Das MG5 in der Truppe: Eine Bestandsaufnahme

Das MG5 in der Truppe: Eine Bestandsaufnahme

  • Ausrüstung
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
3 MIN

Das MG5 ist ein Maschinengewehr, das sowohl für den infanteristischen Kampf als auch auf Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Mit einem Kaliber von 7,62mm x 51 wird eine bewährte Größe genutzt. Auffällig an dieser Waffe ist neben seiner sandfarbenen Farbgebung die Zieloptik mit einer vierfachen Vergrößerung und einem Rotpunkt.

Ein sandfarbenes Maschinengewehr MG5 steht auf einem Kiesboden

Das MG5 unterscheidet sich nicht nur optisch von seinem Vorgänger.

Bundeswehr/Jana Neumann

Das harte Wummern des Maschinengewehrs MG3 ist jedem Infanteristen von Schieß- und Übungsplätzen vertraut. In der Zukunft wird dieser Ton ersetzt werden durch einen neuen Sound. Das MG3 hat einen Nachfolger gefunden – das MG5. In der Truppe wird es gerade ausgetauscht.

Im Vergleich mit seinem Vorgänger MG3

Der beste Ort für eine Bestandsaufnahme ist die Schießinspektion in Hammelburg. Hier will Inspektionschef Hauptmann Willi Runke aus routinierten Schützen Schießlehrer formen. „In der Schießinspektion sammelt sich die gesamte Schießkompetenz der Truppe. Zusammen mit meinen erfahrenen Schießausbildern sind wir verantwortlich für Ausbildung der Schießlehrer Handwaffen“, sagt der Chef. Seine Einheit hat den höchsten Munitionsbedarf in der gesamten Bundeswehr. Wer Schießlehrer werden will, muss lernen, den breiten Waffenmix eines Infanteriezuges einzusetzen. Das MG5 wird bei der Ausbildung zum Schießlehrer zusammen mit seinem Vorgängermodell, dem Maschinengewehr MG3, verwendet.

Alt gegen neu

In der Betrachtung ist die verschiedene Farbgebung der augenscheinlichste Unterschied. Auch in der Konstruktion setzen sich die Unterschiede fort: Ein höhenverstellbares Zweibein, eine anpass- und wegklappbare Schulterstütze, ein Griff am Rohr und eine Ladeanzeige im Deckel, sind nur ein Ausschnitt der Aufzählung. Das MG5 ist eine komplett andere Waffe. Am deutlichsten wird es beim Schießen. Die Schussabgabe ist fast ohne Rückstoß. Wo früher der MG-Schütze sich mit seinem gesamten Körpergewicht in die Waffe drücken musste, reicht jetzt ein fester Griff an der Schulterstütze. „Durch die Gasdruckladung kann der Schütze schon nach kurzer Ausbildung ein ordentliches Trefferbild vorweisen“, sagt Hauptmann Runke. Hinzu kommt, dass der MG-Schütze durch die neue Zieloptik seine Ziele schnell erfassen und gezielt bekämpfen kann. Bei einem feldmäßig durchgeführten Vergleichsschießen zeigt sich ein deutlich besseres Trefferbild.

„Das MG3 ist mit seinen 1.200 Schuss pro Minute auf den ersten Blick schlagkräftiger“, schiebt Hauptfeldwebel Christian Solf ein, „aber das MG5 zeichnet sich durch eine präzisere Zielbekämpfung und eine allgemeine Bedienerfreundlichkeit aus.“ Die Bedienerfreundlichkeit soll auch durch die umfangreiche Zusatzausstattung erhöht werden. Zahlreiche Zusatzmodule und Reinigungssets machen die Waffe flexibler im Einsatz. Wo beim MG3 neben einem Wechselrohr und –verschluss noch ein Reinigungslappen ausreichte, sind beim MG5 verschiedene Ergänzungsausstattungen vorgesehen.

