Ohne Ausnahme: Was aus Afghanistan abgezogen wird, muss durch die Materialschleuse

Ohne Ausnahme: Was aus Afghanistan abgezogen wird, muss durch die Materialschleuse

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Afghanistan
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Nach mehr als sechs Jahren Resolute Support Mission und über 15 Jahren militärischer Präsenz im Camp Marmal räumen die deutschen und internationalen Streitkräfte das Feldlager in Masar-i Scharif. Eine Mammutaufgabe für die Soldatinnen und Soldaten, die jedoch mit der richtigen Planung und dank der Logistikexperten der Bundeswehr beherrschbar bleibt.

Ein Soldat wickelt Stretchfolie um Kisten auf einer Pallette

Sicher für den langen Weg nach Deutschland. Die Folie schützt die wertvolle Ausrüstung vor Beschädigungen und verhindert das Verrutschen der Ladung auf den Paletten.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Bevor Holster, Hosen und Waffen wieder nach Deutschland transportiert werden können, müssen die Soldatinnen und Soldaten zunächst die Vollzähligkeit ihres Materials feststellen. Unter den wachsamen Augen der in der Materialschleuse eingesetzten Materialbewirtschaftungsprofis wird jedes noch so kleine Zubehörteil akribisch begutachtet.

Denn „das Ziel ist es, das hier abgegebene Gerät der Truppe in der Heimat schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stellen“, erklärt der Leiter der Materialschleuse Oberstleutnant Dirk B.*. Dabei baut der 50-jährige Stabsoffizier, der in Deutschland das Materialwirtschaftszentrum Einsatz der Bundeswehr in Bremervörde leitet, auf einen großen Erfahrungsschatz aus seinen 32 Dienstjahren. Dank seiner und der rund 80 Soldatinnen und Soldaten, die als Disponenten, Luftumschlagsoldaten, Kraftfahrer, Dekontaminationspersonal und Gefahrgutbeauftragte den reibungslosen Betrieb der Materialschleuse sicherstellen, liegt der logistische Teil der Rückverlegung bislang voll im Zeitplan.

Ein Gabelstapler transportiert mit Folie eingewickelte Paletten in einer Halle

Bis zu 4,5 Tonnen Material können auf einer HCU-Palette Platz finden. Die für die Rückführung eingesetzten Antonow-Flugzeuge fassen bis zu 32 dieser Transportmittel.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Auf die Palette fertig, los!

Bevor die Gerätschaften jedoch in den Bauch eines Flugzeuges oder in einen LkwLastkraftwagen-Frachtcontainer verladen werden können, sind viele weitere Schritte nötig und eine Vielzahl von Richtlinien zu beachten. Je nach Herkunft des Materials erfolgt die Zusammenstellung für den Transport auf Paletten, damit die Verteilung an die zuständigen Depots in Deutschland rasch durchgeführt werden kann.

So wird etwa das Sanitätsmaterial nach seiner Ankunft in Deutschland nach Krugau in Brandenburg verbracht. Einmal im richtigen Behältnis, verschmelzen Geräte und Kartons mittels strapazierfähiger Folie zu einer lufttransportsicheren Einheit. Diese wird sodann desinfiziert, um das Einschleppen von Tierseuchen nach Deutschland zu verhindern. Nach ausführlicher Kennzeichnung und einem Zwischenstopp auf der Waage werden mehrere solcher Gebinde auf einer sogenannten HCU-Palette (Heavy Cargo Unit) speziell für den Transport militärischer Luftfracht fixiert, die rund 4,5 Tonnen Ladung tragen kann. Bis zu 32 dieser Paletten kann das Transportflugzeug Antonow AN-124 fassen.

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Bis die Soldatinnen und Soldaten der Materialschleuse auf die Zielgerade einbiegen und sich auch das letzte Material auf dem Weg nach Deutschland befindet, liegen noch viele Stunden konzentrierter Arbeit vor den Logistikexperten. Einen Meilenstein haben sie jedoch kürzlich erreicht: das tausendste Gebinde wurde für den Abtransport vorbereitet. Es werden noch viele weitere folgen.

*Name zum Schutz des Soldaten abgekürzt.

von Vanessa Kaufmann

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