Heimkehr: Radio Andernach sendet die letzten Nachrichten aus Afghanistan

Heimkehr: Radio Andernach sendet die letzten Nachrichten aus Afghanistan

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Afghanistan
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Radio Andernach hat am 30. Mai seine Einsatzredaktion im Camp Marmal geschlossen. Nach seiner letzten Nachrichtensendung lautet nun der Hauptauftrag für das Korrespondententeam Hauptfeldwebel D. und Stabsunteroffizier K. : aufräumen und zusammenpacken.

Ein Soldat spricht am Mikrofon

Zum letzten Mal gibt es von Hauptfeldwebel D. das „Neueste aus Bundeswehr, Deutschland und der Welt“ aus der Einsatzredaktion im Camp Marmal

Bundeswehr/Torsten Kraatz

„Das ist das Einsatzradio!“ Dieser einprägsame Claim begleitet die Angehörigen der deutschen Einsatzkontingente weltweit täglich. Für sie ist das Programm von Radio Andernach mehr als nur kurzweilige Unterhaltung: Der Betreuungssender der Bundeswehr schlägt ihnen eine akustische Brücke in die Heimat. Denn trotz Videotelefonie und Kurznachrichtenapp senden und empfangen die Soldatinnen und Soldaten in den Einsätzen und in einsatzgleichen Verpflichtungen immer noch gerne musikalische Grüße – besonders natürlich an Geburts- und Festtagen. Außerdem sorgte das Team am Hindukusch mit Veranstaltungen wie der Quiznight für Spaß und gute Laune im Kontingent.

Wehmut bei den letzten „Andernachern“

Doch am 30. Mai war damit Schluss. Für Radio Andernach ging eine Ära zu Ende. „Es ist sicherlich etwas Besonderes, die letzten ,Andernacher' in Afghanistan zu sein'', so die beiden Korrespondenten. ,,Trotzdem haben wir bis zum letzten Tag business as usual gemacht. Wir haben weiterhin Berichte zugeliefert, Interviews hier im Lager geführt und den Prozess der Rückverlegung medial begleitet. Jetzt die Letzten zu sein, macht uns sehr emotional“, ziehen sie ein etwas wehmütiges Fazit eines ganz besonderen Einsatzes.

Überraschende Entdeckungen

Nun tauschen Hauptfeldwebel Benjamin D.* und Stabsunteroffizier Hendrik K.* das Mikrofon gegen Schraubenzieher und Kehrblech. Erinnerungen aus vielen Jahren Einsatz verschwinden in Kisten und Kartons. Und Überraschendes kommt dabei zutage.

Denn der berufliche Werdegang des heutigen Redaktionsleiters ist eng mit dem Afghanistaneinsatz verknüpft: Genau vor elf Jahren klopfte Benjamin D., damals noch Hauptgefreiter und eingesetzt bei der Logistiktruppe, an die Tür der Redaktion und wollte etwas „Schwung“ in das Radioprogramm bringen. Ein Truppenpraktikum später und kurz nach seinem ersten Einsatz in Camp Marmal begann Ds. Karriere vor dem Mikrofon. In einem der vielen Aktenordner im Redaktionsbüro fanden sich jetzt seine damaligen Papiere wieder. „Die bekommen einen besonderen Platz“, kündigt der 33-Jährige an.

Zwei Soldaten sitzen von einem Schild mit der Aufschrift „Radio Andernach – Soldaten senden für Soldaten“

Mehr als „nur“ Radioprofis: Der Abzug forderte dem Redaktionsteam auch auf anderen Gebieten einiges ab

Bundeswehr/Benjamin D.

Weiter auf Sendung

Nach dem Rückbau der Dipol-Antenne bleiben die Radios auf der Frequenz 103,7 Mhz im Camp Marmal künftig stumm. Doch auf das „Neueste aus Bundeswehr, Deutschland und der Welt“ müssen die Soldatinnen und Soldaten beim Zusammenpacken von Material und Ausrüstung im Camp Marmal nicht verzichten: Radio Andernach können sie über die Radio-Andernach-App und den Internetstream weiter empfangen. Für letzteren müssen sie sich allerdings vorher anmelden.

*Namen zum Schutz der Soldaten abgekürzt.

von Vanessa Kaufmann

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