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Zwei Soldaten hinter einer Mauer, ein Soldat mit Maschinengewehr MG5 im Anschlag, daneben ein Soldat mit Fernglas beobachtend

Das Zweibein lässt sich dreifstufig in der Höhe verstellen und bietet dem Schützen bei unterschiedlichen Auflagen eine gute Stütze.

Bundeswehr/Jana Neumann
Ein Soldat schießt mit sichtbaren Mündungsfeuer in der Dämmerung mit dem Maschinengewehr MG5 aus einer gedeckten Stellung

Beim Dämmerungsschießen verbrennen austretende Pulvergase als Mündungsfeuer.

Bundeswehr/Jana Neumann
Ein Soldat schießt mit dem Maschinengewehr MG5 auf einer Feldlafette, daneben ein Soldat mit Fernglas beobachtend

Bei tief stehender Sonne kommt es besonders auf die Zusammenarbeit im Trupp an.

Bundeswehr/Jana Neumann
Ein Soldat mit Maschinengewehr MG5 im Anschlag liegend

Im Angriff hilft der breite Tragegurt und im Notfall der Griff am Rohr bei einem schnellen Stellungswechsel.

Bundeswehr/Jana Neumann
Zwei Soldaten hinter Fahrzeug, ein stehender Soldat mit Maschinengewehr im Anschlag, daneben ein Soldat mit Fernglas kniend

Trotz aller Unterschiede bleiben die Einsatzgrundsätze zur Arbeit als MG-Trupp unverändert.

Bundeswehr/Jana Neumann

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Das MG5: Wirkungsvoll im Angriff

Im dynamischen Einsatz mit Stellungswechsel und beim Einsatz in nicht vorbereiteten Stellungen, kann das MG5 seine Vorteile gegenüber seinem Vorgänger ausspielen. Jedem Infanteristen fällt die Gewichtseinsparung von knapp einem Kilo sofort auf. Deutlich wird dies beim Praxistest. Bei der Abschlussübung des Lehrgangs zum Schießlehrer müssen die Soldaten einen Angriff über eine Senke auf einen Gegenhang ausführen. Zur Feuerunterstützung der sich von einer Deckung zur nächsten vorkämpfenden Schützen, steht ein MG5 zur Verfügung. Der MG-Trupp arbeitet unverändert zusammen: Zwei Soldaten, ein MG5. Sie bekämpfen routiniert die aufklappenden Zielscheiben im Vorfeld: „Senke im Vorderhang, Entfernung 400 an Kugelbaum angelehnte Schützengruppe, Feuer!“ lautet präzise die Zielzuweisung des zweiten Mannes im MG-Trupp an seinen Kameraden. Die beiden Soldaten führen mehrere Stellungswechsel durch und folgen in der Flanke den vorstoßenden Kameraden. Durch den geringen Rückstoß kann selbst plötzlich auftretender Feind zielsicher bekämpft werden. Der MG-Schütze berichtet nach dem erfolgreichen Angriff: „Ich kann allein durch den Griff schneller einen Wechsel der Stellung machen.“

Fazit: Truppe bekommt mit MG5 eine zeitgemäße Waffe

Mit der umfangreichen Zusatzausstattung und den vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten ist eine flexibel einsetzbare Waffe an die Truppe übergeben worden. Die geringere Schusszahl führt zu einem niedrigeren Munitionsverbrauch, da der Schütze gezielter den Feuerstoß einsetzen kann. Mit einem Nachtsichtvorsatz vor der Zieloptik kann auch bei Dunkelheit gekämpft werden. Alle anderen Funktionen des Vorgängermodells, wie zum Beispiel der Einsatz zur Fliegerabwehr oder der Einsatz auf Lafette, sind weiterhin nutzbar. „Mit dem MG5 ist eine zeitgemäße Waffe an die Truppe übergeben worden“, fasst Hauptmann Runke abschließend zusammen.

von Matthias Lehna

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