint Support and Enabling Command (JSECJoint Support and Enabling Command) des Bündnisses in Ulm. Aufgabe des JSECJoint Support and Enabling Command ist es, sämtliche Truppenbewegungen der NATO-Partner im europäischen Bündnisgebiet zu koordinieren. Es würden die NATO-Verteidigungspläne des Bündnisses geübt und die Verteidigungsbereitschaft und -fähigkeit der transatlantischen Allianz glaubhaft demonstriert. 

Mit dem sogenannten Military Mobility Raum, einer Art „Military Schengen“, würden Truppen- und Materialtransporte künftig noch einfacher. Deutschland, Niederlande und Polen arbeiten derzeit gemeinsam mit NATO und EUEuropäische Union an einem grenzüberschreitenden Musterkorridor für den militärischen Verkehr von Westen nach Osten.

von Evelyn Schönsee

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