Illustrator Tom Fiedler

Die Invictus-Geschichte als Graphic Novel

Die Invictus-Geschichte als Graphic Novel

Datum:
Ort:
Den Haag
Lesedauer:
3 MIN

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Psychische und körperliche Versehrtheit und den Weg der Rehabilitation will Illustrator Tom Fiedler in einer Graphic Novel darstellen. Zu den Invictus Games 2023 in Düsseldorf soll das Buch fertig sein. Fiedlers Wunsch ist es, mehr Aufmerksamkeit für diese Themen zu wecken. Insbesondere bei denjenigen, die sich sonst nicht damit beschäftigen.

Ein Illustrator zeichnet mit einem Filzstift auf einer Leinwand

Konzentriert: Illustrator Tom Fiedler fertigt Zeichnungen zum Gedicht „Invictus“ bei den Spielen in Den Haag an. Das fertige Werk wird dann am Stand der Invictus Games 2023 ausgestellt.

Bundeswehr/Henner Feddersen

Bereits bei der Bewerbung Düsseldorfs für die Spiele 2023 spielte Tom Fiedler eine wichtige Rolle. Bei dem Gespräch in London mit der Invictus Games Foundation setzte er zeichnerisch um, was die deutschen Delegierten zum Konzept vortrugen. Am Ende wurde das Vorhaben als Illustration auf einem 3 mal 1,20 Meter großen Papier an die Foundation überreicht. Ein Bewerbungsschreiben einmal anders.

„Wir wollten einen anderen Weg gehen. Etwas, das man von uns nicht erwartet hätte“, sagt Brigadegeneral Alfred Marstaller. Er leitet das Projektteam IG23. In Den Haag sammelt er Ideen und Erfahrungen für die Weltspiele für versehrte Soldaten und Soldatinnen im kommenden Jahr. Dabei geht es vor allem um den Austausch mit den Gastgebern. Mit einem Stand inmitten des Geschehens im Zuiderpark wird für die kommenden Invictus Games geworben. Und hier ist auch Illustrator Fiedler bei der Arbeit zu sehen. 

Auf Leinwand schreibt und illustriert er das Gedicht „Invictus“ von William Ernest Henley. Es steht für den Gedanken hinter den Invictus Games und dient als Leitbild. Die Leinwände bemalt der Zeichner live vor Ort. Jeden Tag kommt ein neuer Abschnitt hinzu. Ausgestellt sind die Werke mit Zeichnungen und den Flaggen der teilnehmenden Nationen am Stand des Projektteams IG23.

Doch das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was für das kommende Jahr zu erwarten ist. Für die Invictus Games 2023 wird Fiedler die Geschichte von vier Betroffenen zeichnen. Dabei handele es sich um fiktive Personen, aber die Geschichten seien aus dem wahren Leben. Die Protagonisten werden auf ihrem Weg begleitet. Dabei arbeitet der Illustrator künstlerisch die einzelnen Aspekte wie auch Herausforderungen und Probleme heraus, mit denen die Betroffenen auf ihrem Weg der Rehabilitation zu kämpfen haben. „Es soll eine Lernreise sein.“

Informieren, inspirieren und konfrontieren

Das Projekt ist ihm eine Herzensangelegenheit. Er ist ehemaliger Soldat. Bei der Bundeswehr habe er eine gute Zeit gehabt. Auch wenn er nicht im Auslandseinsatz war, sei ihm bewusst, wie schnell sich das eigene Leben grundlegend ändern könne. „Die meisten kommen gesund aus dem Einsatz zurück. Aber nicht alle. Einige kommen gar nicht mehr zurück. Und physische oder psychische Schädigungen können jeden treffen oder jemanden im eigenen Umfeld. Früher oder später wird man damit konfrontiert. Und wie geht man dann damit um?“, so Fiedler. Das betreffe nicht nur die Soldatinnen und Soldaten, sondern die gesamte Gesellschaft. 

Die Verteidigungsministerin spricht mit dem Illustrator über seine aufgestellte Illustration.

Illustrator Tom Fiedler zeigt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht eines seiner Bilder, die er bei den Invictus Games in Den Haag gezeichnet hat. Auf dem Bild geht es bereits um die Spiele in Düsseldorf.

Bundeswehr/Henner Feddersen

In der Graphic Novel soll es um den Weg der Genesung bei körperlicher und physischer Verwundung gehen. Die Geschichte erzählt davon, wie die Betroffenen mit ihrem Schicksal umgehen und wie sie zurück ins Leben und wieder zu sich selbst finden. Auch die Angehörigen sind Teil der Erzählungen: wie die Geschehnisse sich auf sie, ihr Leben und die Beziehung zum Betroffenen auswirkt. „Wir möchten für das Thema öffnen. Wir möchten, informieren, inspirieren und auch konfrontieren.“ Der Künstler hofft darauf, vor allem diejenigen damit zu erreichen, die „sonst das Thema meiden oder keine Berührungspunkte haben. Wenn ich das schaffe, dann bin ich glücklich.“

Das Buch soll zu den Spielen in Düsseldorf fertig sein. Geplant ist, die Graphic Novel in Deutsch und Englisch zu publizieren. Mit diesem Werk soll nicht nur ein neuer Zugang zu einem schwierigen und teils noch immer tabuisierten Thema geschaffen werden.

von Amina Vieth

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